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Monique Wölk will Landrätin werden

Anklam Monique Wölk will Landrätin werden

SPD-Kandidatin auf Mitgliederversammlung nominiert / Greifswalderin setzt auf neue Wege

Anklam. Die Sozialdemokraten des Landkreises Vorpommern-Greifswald haben entschieden: Als Kandidatin zur Landratswahl geht für sie Monique Wölk aus Greifswald ins Rennen.

 

OZ-Bild

„Ich will die Kreisumlage senken und so den Kommunen helfen.Monique Wölk (SPD), Landratskandidatin

Auf ihrer Mitgliederversammlung am Sonnabend in Anklam entschieden sich 48 der 53 Abgeordneten für die promovierte Soziologin. Neben ihr treten am 27. Mai drei weitere Kandidaten zur Landratswahl an: Michael Sack (CDU), Dirk Scheer (parteilos) und Axel Gerold (AfD).

Wölk war mit ihrer Willensbekundung zur Kandidatur im Dezember überraschend vorgeprescht: In einem Telefonat hatte sie zunächst den Parteivorsitzenden Bernd Nabert über ihre Ambitionen auf den Chefsessel in der Kreisverwaltung informiert und diese noch am gleichen Tag öffentlich gemacht. Damit war ein angedachtes linkes Bündnis zwischen SPD, Linken und Grünen hinfällig. Die vereinbarten gemeinsamen Gespräche fanden laut Nabert nicht mehr statt. Wölk bedauert das und möchte auf Kreisebene gerne weiter intensiv mit Linken und Grünen zusammenarbeiten.

Im Falle ihrer Wahl zur Landrätin hat Monique Wölk angekündigt, in allen Bereichen neue Wege gehen zu wollen. Mit ihr werde der Landkreis die Städte und Gemeinden finanziell stärken und personell unterstützen, versprach sie ihren Genossen. Zuallererst wolle sie deshalb die Kreisumlage senken und Neuverhandlungen mit dem Land über mehr finanziellen Spielraum für den Landkreis starten. „Derzeit wird öffentliche Infrastruktur abgebaut. Aber das Sparen auf Kosten der Menschen im Kreis muss ein Ende haben“, betonte sie. Sie möchte Bürgerbüros einrichten, damit Verwaltungsdienstleistungen direkt vor Ort angeboten werden können. Ihr Ziel sei es, dass kein Bürger länger als 20 Minuten Fahrtzeit benötigt, um zum Bürgerbüro zu gelangen.

Umstrukturiert werden müsse nach ihrer Ansicht die Verwaltung, Fachbereiche sollten an jeweils einem Standort konzentriert werden. Gerade im Baubereich und im sozialen Bereich, wo ein hoher Krankenstand zu verzeichnen sei, müsse schnell gehandelt werden. Im Wahlprogramm hat sie zudem verankert, dass mehr in den öffentlichen Nahverkehr investiert, das Netz der Bus- und Bahnverbindungen zwischen Stadt und Land größer, Pendlerknotenpunkte besser angebunden und die Schienensüdanbindung der Insel Usedom über Karnin vorangebracht werden. Bildung will sie zur Chefsache machen. „Ich werde eine landesweite Initiative zum Erhalt der kleinen Schulen auf dem Lande starten und Bildung in die direkte Zuständigkeit der Landrätin nehmen“, verkündete sie.

Zum Kreiskrankenhaus Wolgast von den Vertretern der SPD-Ortsverbände befragt, erklärte sie, dass es für sie erst mal keinen Unterschied mache, ob der Kreis oder die Unimedizin Eigentümer sei.

„Wichtig ist doch, wohin sich das Krankenhaus entwickelt. Es muss ein Aufsichtsrat installiert werden.“ Rückendeckung erhielt sie von Hinrich Kuessner. „Wenn der Kreis das Krankenhaus zurückkauft, fehlt Geld für viele andere Projekte.“ Er ermunterte Monique Wölk, sich den Landkreis Ludwigslust-Parchim als Vorbild zu nehmen, der habe das beste Konzept.

Die SPD-Landratskandidatin sagte, dass ihr bewusst sei, dass sich viele ihrer Ziele nicht von heute auf morgen umsetzen lassen. Zudem sei die Mitarbeit der Bürger und der Rückhalt in der Verwaltung vonnöten. Um im Wahlkampf gut gerüstet zu sein, sollen sie nun kompetente Genossen in Arbeitsgruppen unterstützen. In den kommenden Wochen will sich Wölk auf öffentlichen Foren vorstellen.

Zur Person

Monique Wölk ist 41 Jahre alt und verheiratet. Sie hat ein abgeschlossenes Magisterstudium der Soziologie, Psychologie und Wirtschaftsgeographie.

2005 kam sie mit ihrem Mann, der an der Universität arbeitet, nach Greifswald, blieb beruflich aber Pendlerin: Von 2003 bis 2008 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement der Universität Kassel. Danach war sie bis 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg, der Universität der Bundeswehr Hamburg.

2012 begann sie ihre Tätigkeit an der Universität Greifswald, wo sie bis 2015 blieb. Seit 2016 ist Monique Wölk Koordinatorin der Partnerschaft für Demokratie in Neustrelitz.

Cornelia Meerkatz

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