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Müllabfuhr im Kreis wird neu geregelt: Gebühren sollen steigen

Greifswald Müllabfuhr im Kreis wird neu geregelt: Gebühren sollen steigen

Ab Januar 2017 übernimmt ein kreiseigenes Unternehmen die Entsorgung im Altkreis Ostvorpommern / Viele Mitarbeiter des bisherigen Entsorgers übernommen

Greifswald. Die Müllgebühren im Landkreis Vorpommern-Greifswald sollen ab 2017 steigen. Damit rechnet Vizelandrat Jörg Hasselmann (CDU). „Die letzte Gebührenanpassung hat es 2007 gegeben“, sagt Hasselmann. Vor allem gehe es darum, die Gebühren zu vereinheitlichen. Das jedoch wird eine knifflige Angelegenheit. Denn bislang gibt es vier verschiedene Gebührensatzungen:

 

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Die Müllentsorgung wird teurer.

Quelle: kat
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Die letzte Anpassung der Müllgebühren hat es 2007 gegeben. Da ist eindeutig Handlungsbedarf.“Jörg Hasselmann (CDU), Vizelandrat

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Die letzte Anpassung der Müllgebühren hat es 2007 gegeben. Da ist eindeutig Handlungsbedarf.“Jörg Hasselmann (CDU), Vizelandrat

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eine für die Hansestadt Greifswald, eine für den Altkreis Ostvorpommern, eine für die Ämter Tutow-Jarmen sowie Peenetal-Loitz und eine für den Altkreis Uecker-Randow.

Am teuersten sind die Gebühren bislang in Greifswald. Dort kostet die 14-tägige Abfuhr einer 120-Liter-Mülltonne 253,24 Euro. Zum Vergleich: Im Altkreis Ostvorpommern sind es 183,60 Euro, im Altkreis Uecker-Randow 168 Euro und am billigsten ist es mit 118,04 Euro in den Ämtern Jarmen-Tutow und Peenetal-Loitz. Greifswald ist deshalb so besonders teuer, weil dort Extrawünsche erfüllt werden: die Einwohner müssen ihre Mülltonnen nicht bis zur Straße schieben, sondern die Mitarbeiter der Müllentsorgung holen die Tonnen bis 15 Meter direkt vom Gehöft ab. Außerdem wird in der Hansestadt zweimal jährlich der Grünschnitt mit entsorgt. Im Rest des Landkreises müssen die Bürger diesen selbst zu den Wertstoffhöfen bringen. „Ich strebe moderate Erhöhungen an“, so Hasselmann, unter dessen Regie die neue Gebührensatzung bis Juli entsteht. Danach wird sie in den Ausschüssen des Kreistages diskutiert und letztlich beschlossen.

Als erster Schritt übernimmt ein kommunales Unternehmen ab Januar 2017 die Müllentsorgung im Kreis. Die Entsorgungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (EGVG) wird dann für den Bereich des Altkreises Ostvorpommern, die Ämter Peenetal-Loitz und Tutow-Jarmen sowie die Hansestadt Greifswald zuständig sein, erläutert Vizelandrat Hasselmann. So hat es der Kreistag im Sommer 2015 beschlossen. Möglich wurde die Neuregelung, weil im Bereich Ostvorpommern die Verträge mit dem bisherigen Dienstleister Alba zum Jahresende auslaufen. Im Bereich Uecker-Randow entsorgt in den nächsten fünf Jahren noch das Unternehmen Remondis.

Die Entsorgungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald wurde mit der Kreisgebietsreform 2011 gegründet und ist eine Tochtergesellschaft der Ver- und Entsorgungsgesellschaft des Landkreises Vorpommern-Greifswald (VEVG, ehemals VEO). Die Greifswald Entsorgung GmbH (GEG), die bislang in der Hansestadt für die Haus- und Sperrmüllabfuhr zuständig ist, wird ebenfalls Tochterunternehmen der VEVG.

Der neue kommunale Entsorger hat ein riesiges Gebiet zu bedienen: Er ist für 2300 Quadratkilometer Fläche und 195000 Einwohner zuständig. Zum Vergleich: Die GEG ist bei der Entsorgung bislang für eine Fläche von 392 Quadratkilometern und 69000 Einwohner verantwortlich. „Wir wollen alles so organisieren, dass der Bürger möglichst nichts von der Änderung bemerkt“, betont Uwe-Andersen Hoth, Geschäftsführer der EGVG. Querelen wie bei der Neuregelung der Entsorgung im Nachbarkreis Vorpommern-Rügen sollen ausbleiben. Dort war die Vereinheitlichung des Entsorgungssystems mit einem kompletten Tonnentausch und einer massiven Gebührenerhöhung verbunden, gegen die sich vielfach Widerstand regt. „Genau das wollen wir nicht“, sagt Hasselmann. Aus diesem Grund werde in unserem Landkreis genau wie im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte eben keine Biotonne und auch kein Identsystem, mit dem der Inhalt der Tonne kilogenau gewogen wird, eingeführt (Vorpommern-Rügen tut das).

Auch die Mülltonnen selbst werden im Gegensatz zum Nachbarkreis nicht getauscht. „Die EGVG übernimmt die sich in den Haushalten in Gebrauch befindlichen Tonnen zu einem Preis, der sehr viel günstiger ist als bei einem Neukauf von Tonnen. Vorteilhaft für die Bürger wirke sich laut Hasselmann auch aus, dass der Müll selbst wie bisher auf die dem Landkreis mit gehörende Deponie Rosenow gebracht wird, wo die Annahmepreise nicht erhöht werden.

Und die Mitarbeiter der GEG, die bisher in der Müllentsorgung gearbeitet haben? Die GEG wird Kompetenzen an die EGVG abtreten und dann nur noch gewerblich tätig sein in den Bereichen gelber Sack, Containerdienst, Fäkalienabfuhr, Glasentsorgung sowie Straßenreinigung für Baufahrzeuge. Nach Hoths Aussage wechseln von den derzeit 66 Beschäftigten 32 in die EGVG, die anderen arbeiten dann im gewerblichen Bereich. Benötigt werden für die riesige, zu betreuende Fläche aber 74 Mitarbeiter. „Bei uns haben sich bereits sehr viele Müllfahrer beworben, die jetzt noch bei Alba tätig sind. Viele haben jahrelange Erfahrung in dem Geschäft, darauf wollen und können wir nicht verzichten. Deshalb werden wir zahlreiche Kollegen einstellen“, so Hoth. Die Mitarbeiter von Alba erhalten dort jetzt branchenüblichen Mindestlohn, nach dem Wechsel zur EGVG dann erstmals Tariflohn.

Um die Aufgaben in dem riesigen Gebiet zu bewältigen, braucht die Entsorgungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald 25 Müllfahrzeuge. Wenigstens 13 Entsorgungsfahrzeuge müssen zusätzlich angeschafft werden. Die Kosten dafür liegen im siebenstelligen Bereich. Vizelandrat Hasselmann erklärt, dass diese Investition auch notwendig gewesen wäre, wenn Alba weiter entsorgen würde. „Ab 2017 sind nur noch Fahrzeuge zugelassen, die der EU-Norm entsprechen.“

Aus logistischen Gründen wird außerdem laut Hasselmann auf Usedom in Neppermin ein zusätzlicher Stützpunkt geschaffen. „Die Müllfahrzeuge, die in diesem Bereich entsorgen, haben so viel kürzere Wege.

Das dämmt die Gebühren“, erläutert er.

Cornelia Meerkatz

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