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Greifswald Mit Solarbooten ins Jahr 2052
Vorpommern Greifswald Mit Solarbooten ins Jahr 2052
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03:47 10.09.2013
Aktion von „Stralsund 2052“: Im Frühjahr kam Arved Fuchs an den Sund und übernahm dabei auch die Patenschaft für einen Pinguin.

Der Slogan „Stralsund 2052“ klingt nach Zukunft und findet doch im Hier und Jetzt statt. Das Projekt des Umweltbüros Nord gehört zu den 100 Preisträgern des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“, als einziger Vertreter aus Mecklenburg-Vorpommern.

„Eine tolle Anerkennung“, sagt Tilman Langner, Koordinator von „2052“ und Chef des Umweltbüros. Gemeinsam mit 1000 Unternehmen, Vereinen und Forschungseinrichtungen hatten sich die Stralsunder zum Thema „Ideen finden Stadt“ beworben.

Wie leben wir im Jahr 2052 in der Hansestadt? Wie werden wir wohnen und arbeiten und welche Zukunft ist wünschenswert? Das waren wichtige Fragen bei der Ausarbeitung eines Neun-Punkte-Programms im Sommer 2012. Als die Nachricht kam, dass der Bund das Projekt für ein Jahr mit 35 000 Euro fördert, gab es im August den Startschuss.

Zu den Maßnahmen, die angepackt wurden, gehört die Zeitreise „Stralsund 2052“. Mithilfe eines GPS-Geräts spazieren Interessierte durch die Hansestadt und können eine gedankliche Reise in die Zukunft unternehmen. Wie bewegen wir uns fort? Welcher Wandel ist notwendig, um weiter in einer intakten Umwelt leben zu können? All das spielt eine Rolle bei dem alternativen Stadtrundgang, den es auch in Zukunft geben wird.

„Zu den Höhepunkten des Jahres zählte das spannende 1. Stralsunder Solarbootrennen beim Tag der erneuerbaren Energien“, sagt die Klimaschutzmanagerin der Stadt, Saskia Schütt (29). „Da haben junge Leute sich kreativ gezeigt und mit viel Spaß an den Flitzern gebastelt.“

Durch die finanzielle Förderung war es auch möglich, Polarforscher Arved Fuchs in die Hansestadt zu lotsen. Nach einem Ozeaneumsbesuch begeisterte der 59-Jährige unter den Riesen der Meere mit dem Multivisionsvortrag „Nordpoldämmerung“. Der prominente Gast zeigte sich begeistert von dem Klimaprojekt und dem Museum am Hafen. „Was hier geschaffen wurde, hat enorm hohen Wert“, so Fuchs, der als erster Mensch sowohl den Nord- als auch den Südpol innerhalb eines Jahres zu Fuß erreichte.

Saskia Schütt bekräftigt, dass „die Projekte auch nach Abschluss der Förderperiode nicht im Sande verlaufen sollen, sondern die Arbeit weiter fortgesetzt wird“. Wie zum Beispiel der Einsatz der Klimadetektive an Schulen, die Energiesparreserven aufspüren.

„Angesichts der Gefahren des Klimawandels wollen wir eine breite Öffentlichkeit über Klimaschutz informieren“, erklärt Tilman Langner. „Die Auszeichnung verbinde ich mit der Hoffnung, dass sich für uns neue Türen öffnen und vielleicht der Klimaschutz einmal ebenso Aushängeschuld Stralsunds wird wie das Welterbe“, so der 48-Jährige.

Immer wieder betont er, dass Umweltbildung, allen voran das Projekt „2052“, eine Gemeinschaftsaktion vieler beteiligter kreativer Köpfe ist. „Letztlich geht es darum, Voraussetzungen zu schaffen, dass auch unsere Kinder gut leben können.“

Für die Ausgezeichneten geht es aufregend weiter. In diesem Monat steht ein Treffen der 100 Preisträger in Berlin an, Ende Oktober wird „Stralsund 2052“ seine Auszeichnung am Sund feiern. Dafür wird noch am Programm gebastelt.

1000 Bewerbungen aus ganz Deutschland
Der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ prämiert wegweisende Impulse für den Standort Deutschland, in diesem Jahr erstmals zu einem Thema: „Ideen finden Stadt“.

Gefragt waren Lösungsansätze aus allen Bereichen und allen Regionen Deutschlands. Die 100 Preisträger aus allen 16 Bundesländern stellen mit ihren zukunftsweisenden Ansätzen mögliche Lösungen für das Leben in den Städten der Zukunft dar.

Rund 1000 Unternehmen, Vereine und Forschungseinrichtungen hatten sich mit ihren zukunftsweisenden Projekten zum Thema „Ideen finden Stadt“ beworben. Unterstützt durch einen Fachbeirat wählte eine 18-köpfige Jury die Preisträger in den Kategorien Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Umwelt, Bildung und Gesellschaft.

Das Stralsunder Klima-Projekt ist der einzige Preisträger aus Mecklenburg-Vorpommern.

Das Umweltbüro Nord in Stralsund, Koordinator des Projekts, wurde 1997 gegründet. Es betreibt unter anderem eine Umweltbibliothek und entwickelt Lehrmaterialien für Kitas und Schulen.

Ich hoffe, dass sich

neue Türen öffnen und vielleicht der Klimaschutz einmal ebenso Aushängeschild der Stadt wird, wie das Welterbe.“Tilman Langner (48),

Umweltbüro Nord und Projektkoordinator

Miriam Weber und Andreas Lindenberg

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