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Mit Plastikdeckeln gegen Kinderlähmung

Greifswald Mit Plastikdeckeln gegen Kinderlähmung

Greifswalder Rotary Club unterstützt mit den Getränkeland-Märkten die Impfung von Kindern in armen Ländern

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Rotarier Reinhard Nikschick (l.) sammelt mit Rotaraktern im Getränkeland-Markt in der Warschauer Straße Plastdeckel.

Quelle: Fotos: Cornelia Meerkatz

Greifswald. „Das Plastikdeckelfieber ist ausgebrochen“, sagt Reinhard M. Nikschick vom Greifswalder Rotary Club und zeigt auf die drei Mitglieder von Rotarakt, der Jugendorganisation der Rotarier. Im Rekordtempo schrauben sie im Getränkeland-Markt in der Warschauer Straße im alten Ostseeviertel bei Kunden die Plastdeckel von den Pfandflaschen. „Wir brauchen jede Menge davon, denn 500 Plastikdeckel retten ein Kind vor Kinderlähmung“, erläutern sie den Kunden. Der Name dieser Aktion: „Deckel gegen Polio.“

Die Aktion

500 Deckel von Plastikflaschen (Ein- oder Mehrweg) genügen, um eine Polioimpfung zu finanzieren und ein Kinderleben in der dritten Welt zu retten.

20 Milliarden Plastikdeckel

sind pro Jahr in Deutschland

in Umlauf. Sie haben einem Recyclingwert von zwölf Millionen Euro.

Am vergangenen Sonnabend starteten der Rotary Club Greifswald und die Firma „Getränkeland“ eine dauerhafte Sammelaktion. Wie Ralf Krauel, Bezirksverkaufsleiter von Getränkeland, betonte, beteiligen sich in Mecklenburg-Vorpommern — so auch in Wolgast und auf Usedom — alle 127 Märkte des Unternehmens daran. „Wir finden diese Aktion sehr gut. Kinder in armen Ländern können so vor einer schweren Erkrankung mit vielen Folgeschäden bewahrt werden“, betonte er. Auch Vertreter der Selbsthilfegruppe Polio fanden nur lobende Worte, denn eine Polio-Impfung immunisiert ein Leben lang gegen Kinderlähmung.

Wenn Diana Hartl, Leiterin des Getränkeland-Marktes in der Warschauer Straße, Leergut mit Plastikdeckeln annimmt, wird sie künftig freundlich dafür werben, die Deckel von den Flaschen abzuschrauben — für einen guten Zweck. „Mit dem Erlös von 500 Plastikdeckeln kann ein Kind vor dieser tückischen Erkrankung bewahrt werden. Hier bei uns in Deutschland werden die Kinder gegen Kinderlähmung geimpft.

Aber in anderen Ländern in der dritten Welt ist das nicht der Fall. Da muss geholfen werden. Deshalb mache ich bei dieser Aktion mit“, begründet sie ihr Engagement. „Die Flaschen werden für den Pfandbetrag zurückgenommen, die Deckel in einem separaten Behälter gesammelt“, erläutert sie. Dabei sei es egal, ob die Deckel von Ein- oder Mehrwegflaschen stammen. Denn auch Pfandflaschen können mit oder ohne Deckel abgegeben werden, versichert sie.

Die Sammelaktion ist Teil eines Projektes zur endgültigen Ausrottung der heimtückischen Krankheit — der Poliomyelitis. In den meisten Ländern ist diese Krankheit seit vielen Jahren ausgerottet. Nur noch in drei Ländern — Pakistan, Nigeria und Afghanistan — sind Polio-Fälle bekannt. In Deutschland, so Nikschick, seien pro Jahr rund 20 Milliarden Plastikdeckel in Umlauf — mit einem Recyclingwert von zwölf Millionen Euro. „Das ist viel zu schade zum Wegwerfen. Daher sind die Rotarier auf die Idee des Sammelns gekommen“, sagt er. Der Kunststoff wird an Unternehmen der Abfallindustrie verkauft, mit dem Erlös die Kampagne „End Polio Now“ (deutsch: Kinderlähmung jetzt beenden) von Rotary International unterstützt. Mit 500 Deckeln wird eine Polio-Impfung finanziert und so ein Kinderleben gerettet. „Hier kann auf einfache Weise riesige Hilfe erzeugt werden“, freut sich Reinhard Nikschick.

Diana Hartl ergänzt, dass Getränkeland Sammelbehälter aufstellen und auch deren Weitertransport sicherstellen wird. „Die Resonanz der ersten Tage ist hervorragend. Die Kunden finden die Aktion sehr gut. Viele wollen deshalb sogar in der Familie sammeln. Ich hoffe, wir kriegen in unseren Märkten viele Behälter voll“, sagt sie.

Von Cornelia Meerkatz

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