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Greifswald Montessori-Kita will Kinder und Senioren zusammenbringen
Vorpommern Greifswald Montessori-Kita will Kinder und Senioren zusammenbringen
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00:05 24.02.2017
Feuer und Flamme für Länder und Flaggen : Max, Bruno, Hannes und Felias in der Kita Sonnenschein in der Makarenkostraße. Quelle: Foto: Peter Binder

Noch stehen die Räume so gut wie leer, riecht es nach Farbe im Anbau der Kita Sonnenschein in der Makarenkostraße. Doch läuft alles nach Plan, kommen im März die Möbel, „und dann wollen wir langsam starten“, sagt Kita-Leiterin Beate Lange. Die Vision: Ein Mehrgenerationenhaus soll hier entstehen, ein Treffpunkt für Senioren und Kitakinder, beseelt vom Geist der Montessori-Pädagogik.

Mehrgenerationenhaus in Schönwalde II entsteht / Zuschuss von Stadt erbeten

Erst seit Ende Dezember weiß Anja Bernhardt, Geschäftsführerin des Trägers Aktion Sonnenschein: Der Bund ist bereit, dieses Vorhaben im Programm „Mehr Generationenhäuser“ mit je 30 000 Euro 2017 und 18 zu fördern. Vorausgesetzt, die Stadt gibt jeweils 10 000 Euro dazu. Diese Chance besteht: Im Finanzausschuss ist vor Kurzem die Entscheidung gefallen, diesen Posten noch eilig in den Haushalt einzufügen. Am Montag soll er voraussichtlich Teil der Haushaltsberatungen in der Bürgerschaft sein.

„Wir hoffen sehr, dass wir die Zustimmung kriegen, auch, um gute, ästhetische Möbel kaufen zu können“, sagt Beate Lange. Der Anbau selbst steht schon seit 2015. Denn ursprünglich hatte die Aktion Sonnenschein geplant, hier eine Tagespflege einzurichten, mit Eins-zu-eins-Betreuung für Kinder, die trotz des integrativen Konzepts in den beiden Sonnenschein-Kitas bisher nicht gut genug gefördert werden können. „Die Finanzierung über die Krankenkassen hängt aber“, sagt Anja Bernhardt, „und das wird sich auch so schnell nicht ändern.“ Darum stünden die Räume nun frei – und für eine neue Nutzung bereit.

In der Kita des Hauses, ein Stockwerk obendrüber, stößt man an einem ganz normalen Nachmitag auf ruhige Konzentriertheit: Zwei Kitakinder sind dabei, Babypuppen zu wickeln, zwei andere haben sich mit Büchern in ein Zelt zurückgezogen, dritte beschäftigen sich mit Länderflaggen und Kontinenten. Lernen und Spielen nach dem Montessori-Prinzip: „Die Kinder entscheiden selbst, je nach Interesse, was sie gerade tun wollen“, erklärt Leiterin Beate Lange.

Der geplante Offene Treff im Erdgeschoss soll dieses Konzept um eine Möglichkeit ergänzen: „Die Kinder können sich oben abmelden, wenn sie Lust haben, und im Erdgeschoss mit Senioren aus dem Viertel etwas unternehmen“, sagt Beate Lange. In verschiedenen Räumen sollen Montessori-Materialien etwa zum kreativen Arbeiten oder zur Beschäftigung mit Geschichte bereitstehen, außerdem eine winzige Küche, in der kleine Gruppen das Mittagessen für alle kochen können. Das Montessori-Konzept sei für Senioren genauso geeignet wie für Kinder, sagt Beate Lange. „Während die Kinder neues lernen, können die Älteren Fähigkeiten wieder aktivieren, die sie mal hatten.“ Viele Ältere aus dem Viertel hätten schon signalisiert: Uns interessiert das.

Alexander Krüger, Fraktionschef der Grünen, findet die Idee überzeugend. „Ein Angebot für Jung und Alt in diesem Viertel können wir nur unterstützen“, sagt er. Auch SPD und Linke hätten im Finanzausschuss dafür votiert. Entscheidet die Bürgerschaft trotzdem anders, verfallen auch die Bundesmittel. „Dann müssen wir neu überlegen“, sagt Anja Bernhardt.

Zahlen und Fakten zum Thema

96 Kinder besuchen derzeit die integrative Kita der Aktion Sonnenschein in der Makarenkostraße 8, weitere 73 die ebenfalls integrative Kita im Helsinkiring. Jeweils zwei Erzieher sind für 15 Kinder zuständig, darunter für vier Kinder mit besonderem Förderbedarf oder Behinderung.

160 Quadratmeter hat der Anbau, der künftig als Offener Treff von den Kindern der Kita und von Senioren aus dem Viertel genutzt werden soll.

10 Prozent der Bevölkerung im Viertel Schönwalde II sind unter 15 Jahre alt, 70 Prozent über 60 Jahre. So steht es im Seniorenförderkonzept der Stadt.

1991 hatte sich der Verein Aktion Sonnenschein in Greifswald gegründet, um Kinder mit und ohne Behinderung oder besonderem Förderbedarf zu begleiten und zu fördern. Als freier Träger betreibt der Verein inzwischen zwei integrative Kitas und ein Sozialpädiatrisches Zentrum. Er arbeitet nach eigenen Aussagen eng mit Eltern, Pädagogen, Medizinern, Therapeuten und Psychologen zusammen.

Sybille Marx

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