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Montessorischule könnte Problem der Stadt lösen

Greifswald Montessorischule könnte Problem der Stadt lösen

Die Idee: Zwei Jahre nutzen kommunale Grundschüler geplanten Neubau

Greifswald. Ab 2018 wird es eng in den Greifswalder Grundschulen, die Stadtpolitiker ringen um eine schnelle Lösung. Jetzt bringt Erik von Malottki (SPD), Chef des Bildungsausschusses, einen neuen Vorschlag ins Gespräch: Die Montessori-Schule könnte vorübergehend ihren geplanten Neubau für kommunale Schüler zur Verfügung stellen.

OZ-Bild

Die Idee: Zwei Jahre nutzen kommunale Grundschüler geplanten Neubau

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Die Geburtenzahlen in Greifswald sind gestiegen, Prognosen zufolge haben die staatlichen Schulen schon ab dem nächsten Jahr nicht mehr genug Platz, um alle Kinder in den vorhandenen Räumen zu unterrichten (die OZ berichtete). „Das Chaos im nächsten Jahr wird nur verhindert, weil das Institut für Leben und Lernen an der Weinertschule einen Hort baut und dadurch zusätzliche Unterrichtsräume genutzt werden können“, sagt Erik von Malottki. Aber das sei keine Dauerlösung.

Insgesamt 300 Schüler mehr als derzeit müssen bis 2022 untergebracht werden. Diese Prognose des Integrierten Stadtentwicklungsprojektes Greifswald 2030+ ist sehr genau, da die Kinder bereits geboren wurden. Ab 2022 wird gegenwärtig wieder ein Absinken der Schülerzahlen prognostiziert. Schon ab 2019 müssten aber neue Kapazitäten für Grundschüler zur Verfügung stehen. Bisher war dafür keine Lösung in Sicht.

Zwar hat die Bürgerschaft den Bau einer neuen Grundschule mit Hort und Turnhalle im Bereich der Fettenvorstadt/Stadtrandsiedlung beschlossen, für 12 Millionen Euro. Aber diese Schule würde erst 2022 zur Verfügung stehen, sagt Bausenator Winfried Kremer. Denn ein Bebauungsplan ist nötig, der genaue Standort muss noch festgelegt werden. Europaweite Ausschreibungen sind erforderlich – öffentliches Bauen brauche Zeit.

Von Malottki schlägt nun vor, das Problem für die Jahre bis 2021 nach dem Vorbild der Kollwitzschule in der Loefflerstraße zu lösen. Deren Grundschüler wurden während der zweijährigen Sanierung ihres Gebäudes in einem Neubau der Montessorischule im Ostseeviertel unterrichtet. Die Stadt zahlte dem Träger dieser freien Schule Miete und richtete einen kostenlosen Busverkehr ein. Das war möglich, weil die „Monte“ nicht alle neuen Räume sofort benötigte.

Derzeit plant der Träger der Montessorischule, die Aktion Sonnenschein, den nächsten Neubau: für die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe. Die Bauvoranfrage ist eingereicht, bestätigt Schulleiter Nils Kleemann. Zum Schuljahr 2019/20 sollen die neuen Klassenräume für die erste neunte Klasse der Monte zur Verfügung stehen.

„Wenn die Stadt es wünscht, können wir über eine Unterbringung von Grundschülern für zwei Jahre reden“, sagt Nils Kleemann, Leiter der Montessorischule. Es gebe bereits erste Kontakte mit dem Schulverwaltungsamt. Ob so ein Modell tatsächlich funktioniere, müsse die Prüfung zeigen. Eine neue kommunale Grundschule ab 2022 reicht indes nicht, da die Monte-Räume nur bis 2021 zur Verfügung stehen. Malottki fordert deshalb: „Die städtische Grundschule muss 2021 fertig sein.“

Modulbau ist vom Tisch

Die Idee , eine neue Grundschule mit Hort und Sporthalle in Modulbauweise zu errichten, ist vom Tisch. Damit sollte die Zeit bis zur Einweihung verkürzt werden. Bausenator Winfried Kremer nennt mehrere Gründe. Es würde kein Geld gespart. Die Abschreibungszeit für Modulbauten beträgt 40 Jahre, bei konventionellen sind es 80 Jahre. Auch könne eine Sporthalle nicht aus Modulen gefertigt, was das Bauen deutlich komplizierter mache. Einheimische Firmen würden kaum profitieren.

CDU stellt Schulbau in Frage

In den nächsten Jahren will Greifswald soviel bauen wie noch nie seit der Wende: Auf fast 90 Millionen Euro könnte die Summe der Investitionskredite bis 2020 steigen.

Fraglich, ob die Stadt das stemmen kann. Die CDU schlug darum im Finanzausschuss vor, den Grundschulbau zu verschieben, um den Haushalt zu entlasten. Man solle prüfen, ob nicht durch den Neubau der Montessorischule und einen Anbau an die Friedrichschule entstehende Raumkapazitäten genutzt werden könnten, schlägt Bürgerschaftsmitglied Jürgen Liedtke (CDU) vor.

„Investitionen in Schulen sind die besten Investitionen, die eine Gesellschaft machen kann“, hält Erik von Malottki (SPD) dagegen. Wenn es tatsächlich Finanzierungsprobleme gebe, dann solle man auf das neue Life Science und Plasmatechnikum verzichten, aber nicht auf die neue Schule, findet er.

Alle Großprojekte, auch der Grundschulbau, seien mit großer Mehrheit und auch den CDU-Stimmen beschlossen worden, sagt Alexander Krüger, Vorsitzender der Fraktion Grüne/17.4. Eine Reduzierung der Kosten für die neue Grundschule beispielsweise durch den Verzicht auf eine Turnhalle zugunsten eines Sportraumes lehnt von Malottki ab. „Es gibt Riesenbedarfe für Hallenzeiten in der Stadt“, erinnert er. Von Malottki setzt darum auf Einwerbung von Fördermitteln, beispielsweise aus dem aus Haushaltsüberschüssen des Landes gebildeten Strategiefonds. Mögliche Fördermittel des Landes und des Bundes aus einem neuen Sonderprogramm für die Sanierung von Schulen habe er im Blick, sagt Bausenator Winfried Kremer. „Es ist aber noch nicht klar, ob das Bundesprogramm auch bei dringenden Neubauerfordernissen greift.“ eob

Eckhard Oberdörfer

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