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Greifswald Nach einer Strandparty vor Ückeritz ertrunken
Vorpommern Greifswald Nach einer Strandparty vor Ückeritz ertrunken
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08:48 15.07.2013
Am Morgen nach dem Unfall sitzen Jugendliche an der Unfallstelle am Ückeritzer Strand und starren schweigend aufs Wasser. Quelle: ag
Ückeritz

Schon wieder ein Badetoter auf Usedom! Am Sonnabendmorgen starb ein 35-Jähriger aus Berlin am Strand von Ückeritz. Nach einem neunjährigen Jungen, der am 7. Juli in Heringsdorf ertrank, und einem 72 Jahre alten Mann, der am 9. Juli beim Schwimmen vor Trassenheide ums Leben kam (die OZ berichtete), handelt es sich um den dritten Verunglückten auf Usedom innerhalb einer Woche. Gestern wurde außerdem bekannt, dass auch die in Heringsdorf mit ihrem Jungen verunglückte 31-jährige Mutter im Greifswalder Klinikum verstarb.

Der Unfalltote am Sonnabend in Ückeritz hatte mit Freunden Urlaub im Jugendbereich des Campingplatzes gemacht und in der Nacht am Strand gefeiert. Gegen Sonnenaufgang war er mit einer Gruppe zum Baden in die Ostsee gegangen. In nur hüfttiefem Wasser verloren die anderen ihn aus den Augen. Gegenüber der Polizei gaben sie später an, er sei plötzlich nicht mehr zu sehen gewesen. Wenig später fanden sie ihren Freund dann leblos im Wasser treibend und brachten ihn an den Strand. Ihre sofort begonnenen Reanimierungsversuche waren leider ebenso erfolglos, wie die des wenig später eintreffenden Notarztes.

Wie die Polizei informiert, gebe es bislang keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung, so dass von einem Ertrinkungstod ausgegangen werde. Allerdings sei noch zu prüfen, inwieweit Alkoholkonsum zu dem Unfall geführt habe. Gegen 8.30 Uhr wurde der Leichnam vom Strand abgeholt.

Auf dem Ückeritzer Campingplatz, wo derzeit etwa 4000 Menschen ihren Urlaub verbringen, herrschte am Sonnabend Hochbetrieb. In den Hauptquellgebieten der Insel Usedom hatten die Ferien begonnen.

Bei schönstem Urlaubswetter warteten bereits früh morgens die ersten Anreisenden an der Rezeption auf die Abfertigung.

Die Mitarbeiter des Campingplatzes zeigten sich von dem Unglück der vergangenen Nacht am Ückeritzer Ostturm ebenso betroffen, wie die Rettungsschwimmer. „Ich bin seit mehr als 20 Jahren auf dem Rettungsturm und habe noch keinen Badeunfall mit Todesfolge erlebt“, sagt Marco Morgner, Wachleiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Kollegen hätten hier im vergangenen Sommer einen Lebensrettungseinsatz geleistet. „Gott sei Dank mit erfolgreicher Wiederbelebung“, so Morgner.

Der 37-Jährige weiß wie seine Kollegen um den Reiz des nächtlichen Strandes in einer Sommernacht. Die Verlockung eines Bades sei da recht groß. Auch einige seiner Mitstreiter waren am Freitagabend am Strand. „Unterhalb des Jugendcamps saßen viele Grüppchen und feierten friedlich. Da hieß es des Öfteren, ‘jetzt geh ich ins Wasser‘. Aber bis gegen 23.30 Uhr haben wir niemanden baden sehen.“ Auch außer Dienst würden sich die Rettungsschwimmer verantwortlich fühlen und hätten ein wachsames Auge auf Übermütige, sagt Morgner. „Wer in der Dunkelheit ins Wasser geht, kann schnell die Orientierung verlieren. Mitunter ist es stockfinster und man weiß nicht mehr, in welche Richtung man schwimmen soll. Außerdem gab es in der Nacht ordentliche Wellen.“

Die genauen Umstände des Unglücks am Sonnabend werden noch ermittelt. Makaber ist, dass die DLRG am Tag vor dem Unglück ausgerechnet an den Ückeritzer Strand eingeladen hatte, um wenige hundert Meter von der späteren Unglücksstelle entfernt, Gästen Baderegeln nahezubringen.

Angelika Gutsche

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