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Müllsammler finden Sexpuppe am Ryck

Greifswald Müllsammler finden Sexpuppe am Ryck

Freiwillige von Greenpeace und Nabu sammelten am Wochenende rund 750 Kilogramm Abfall

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Diese Sexpuppe gehört zu den kuriosesten Funden der Müllsammelaktion am Ryck. Fotos (2): Laura Weigele

Greifswald. So einen Fund machen selbst die eifrigsten Müllsammler nicht alle Tage: Gestern fanden Nabu-Mitglieder bei ihrer Säuberungsaktion am Ryck tatsächlich eine Sexpuppe! Das Exemplar sah zwar schon ziemlich ramponiert aus und es gab auch keine Spur, wer der Dame wohl überdrüssig geworden war, aber allein der Fund sorgte für jede Menge Gelächter unter den Müllsammlern.

OZ-Bild

Freiwillige von Greenpeace und Nabu sammelten am Wochenende rund 750 Kilogramm Abfall

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Zersetzt, aber noch da

450 Jahre dauert es, bis eine Plastikflasche oder eine Wegwerfwindel im Meer abgebaut sind.

600 Jahre braucht eine Angelschnur, bis sie vom Meer abgetragen ist. Das Plastik ist in allen Fällen dann mikroskopisch klein, aber noch da.

30 Freiwillige hatten sich unter dem Motto „Welle machen“ am Wochenende für eine saubere Hansestadt engagiert. Greenpeace hatte die Aktion ins Leben gerufen, an der sich rund 62 Städte beteiligten.

So wurde unter anderem in Köln am Rhein und in Hamburg an der Alster gesammelt. In Greifswald wurde die Veranstaltung in Kooperation mit dem Naturschutzbund (Nabu) durchgeführt. „Wir sammeln häufiger Müll in der Hansestadt, meist einmal im Monat. Aber es ist das erste Mal, dass wir das zusammen mit Greenpeace an einem Wochenende machen“, erklärte Liesbeth Franke von Nabu.

Am Sonnabend trafen sich die rund 30 Müllsammler um 11 Uhr in Wieck und lasen den Abfall entlang des Treidelpfades auf. „Die Zahl der Helfer ist bei unseren monatlichen Sammelaktionen geringer, mehr als 20 sind es nie. Viele Passanten finden unsere Aktion zwar gut, aber es könnten mehr Personen mitmachen“, sagte Franke. Am zurückliegenden Wochenende jedenfalls reichten Müllzangen und Handschuhe nicht für alle Helfer, dafür gab es aber ausreichend Mülltüten. Die Freiwilligen waren größtenteils Studenten, zwischen 20 und 30 Jahre alt. „Ich mache mit, um ein Zeichen zu setzen, weil man die Natur nicht so vermüllen darf“, erzählte Lea Becker, die ein freiwilliges ökologisches Jahr beim Nabu macht. In rund vier Stunden kamen rund 400 Kilo Müll zusammen! Besonders kuriose Funde waren Fahrradrahmen, Skier mit Skistiefeln und Müllsäcke mit Kleidung. Die Ergebnisse präsentierten die Organisationen am Ende der Knopfstraße mit Blick auf den Ryck. „Ich bin überrascht, wie viel Abfall zusammengekommen ist. Vor allem die vielen Flaschen, das ist schlimm“, so Franke. Sie dürften vielfach Hinterlassenschaften aus dem Sommer sein, wenn am Ufer des Ryck vor allem junge Leute ausgelassen feiern.

Auch am gestrigen Sonntag sammelten Freiwillige von Greenpeace und Nabu wieder am Ryck und in den Credneranlagen am Tierpark. Am Ryck fanden die Helfer neben der Sexpuppe einen Bürostuhl, Fahrräder, eine Grillschale und erneut unzählige Flaschen. Insgesamt kamen an beiden Tagen rund 750 Kilogramm Abfall zusammen, der nun in Kooperation mit den Stadtwerken fachgerecht entsorgt wird. „Es ist schrecklich, dass die Menschen den Müll einfach liegen lassen, anstatt ihn fachgerecht zu entsorgen“, sagte Franke und fordert mehr Mülleimer an Wegen und in Parks.

Greenpeace und Nabu machten auch durch Informationsstände auf die Plastikflut aufmerksam. Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr vom Land aus ins Meer, auch über Flüsse. Das Problem: Plastik verrottet nie, es wird nur in den Meeren von Sand und Steinen zerrieben. Fische und Meeressäuger schlucken die Teilchen, die zum Teil giftig sind. „Deutschland ist Teil des Problems“, so Tewannakit Mermagen von Greenpeace. „Die Deutschen verbrauchen mit Abstand das meiste Plastik in der EU.“ Laut offiziellen Angaben werden 57 Prozent des deutschen Plastikmülls verbrannt, 42 Prozent recycelt und nur ein Prozent deponiert.

Von Laura Weigele

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