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Greifswald Nabelschnüre und Karotten: Torten-Parade in Greifswald
Vorpommern Greifswald Nabelschnüre und Karotten: Torten-Parade in Greifswald
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00:00 09.10.2017
Greifswald

Nabelschnüre und Adern: Auch das kann eine Torte sein. Mutterkuchen nannte Suse Raabe ihr Backwerk. Dargeboten bei der gestrigen 9. Internationalen Tortenakademie in Greifswald.

„Es ist mir nicht wichtig, zu gewinnen“, meinte Raabe in Anspielung an ihren gruselig-schönen Beitrag. Kreativ und witzig habe sie sein wollen. Dafür hatte sie am Sonnabend mehrere Stunden in der Küche zugebracht. Ihr elfjähriger Sohn Jirka stand seiner Mutter in nichts nach. Der Junge hatte sich „viele Gedanken um die Gestaltung“ seiner Torte gemacht: „Sie sollte zum Motto ,International’

passen“.

Vier Jahre lang hatte Jirka mit seiner Familie in Italien gelebt, deshalb spielt das Land eine große Rolle in seinem Leben. Das wollte er mit seiner Torte zeigen. Aus einem Atlas pauste der Junge die Karte Italiens ab. Anschließend backte er eine Grundplatte, auf die er eine Ananascreme strich, um ein besonderes Aroma herzustellen. Diese Creme bestückte Jirka schließlich mit grünen, weißen und roten Gummibärchen – „den Farben der italienischen Flagge“. Anschließend goss er blaue Tortengelatine darauf. „Das soll das Meer um Italien darstellen.“ Während die Tortengelatine hart wurde, schnitt Jirka die aus dem Atlas abgepauste Karte Italiens aus und legte sie auf den bereits gebackenen Kuchenteig. Dann brachte er diesen in Form und versah ihn mit Zuckerguss: Schlussendlich platzierte er noch bekannte Sehenswürdigkeiten, wie den schiefe Turm von Pisa und das Kolosseum, auf der Torte.

Auch Lucas Treise beteiligte sich gestern an der Tortenakademie: Der 36-Jährige nutzte dazu Karotten, Datteln und Haferflocken. Er isst nämlich nicht nur vegan, sondern sogar rohvegan. Das bedeutet, dass er gemeinhin Kuchen backt, ohne tatsächlich zu backen. Alle Zutaten werden in rohem Zustand verarbeitet. So auch seine Torte für den Wettbewerb: „Dafür habe ich 300 Gramm Cashewkerne zwei Stunden lang eingeweicht“, erläuterte er. Diese Masse sei mit Kokosnussöl, Datteln und Zitronensaft vermengt worden. Für seinen Beitrag zur Tortenakademie war Lucas Treise ein wenig ins Schwitzen geraten: Mitten in der Fertigung ging ihm die Zitrone aus. Zum Glück hat der Ernährungsbewusste sehr nette Nachbarn, die ihm halfen. Die vermengte Masse verteilte er schlussendlich auf dem Boden.

Jetzt musste er nur noch zahlreiche Walnüsse knacken und auf dem Topping dekorativ verteilen. „Fertig!“ Zum Abgabeort hatte es der Hobbybäcker glücklicherweise nicht weit: Treise wohnt gleich neben der Alten Bäckerei in der Feldstraße. Dort warteten gestern Nachmittag viele Teilnehmer, darunter Kinder, auf das Urteil der Jury.

Eine Stunde lang tagten die unabhängigen Juroren und die Kinderjury, bevor auch das zahlreich erschienene Publikum abstimmen durfte. Anschließend wurden von über 20 eingereichten Torten die besten der Kategorien „Besonderes Konzept“, „Aufwendig und kreativ“, „Handwerklich anspruchvoll“ sowie die Gewinner des Kinder-Wettbewerbs gekürt. Die Jury betonte die Schwierigkeit der Entscheidung und erklärte am Ende: „alle Teilnehmer zu Siegern“. Die ließen sich die süßen Köstlichkeiten gutgelaunt munden.

Sandrina Gaebel

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