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Greifswald Mit dem Drachenboot bis nach Berlin
Vorpommern Greifswald Mit dem Drachenboot bis nach Berlin
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11:26 30.09.2018
Mit Schwung in Richtung Hauptstadt: Schüler der Waldorf-Schule im frisch getauften Drachenboot. Quelle: Peter Binder
Greifswald

Zur Drachenboottaufe der Waldorfschule am Wochenende gibt es sogar ein eigens komponiertes Lied. „Dorthin paddeln wir per Boot, übern Bodden und das Haff, durch die Oder und wenn’s klappt, dann sind sogar Berliner baff“, singen die Drittklässler begeistert mit. Alle Schüler, Lehrer, Eltern und Bekannte haben sich am Ruderclub Hilda versammelt, um das erste Drachenboot der Schule einzuweihen. Die Schülerin Frauke Köpenick (17) lässt am Kopf des Bootes eine Flasche Champagner zerschellen, mit den Worten: „Ich taufe dich auf den Namen ,Waldorf bewegt' “. Das Drachenbootfahren hat an der Schule eine lange Tradition, sogar an Welt- und Europameisterschaften nahmen Schüler schon erfolgreich teil.

Am Wochenende hat die Waldorfschule ihr eigenes Drachenboot getauft. Mit „Waldorf bewegt“ geht es im kommenden Jahr auf Tour zu den Waldorf-Tagen in der Hauptstadt.

400 Kilometer - bis nach Berlin

Mit der Anschaffung des Bootes beginnt ein riesiges Projekt, an welchem die Schüler und Lehrer seit einem Jahr tüfteln und was nun in die Tat umgesetzt wird. Der Plan: Knapp 200 Schüler der Klassen 5 bis 13 paddeln im Herbst 2019 rund 400 km bis nach Berlin. Ankunft soll zu den Waldorftagen 2019 im September sein. Neun Teams werden sich an den Paddeln abwechseln, insgesamt wird die ungewöhnliche Fahrt sechs Tage dauern. Nur in der Nacht wird das Boot still stehen. Nicht nur die aktiven Sportler der Schule sind beteiligt, auch jüngere Schüler unterstützen das Projekt, ebenso wie die Eltern. „Alle Leute sitzen mit im Boot. Das ist etwas ganz Besonderes“, stellt Anne Wolf, Lehrerin der Waldorfschule fest.

80 Kilometer pro Tag, Teams wechseln im 45-Minuten-Takt

Jeden Tag soll eine Strecke von etwa 80 Kilometern zurückgelegt werden. Die erste Etappe über den Greifswalder Bodden wird vermutlich die schwierigste, schließlich sind Wind und Wellen hier am stärksten. Das erste Zwischenziel ist Lassan, auch in Polen machen sie Halt. Geschlafen wird auf der Tour in Zelten, Turnhallen oder Schulen.Dabei haben sich die Schüler für die Wechsel zwischen den Teams ein besonders zeitsparendes Verfahren ausgedacht. Ein Team paddelt jeweils 45 Minuten lang auf dem Wasser, bis dort getauscht wird. Zum Vergleich: In Kurzstreckenwettkämpfen geben die Paddler etwa zwei Minuten Vollgas.  Für den Austausch der Teams auf dem Wasser, wird eine alte Bekannte reaktiviert.

MS „Breege“ soll die Schüler begleiten

Der Dampfer „MS Breege“ dient bei dem Vorhaben als ständiges Versorgungs- und Unterbringungsboot und wird die Schule bei ihrer Tour nach Berlin begleiten. Die Paddler steigen beim Wechsel der Teams von der „Breege“ in ein Rettungsboot und von dort aus in das Drachenboot.Bis dahin ist aber noch einiges an der alten Dame „Breege“ zu tun. Die Schüler kümmern sich in den kommenden Monaten um den Großputz auf der Breege, auch einige Reparaturen sind noch von der Sund- und Boddenreederei zu erledigen. Es gibt jedoch auch noch einige organisatorische Hürden, die zu meistern sind. „Die Verpflegung und die Getränke müssen transportiert werden. Auch die Zelte sollten stehen, wenn das Boot am Rastplatz anlegt“, sagt Bettina Rose vom Organisationsteam des Projektes, welches aus Lehrern, Eltern und Schülern besteht. „ Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen und wir sind natürlich auch auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Das ist eine große Aufgabe.“

Schleusen und Schiffshebewerke auf dem Weg

Ruben Dievenkorn ist Schüler der 12. Klasse und arbeitet im Organisationsteam mit. Er ist für die Dokumentation des Projektes verantwortlich. „Die Logistik ist eines der schwierigsten Dinge, die zu planen sind. Außerdem brauchen wir noch dringend Sponsoren, so ein großes Projekt wie unsere Fahrt kostet natürlich Geld“, sagt er. Allein das Drachenboot kostete die Schule knapp 10 000 Euro. Jüngere Schüler konnten durch den Verkauf von selbstgebastelten Drachenbooten aus Papier bereits einiges zur Finanzierung beisteuern. Außerdem gibt es eigens bedruckte T-Shirts und Beutel, die man erwerben kann, um das Projekt zu unterstützen. „Die Schule wünscht sich, dass das Gemeinschaftsgefühl durch dieses große Projekt weiter ausgebaut und gestärkt wird, sowohl unter den Schülern verschiedener Klassenstufen, als auch in der gemeinsamen Arbeit mit den Eltern“, betont Dirk Carsten Mahlitz, Sportlehrer an der Schule. Das Wetter und die Ausdauer könnten zu einem Problem werden, außerdem liegen Schleusen und Schiffshebewerke auf dem Weg.

Ziel: Zur großen Waldorf-Feier am 19.September ins Tempodrom

Schüler und Lehrer sind aber zuversichtlich, dass sie pünktlich am 19. September in Berlin ankommen werden. „Ich hoffe, dass wir uns nicht unterkriegen lassen“,meint Ruben Dievenkorn. „ Und dass wir die Kraft haben das Projekt ohne Rückschläge durchzuführen und sicher in Berlin ankommen.“ Das letzte Stück der Strecke werden sie übrigens zu Fuß zurücklegen und ihr Boot tragen. Ziel ist das Tempodrom in Berlin, wo die große Waldorf-Jubiläumsfeier stattfindet.

Stefanie Ploch

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