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Museumshafen: Ausbau wird teurer

Greifswald Museumshafen: Ausbau wird teurer

480 000 Euro muss die Stadt zusätzlich aufbringen. Der geplante Steg liegt wohl erstmal auf Eis. Baustart in diesem Monat.

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Der Platz am Fangenturm ist keine Schönheit. Er soll künftig hübsch gemacht werden.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. Die Fördermittel sind da. Allerdings reichen sie nicht: Der Ausbau und die Aufwertung des Museumshafen sind kostspieliger als gedacht. In der Finanzierung klafft ein Loch von einer knappen halben Million Euro. Das bestätigte gestern Bausenator Jörg Hochheim (CDU) gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG.

Grund: Der Fördermittelantrag wurde bereits 2008 gestellt, der Bescheid kam erst im Mai dieses Jahres. Die Kosten für die ausgeschriebenen Leistungen übersteigen allerdings die Summen, die in der Kalkulation vor fünf Jahren angenommen waren.

Eigentlich sollten drei Bereiche des Greifswalder Schmuckstücks hergerichtet werden. Zum einen will die Stadt die Nordseite zwischen der Steinbecker- und der Fußgängerbrücke verschönern. „Hier planen wir eine neue Uferbefestigung mit Spundwänden und eine neue Oberflächenbefestigung“, sagt Fred Wixforth, Chef des Tiefbau- und Grünflächenamtes. Aus den geschätzten 1,58 Millionen sind nach der Ausschreibung rund 1,81 Millionen Euro geworden.

Zum anderen soll der Platz vor dem Fangenturm ansehnlicher werden. Auch hier ist unter anderem eine Uferbefestigung vorgesehen. Mehrkosten: 250 000 Euro. Und drittens sollte zwischen Marienstraße und An den Wurthen ein 300 Meter langer Steg mit Liegeplätzen gebaut werden. Zwar hat Greifswald noch freie Bootsplätze, aber in diesem Fall verhalte es sich wie mit Abstellmöglichkeiten für Pkw: „Man darf hier nicht auf Kante zuschneidern“, sagt Wixforth.

Die Leistungen für die Steg-Anlage, geplant wurde mit rund 450 000 Euro, sind noch nicht ausgeschrieben — und werden es auch vorerst nicht. Denn die Stadt will sich nun erstmal um die fehlenden 480 000 Euro für die beiden anderen Maßnahmen bemühen.

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: „Wir könnten beim Fördermittelgeber mehr Geld beantragen“, sagt Wixforth. „Oder wir suchen nach anderen Deckungsquellen im Haushalt.“ Wixforth hat auch schon welche gefunden: Gelder, die für den Umzug der Verwaltung ins neue Stadthaus und für die Sanierung der Wiecker Brücke zurückgelegt wurden, könnten umgeschichtet werden. Und dank guter Wirtschaftslage gibt es höhere Schlüsselzuweisungen vom Land.

Die dritte Lösung wäre, die Baumaßnahmen nicht in Angriff und die Fördermittel nicht in Anspruch zu nehmen. Laut Hochheim wäre das die schlechteste aller Varianten. Welche nun gewählt wird, entscheidet die Bürgerschaft am Montag. Sollten sich die Politiker für den Ausbau entscheiden, wird noch im September begonnen. Ursprünglich sollte es schon im Sommer losgehen.

Als Partner für das Projekt wurde die polnische Gemeinde Police gewonnen, die ein ähnliches Projekt zur Förderung des maritimen Tourismus in ihrer Stadt plant. Die Fördermittel kommen von der Europäischen Union. Kai Lachmann

 

OZ

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