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Mit Sonnentau lässt sich Geld verdienen

Greifswald Mit Sonnentau lässt sich Geld verdienen

Zwei Greifswalder wollen diese Heilpflanze anbauen / Große wirtschaftliche Chancen für Paludikultur

Greifswald. Zwischen 37 Millionen und 111 Millionen Euro lassen sich mit dem Anbau der fleischfressenden Heilpflanze Sonnentau auf Moorflächen verdienen. Das sei das Marktpotenzial weltweit, informierte Jenny Schulz. Die Exist-Stipendiatin am Institut für Botanik und Landschaftsökologie möchte sich einen kleinen Teil dieses Kuchen sichern. 2017 will sie mit Balazs Baranyai die Firma SoTaMed gründen. Diese soll weltweit erstmals Rundblättrigen Sonnentau in einem Moor anbauen. Die Machbarkeit haben die Wissenschaftler bereits bewiesen. Der jetzt von den Pharmaunternehmen verwendete Sonnentau (sieben bis 24 Tonnen jährlich) wird in Finnland und Afrika gesammelt. Etwa 10000 Pflanzen ergeben ein Kilogramm. Für SoTaMed sprächen viele Gründe, wie Nachhaltigkeit, Qualität und frische Pflanzen, für die Verarbeitung, sagte Schulz. Die Wirkstoffe findet man in über 200 Arzneimitteln. Ein Einsatzgebiet sind Atemwegserkrankungen. Functional Food, also mit zusätzlichen Wirkstoffen angereicherte Lebensmittel, ließen sich auch mit Sonnentau herstellen. Mit der Inselkäserei Usedom habe es Gespräche über Käse gegeben. Auch Saft und Spirituosen seien denkbar.

Schulz und Baranyai hoffen, dass es wie geplant gelingt, auf zwei Hektar im Grambower Moor bei Schwerin Sonnentau anzubauen. Nach zweijähriger Wachstumszeit und finanzieller Durststrecke könnte dann erstmals 2019 geerntet werden. Schwierig sei es, in MV geeignete und für diese Form der nassen Landwirtschaft (Paludikultur) nutzbare Moorflächen zu finden, so Schulz. Im Raum Greifswald habe man bisher nichts gefunden.

Paludikultur war auch das Thema der Runde, auf der SoTaMed vorgestellt wurde. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) besuchte mit Greifswalder Bündnisgrünen das Moorcentrum in den Räumen der Succow-Stiftung in der Ellernholzstraße.   Niedersachsen und MV verfügen über große Moorgebiete, die aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes vor weiterer Zerstörung durch extensive Landwirtschaft und Torfabbau geschützt werden sollen. Es gehe bei der Paludikultur um Moorschutz durch Moornutzung, so Centrum-Mitarbeiterin Greta Gaudig. Dazu gehören beispielsweise der Anbau von Schilf für Heizzwecke und von Torfmoosen als Ersatz für Torf. Die Greifswalder sind auch in Niedersachsen sehr aktiv.

eob

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