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Greifswald Mit gepolsterten Stöcken in den Kampf

Die Trendsportart Jugger ist in Greifswald seit mittlerweile sieben Jahren zu Hause

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Jugger ist eine Sportart, die sich weltweit zunehmender Beliebtheit erfreut.

Quelle: Fotos: Werner Franke

Greifswald. Bewaffnet mit Lanzen, Schilden und einer am Stock befestigten Kette rennen zwei Gruppen aufeinander zu. Klingt nach einer mittelalterlichen Schlacht? Nennt sich aber Jugger: Eine exotische Sportart, die aus dem 1989 erschienenen Endzeit-Actionfilm „Die Jugger – Kampf der Besten“ hervorging und ihren Ursprung in Deutschland hat.

 

OZ-Bild

Jugger hat etwas von Fechten, Ringen und Rugby. Es ist ein sehr schneller und strategischer Sport. Fred Schmidt (28)

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Leonie Röntgen ist Vorsitzende des Jugger-Teams der Hochschulsportgemeinschaft Greifswald (HSG), das Philosophiestudenten vor sieben Jahren ins Leben riefen. Die 22-Jährige betont, dass es bei Jugger keinesfalls um Gewalt gehe. „Es ist ein sehr faires Spiel. Zu Beginn gibt man sich die Hand, danach umarmt man sich“, verdeutlicht die junge Frau. Trotzdem mutet der Sport, bei dem zwei Mannschaften mit jeweils fünf Spielern gegeneinander antreten, martialisch an. Die „Waffen“ sind selbst gebastelt und nennen sich „Pompfen“. Diese gepolsterten Stäbe erinnern aber eher an überdimensionierte Wattestäbchen als an Kriegsgerät.

Das Spielprinzip ist simpel: Der Läufer eines Teams muss den Jugg (Ball) zum gegnerischen Mal (Tor) bringen. Die Spieler seines Teams – auch Pompfer genannt – versuchen, ihn zu beschützen und den Läufer des anderen Teams vom eigenen Mal fernzuhalten. Ihr Ziel ist es, die Gegner mit ihren Pompfen zu berühren. Ein getroffener Spieler muss sich hinknien und darf erst nach einigen Sekunden wieder mitspielen.

Beim Zählen orientieren sich die Spieler an einer Trommel, die das gesamte Spiel über im selben Takt geschlagen wird. „Natürlich sind alle dazu angehalten, nicht aufeinander einzuschlagen, sondern sich nur zu berühren. Außerdem sind die Pompfen ja gepolstert. Trotzdem kommt es manchmal zu kleinen Blessuren und blauen Flecken“, erklärt Fred Schmidt, Vizevorsitzender des Teams.

Ein Spiel dauert entweder 100 Trommelschläge oder es wird „Best of five“ gespielt – das sind maximal fünf Durchgänge. Gewinner ist, wer zuerst drei Spiele für sich entscheiden kann.

„Jugger hat etwas von Fechten, Ringen und Rugby. Es ist ein sehr schneller und strategischer Sport“, sagt Fred Schmidt. Und es ist der erste, den er über einen längeren Zeitraum betreibt. Seit zwei Jahren gehört der 28-Jährige zur Truppe. „Jugger bedeutet mir sehr viel. Vor allem wegen des Teamzusammenhaltes. Das Ganze geht nicht so ernst zu wie bei anderen Sportarten. Es ist alles auf einer freundschaftlichen Ebene“, sagt er.

Eine weitere Besonderheit beim Jugger ist, dass Frauen und Männer grundsätzlich zusammen spielen. „Das Geschlecht spielt wirklich keine Rolle “, sagt Leonie Röntgen. Natürlich seien Männer in der Regel etwas schneller und stärker als Frauen, meint Schmidt. Allerdings ginge es auf dem 20 x 40 Meter großen Rasenfeld auch sehr viel um Laufwege und Übersicht.

Jugger ist jedoch keineswegs nur Spaß, sondern auch Wettbewerb. „Es gibt eine Liga mit Play-Offs und Ligafinale. Außerdem finden über das Jahr verteilt viele kleine Turniere statt“, sagt Leonie Röntgen. Auch international erfreut sich der Sport zunehmender Beliebtheit. „Vor allem in Spanien, Costa Rica, Irland, Australien und in den USA wird inzwischen viel Jugger gespielt“, erzählt Fred Schmidt. Auf jugger.org gebe es auch eine Weltrangliste aller Teams. Klare Nummer eins ist zurzeit ein Team aus Berlin. Die Greifswalder Auswahl belegt derzeit den 37. Platz. „Vor ein paar Jahren hatten wir es geschafft, uns in der Spitze zu etablieren. Allerdings haben uns seitdem viele Spieler verlassen. Wir hoffen, dass es für uns bald wieder etwas höhergeht“, sagt Leonie Röntgen.

Jeden Sonntag von 17-19 Uhr trainiert das Team am Sportplatz in der Hainstraße. Für Schüler gibt es ein Freitagstraining von 15-17 Uhr.

Max Hübner

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