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Greifswald Mit dem Greif auf den Straßen
Vorpommern Greifswald Mit dem Greif auf den Straßen
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00:00 29.01.2018
Stettin

Das Wappen der pommerschen Metropole ist bis hin zu den Farben identisch mit dem Logo der schwedischen Firmen Saab (Svenska Aeroplan Aktiebolaget) und Scania. Das wiederum liegt daran, dass der Greif auch im Wappen des südschwedischen Schonen zu finden ist.

Die schwedische Firma Saab führt das Wappen Stettins

Das Wappen von Schonen ( Skåne) wurde 1660 für das Begräbnis von König Karl X. Gustav verwendet, erläutert der Historiker Haik Thomas Porada. „Es wurde abgeleitet aus dem Wappen von Malmö, der damals größten Stadt dieser Landschaft.“ Dieses Wappen mit dem gekrönten Greifenkopf geht wiederum auf ein Privileg Erichs von Pommern (um 1382-1459) zurück. „Die Herzöge von Pommern führten in ihrer Titulatur den Titel eines Herzogs von Stettin vor dem des gesamten Landes, also des Herzogs von Pommern“, so Porada. Es sei im Mittelalter wohl auch zeitweise das höherrangige vor dem vollständigen Greifen gewesen, der heute im Wappen von Mecklenburg-Vorpommern zu sehen ist.

Der als Bogislaw von Pommern-Stolp geborene Sohn Herzog Wartislaw VII. von Pommern-Stolp und Marias von Mecklenburg war König der Kalmarer Union, mit der die Königreiche Dänemark, Norwegen und Schweden vereint wurden. Er war der Großneffe der Gründerin dieser Union, der Königin Margarethe. Mit ihr regierte Erich ab 1397 zunächst gemeinsam. Margarethe starb 1412, der Pommer regierte nun allein. König Erich (er nahm 1392 bei der Krönung zum König von Norwegen den Namen Erik an) hat aber seine pommerschen Wurzeln nicht vergessen, so Porada.

„In den 1420er- und 1430er-Jahren konzentrierte er sich insbesondere auf den Öresund, der sich zur Lebensader seines ausgedehnten Reiches entwickelte“, sagt der Historiker. „Denn den Öresund musste der gesamte Warenverkehr der Hanse passieren.“ Eine Folge dieser Schwerpunktsetzung waren die gezielte Förderung, die Verleihung von Privilegien an die dortigen Städte, insbesondere Malmö, Helsingborg, Kopenhagen und Helsingör.

Erich von Pommern hat 1426 den Öresundzoll eingeführt. „Er war in den folgenden Jahrhunderten die wichtigste Einnahmequelle für das Königreich Dänemark“, so Porada weiter. „Ohne diese Gelder hätte Dänemark auf der europäischen Staatenbühne nicht so präsent sein können.“ Die Hansestädte waren natürlich nicht begeistert. „Intrigen und eigene Fehler führten 1439 zur Absetzung Erichs als König in Dänemark und anschließend in Schweden, 1442 auch in Norwegen.“ Erich ging zunächst nach Gotland und dann 1449 zurück nach Pommern, wo er nun in Rügenwalde (polnisch heute Darlowo) regierte und das dortige, heute noch erhaltene Schloss ausbaute. Es ist ein Museum und kann besichtigt werden.

1459 wurde Erich in der Rügenwalder Marienkirche beigesetzt. Die Grabbeigaben wurden von französischen Truppen Anfang des 19. Jahrhunderts geraubt. „Die Spur verliert sich in Paris“, so Porada. Zu den Beigaben gehörte eine goldene Taube, die aus Kopenhagen stammen soll.

Der jetzige, von 1888 stammende Kalksteinsarg kann in der Kirche besichtigt werden. Denkmale des einzigen Königs aus dem pommerschen Greifengeschlecht gibt es in Helsingör, wo er ab 1420 eine Festung zur Erhebung des Öresundzolls errichtete, und in Rügenwalde.

Eckhard Oberdörfer

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