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Mitarbeiter der Kreises sind besonders häufig krank

Greifswald Mitarbeiter der Kreises sind besonders häufig krank

2015 gab es 70 Prozent mehr Fehltage als im MV-Durchschnitt

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Wir müssen es durch Reorganisation schaffen, Kollegen zu entlasten.Dietger Wille, Kämmerer

Greifswald. . In der Kreisverwaltung sind deutlich mehr Mitarbeiter krank als im Landesdurchschnitt. Der Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten Krankenkasse gibt für 2015 fünf Prozent in der öffentlichen Verwaltung von MV an. In Vorpommern-Greifswald sind es fast 70 Prozent mehr, nämlich 8,45 Prozent der Angestellten. Das bedeutet, dass im Landratsamt im letzten Jahresdurchschnitt täglich etwa 93 Angestellte fehlten. Inklusive der Jobcenter, der Volkshochschule, der Musikschule und des Museums sind 1179 Kollegen in der Kreisverwaltung beschäftigt.

 

OZ-Bild

Krankenstand 2015 bei DAK-Versicherten

93 Angestellte fehlten im vergangenen Jahr durchschnittlich pro Tag in der Verwaltung von Vorpommern-Greifswald.

10

Prozent der Mitarbeiter des Bauamtes waren bisher im Durchschnitt in diesem Jahr krank. In der Straßenverkehrsbehörde waren es sogar 15 Prozent.

In diesem Jahr dürfte der Krankenstand im Landratsamt noch höher ausfallen. „Wir hatten mit Stichtag 30. September dieses Jahres eine Quote von 9,15 Prozent bei den Angestellten“, informiert Chefkämmerer Dietger Wille (CDU). Das bedeutet, dass etwa 100 Mitarbeiter pro Tag fehlten. Im Vergleich der Ämter gibt es erhebliche Unterschiede. Am gesündesten sind die Kollegen im Gesundheitsamt (3,4 Prozent). Auch beim Ordnungsamt weist die Statistik 2016 bisher weniger als fünf Prozent aus. Dagegen sind es im Bauamt knapp zehn und im Sozialamt über neun Prozent. Extrem schwierig sei die Situation im Straßenverkehrsamt (14,75 Prozent) mit für die Bürger unmittelbar wichtigen Bereichen wie Kfz-Zulassung, Führerschein- und Bußgeldstelle. Greifswald ist nicht betroffen, die Stadt hat ihre eigene Verkehrsbehörde. Bisher habe man den Bürgerservice sichern können, sagt der Chefkämmerer.

Kreis will mehr Prävention

„Die Gründe für Krankschreibungen darf der Arbeitgeber nicht erfahren“, erinnert Wille. Aber er geht davon, dass die große Belastung der Mitarbeiter eine wesentliche Rolle spielt. Aus anderen Erhebungen wisse man, dass bei Langzeitkranken neben den Erkrankungen des Bewegungsapparates psychische Störungen eine besonders große Rolle spielen. Diese Probleme würden bei den anwesenden Kollegen durch den Ausfall anderer Mitarbeiter verschärft. Dazu komme das hohe Durchschnittsalter der Kollegen. Bis 2025 geht jeder Fünfte in den Ruhestand. Ein weiterer Abbau von Stellen ist nicht geplant.

Die Sparberater des hoch verschuldeten Kreises bescheinigten Vorpommern-Greifswald, dass es in den wesentlichen Ämtern keinen Personalüberhang gebe (die OZ berichtete).

„Wir müssen Abläufe innerhalb der Verwaltung straffen und es durch eine Reorganisation schaffen, dass die Kollegen entlastet werden“, sagt Wille. Bisher sei das offensichtlich noch nicht gelungen.

Der Kreis setze langfristig auch auf ein besseres Gesundheitsmanagement. „Wir bereiten das konzeptionell vor“, sagt Wille. „Vorbeugende Sportangebote gehören dazu.“

Auch in Greifswald viel Ausfall

Ferner setzt der Kreis künftig auf ein Vertretungsteam aus zwölf Kollegen. Es soll über die etwa eine Million Euro finanziert werden, die der Kreis einspart, weil nach sechs Wochen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wegfällt.

In Greifswald sieht es nicht viel besser aus. Bei den 531 tariflich beschäftigten Kollegen inklusive Bauhof, Friedhof, Reinigung und Hausmeister lag der Krankenstand 2015 bei etwa 6,3 Prozent, das sind etwa 33 Mitarbeiter täglich, die fehlen. Bis zum 30. September 2016 waren es sogar über acht Prozent. Die 69 Beamten sind gesünder. Hier sank der Krankenstand von über sechs auf unter fünf Prozent. „Zurzeit gibt es keine Probleme bei der Bearbeitung und der Absicherung der Öffnungszeiten für Bürger“, betont Sprecherin Andrea Reimann.

Eckhard Oberdörfer

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