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Greifswald Mit dem eigenen Verlag auf der Buchmesse
Vorpommern Greifswald Mit dem eigenen Verlag auf der Buchmesse
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15:58 16.04.2018
Letzte Vorbereitungen für die Leipziger Buchmesse: Maria Rautenberg falzt eine Buchseite, während Tom Schröder leimt. Quelle: Fotos: Katharina Ahlers
Greifswald

Die Seiten müssen zurechtgeschnitten, das Cover gesetzt und gedruckt und das Buch gebunden werden – Maria Rautenberg steckt in den letzten Zügen ihres Projektes zu Daniil Charms. Die Auszubildende an der Medien- und Informatikschule der Wirtschaftsakademie Nord hat Werke des russischen Schriftstellers illustriert. „Es war mühsam, diese sperrigen Texte zu illustrieren – ich habe eine dynamische Gestaltung gewählt“, erklärt die 21-Jährige.

Eileen Schütt presst die geleimten Buchseiten.
„„Während der Buchmesse geht es in erster Linie nicht darum, zu verkaufen, son- dern zu zeigen, was wir Aufwän- diges machen.“ Gertrud Fahr, Dozentin
„„Die Arbeiten der Schüler sind so gut – wir wollten sie nicht nur für die Schublade erstellen, sondern auch veröffentlichen.“Stefanie Riech, künstlerische Leiterin

Zusammen mit sieben weiteren angehenden Grafik-Designern und Mediengestaltern sowie den Dozenten ist Maria Rautenberg ab heute auf der Leipziger Buchmesse, um Werke des Auge-Verlags vorzustellen – dieser wurde Ende vergangenen Jahres von Auszubildenen und Lehrenden der Medien- und Informatikschule gegründet. Veröffentlicht werden Arbeiten sowie Abschluss- und Projektarbeiten in Kleinstauflage.

„Die Arbeiten der Schüler sind so gut – wir wollten sie nicht nur für die Schublade erstellen, sondern auch veröffentlichen“, erklärt Stefanie Riech, Künstlerische Leiterin der Schule. „Wir haben bereits vorher Abschlussarbeiten im Koeppenhaus ausgestellt und wurden oft gefragt, ob man einzelne Werke auch erwerben kann – das hat uns in unserem Vorhaben bestätigt.“

Zu den bisher veröffentlichten Werken des Auge-Verlags gehört auch ein Tier- und Pflanzenratgeber von Tom Schröder. Stolz blättert der 26-Jährige in dem kleinen Buch. Das Cover ist schlicht und trägt die Aufschrift „Moor – Tiere und Pflanzen.“ „Das ist das Ergebnis aus einem Kurs, in dem wir uns mit dem Kieshofer Moor auseinandersetzen sollten“, erklärt er. „Ich habe zunächst die Texte recherchiert und die Illustrationen erstellt.“ Gedruckt hat Schröder den Ratgeber anschließend auf handgeschöpftem Papier. „Nach dem Setzen des Textes habe ich mich um die Buchbindung gekümmert“, erklärt der Krösliner. „Ich habe mich für eine Klebebindung entschieden – da bekommt man dreckige und klebrige Finger vom Leim.“

Bei der Arbeit mit ihrem eigenen Verlag können die derzeit acht Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft viele verschiedene Inhalte ihrer Ausbildung anwenden. So müssen sie sich nicht nur mit den Darstellungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, dem Buchbinden und -druck sowie der Typografie auseinandersetzen – eine wichtige Rolle spielen auch Marketing und Vertrieb.

„Während der Buchmesse geht es in erster Linie nicht darum, zu verkaufen, sondern zu zeigen, was wir Aufwändiges machen“, sagt Dozentin Gertrud Fahr. „Wir zeigen acht Werke – einige sind Anschauungsobjekte, aber wir nehmen auch ein paar Verkaufsexemplare mit.“ Neben Büchern und Zeichnungen werden in Leipzig aber auch Karten und Zeitschriften zu sehen sein. Eileen Schütt hat einen kleinen Katalog erstellt, der für die Standbesucher die Werke vorstellt. „Wir haben uns für ein Lesezeichen-Format entschieden“, sagt die Auszubildende der Mediengestaltung, die derzeit ein Praktikum im Marketing absolviert.

Vor Beginn der Messe, die bis Sonntag in Leipzig stattfindet, ist sie aufgeregt. „Es werden sehr viele Menschen da sein und ich bin gespannt, wie unsere Werke ankommen.“ Tom Schröder ist optimistisch. „Die Besucher mögen Bücher und das Handwerk genauso wie wir“, ist er sicher. Sollte jemand seinen Ratgeber zum Kieshofer Moor bestellen, braucht Schröder etwa fünf Arbeitstage, ein Exemplar zu erstellen. „Anfangs wollte ich das gar nicht verkaufen – in dem Buch steckt in gewisser Weise ein Stück Seele“, erklärt er. Als die Moorbibliothek angefragt und das Buch in den Bestand aufgenommen hat, habe ich mich aber gefreut – es soll ja gelesen werden.“

Katharina Ahlers

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