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Greifswald Nach Kritik: Senat plant Forum zu Ernst Moritz Arndt
Vorpommern Greifswald Nach Kritik: Senat plant Forum zu Ernst Moritz Arndt
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06:38 27.03.2017
Mehrere Mal hatten hunderte Greifswalder für den Erhalt des Namens Ernst-Moritz-Arndt-Universität demonstriert. Der breite Protest hat den Senat der Uni veranlasst, in einen offenen Dialog mit den Bürgern zu treten. In Kürze soll ein Forum stattfinden. Quelle: Stefan Sauer
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Greifswald

Der Senat der Universität Greifswald veranstaltet demnächst ein öffentliches Forum zu Ernst Moritz Arndt (1769-1860) und erfüllt damit eine Forderung zahlreicher Kritiker im Streit um den Universitäts-Namen. Auch in einer Telefon- und Onlineumfrage der OSTSEE-ZEITUNG hatten sich 68,5 Prozent der Teilnehmer eine breite Debatte gewünscht, an der Personen ohne Hochschulbezug teilnehmen können.

Maria-Theresia Schafmeister, Vorsitzende des Akademischen Senats kündigt an: „Der Senat der Universität wird voraussichtlich im frühen Sommersemester zu einem Forum in die Universität einladen, auf dem die unterschiedlichen Standpunkte zur Namensgebung der Universität ausgetauscht sowie auch das Verfahren dazu verdeutlicht werden soll.“ Die Veranstaltung sei ausdrücklich nicht nur für Angehörige der Hochschule gedacht, sondern für „die interessierte Öffentlichkeit“, wie Schafmeister betont.

Die Senatsmitglieder der Universität mussten in den vergangenen Wochen und Monaten viel Kritik einstecken, weil sie seit Juni 2016 weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit darüber diskutiert hatten, den Namen Ernst Moritz Arndt aus dem Titel der Hochschule zu streichen. Während des Prozesses hatte es lediglich eine Veranstaltung zum Namen gegeben (11. Januar). Zu dieser waren nur Hochschulangehörige zugelassen. Am 18. Januar hatten sich schließlich 24 der 36 Mitglieder für eine Streichung des Namens ausgesprochen. Daraufhin war ein Proteststurm in der Bevölkerung entbrannt. Wochen später hatte das Bildungsministerium wegen Formfehlern den Beschluss zur Umbenennung der Uni gekippt (7. März). Der Senat hatte anschließend bekräftigt, erneut über Ernst Moritz Arndt als Patron abstimmen zu lassen. Grund seien die seit Jahren immer wieder aufflammenden Diskussionen darüber, ob der Name für eine weltoffene Universität geeignet ist. Der Historiker und Schriftsteller ist wegen rassistischer und antisemitischer Äußerungen umstritten. Er lehrte an den Universitäten Greifswald und Bonn, war Mitglied des ersten Paulskirchenparlaments, setzte sich für die Abschaffung der Leibeigenschaft ein.

Katharina Degrassi

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