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Nach Lkw-Unfall: Rohre abgestützt

Greifswald Nach Lkw-Unfall: Rohre abgestützt

Wagen blieb am Dienstag unter der Brücke hängen / Jetzt sollen die Heizungsstränge unterirdisch verlegt werden

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Mitarbeiter der Stadtwerke bauten gestern unter der Brücke aus Sicherheitsgründen Stützkonstruktionen auf.

Greifswald. Der außergewöhnliche Kipperunfall vom Dienstagnachmittag in der Straße An den Wurthen war gestern bei vielen Greifswaldern Gesprächsthema Nr. 1. Ein 44-jähriger Lkw-Fahrer war mit hochgeklappter Kippmulde vom künftigen Wohngebiet an der Hafenstraße losgefahren und damit unter einer Rohrleitungsbrücke hängen geblieben (die OZ berichtete). Der Fahrer blieb glücklicherweise unverletzt, erlitt aber einen Schock und wurde vorsorglich ins Uniklinikum gebracht.

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Wagen blieb am Dienstag unter der Brücke hängen / Jetzt sollen die Heizungsstränge unterirdisch verlegt werden

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Einsatzkräfte der zufällig in unmittelbarer Nähe am Ryck übenden Berufsfeuerwehr eilten herbei und holten den Mann mittels Leiter aus dem in der Luft hängenden Fahrerhaus. Den Schaden am Fahrzeug und an der Rohrleitung gibt die Polizei nun mit insgesamt 50000 Euro an: 40000 am Lkw und 10000 an der Brücke.

Am Dienstagabend gegen 19 Uhr konnte der Lkw mit Hilfe zweier Krane geborgen werden. Die Rohrleitungsbrücke, die der Fahrer nicht beachtet hatte, gehört den Stadtwerken. Oberirdisch wird dort eine Fernwärmehauptleitung entlanggeführt. „Es ist die letzte Brücke dieser Art, die es in Greifswald noch gibt. Alle unseren anderen Leitungen queren die Straßen unter der Erde“, sagte Stadtwerke-Chef Thomas Prauße. Er war mit dem Leiter der Fernwärme, Andreas Förster, bis spätabends vor Ort und koordinierte notwendige Sicherungsmaßnahmen.

Die komplette Brückenkonstruktion hatte sich durch die Wucht des Aufpralls verformt — der Lastkraftwagen war durch das Hängenbleiben mit der Fahrerkabine in die Höhe geschnellt. Streben waren gebrochen, Stützpfeiler hatten Risse. Marco und Reimo Scholwin vom gleichnamigen Vermessungsbüro versicherten aber, dass keine akute Einsturzgefahr bestehe. Beide standen, wie viele andere Helfer auch, kopfschüttelnd vor dem festgeklemmten Kipper. „So etwas haben wir noch nicht erlebt, höchstens nur auf Youtube gesehen. Wenn man dann wirklich live davor steht, ist man froh, dass nichts Schlimmeres pasiert ist“, meinten die Männer.

„Es ist ein Glücksfall, dass die Rohre den Crash halbwegs unbeschadet überstanden haben und kein heißes Wasser ausgetreten ist“, sagt Prauße. „Dann wäre es auch für den Fahrer nicht so glimpflich ausgegangen.“ Das Wasser in den Rohren hatte eine Temperatur von 100 Grad, der Druck betrug 10 Bar.

Damit nicht allzu viele Haushalte ohne Heizung und Warmwasser auskommen mussten, organisierte Andreas Förster unmittelbar nach Bekanntwerden des Unfalls Notvarianten bei der Versorgung. Noch am späten Abend wurde dann die Brücke von Fachleuten der Person&Söhne Metallbau GmbH geschweißt.

Gestern montierten Mitarbeiter der Stadtwerke an beiden Seiten der Rohrleitungsbrücke Stützkonstruktionen an, damit die Standsicherheit auch hundertprozentig gegeben sei. Das hatten sowohl Bauaufsicht als auch Statiker gefordert. „Die Straße An den Wurthen ist viel befahren und auf der Baustelle für das künftige Wohngebiet muss auch weitergearbeitet werden. Deshalb steht die Sicherheit beim Durchqueren der Brücke an oberster Stelle. Die Stützkonstruktion garantiert das“, erläuterte Statiker Andreas Grieser.

Der Unfall ist für Stadtwerke-Chef Thomas Prauße Anlass, vorfristig über die Verlegung der Hauptleitung unter die Erde nachzudenken. „Den Plan, diese letzte Brückenkonstruktion in der Hansestadt abzubauen und die Leitung unter die Erde zu packen, gibt es bereits. Nur der Zeitpunkt stand noch nicht fest. Jetzt wird es wohl deutlich eher werden“, glaubt er.

Genaue Pläne müssten aber erst noch abgestimmt und entsprechende Bauanträge gestellt werden. Nach Aussage der beim Unfall anwesenden Fachleute der Stadtwerke dauere die Verlegung der Leitungen sechs bis acht Wochen. Damit einher gehe eine zeitweilige Sperrung der Straße An den Wurthen.

Von Cornelia Meerkatz

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