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Greifswald Nach jahrzehntelangen Notlösungen: Archiv wird neu gebaut
Vorpommern Greifswald Nach jahrzehntelangen Notlösungen: Archiv wird neu gebaut
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15:24 12.07.2018
Grundsteinlegung Stadtarchiv Greifswald: Bausenatorin Jeannette von Busse (CDU) platziert die Zeitkapsel, in der sich neben der aktuellen OZ die Pläne für das Archiv und eine Münzsammlung befinden. Quelle: Degrassi Katharina
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Greifswald

Immer wieder klopft jemand Uwe Kiel auf die Schulter, gratuliert zum neuen Stadtarchiv – dem Traum, der nun endlich wahr wird. Uwe Kiel ist Greifswalds Stadtarchivar und jahrelanger Kämpfer für eine angemessene Unterbringung „eines der wichtigsten vorpommerschen Kommunalarchive“, wie Kiel sagt. Bei jeder Gratulation verweist er darauf, dass das Gebäude ja noch nicht steht. Erst dann wird er wohl wirklich tief durchatmen können. Zu oft schon kam bei der Neuunterbringung der Akten etwas dazwischen, mussten Pläne verschoben werden. „So weit wie jetzt waren wir noch nie“, räumt er dann doch mit einem Schmunzeln ein. Immerhin wurde gestern im Beisein von etwa 30 Leuten der Grundstein für das neue Archiv in der Straße An den Wurthen gelegt. Ende 2019 soll der Dauernotstand für das städtische Gedächtnis endlich beendet sein.

Die vielleicht letzte Hürde sind die Baukosten. Diese hatten den Archivbau im Frühjahr bereits zum Ruhen gebracht. Die beiden Angebote zu den Ausschreibungen für den Rohbau lagen deutlich über der ursprünglichen Kalkulation. Dank zusätzlicher Fördermittel vom Land konnte es weitergehen. Die Kosten sind bislang von sechs Millionen Euro auf 7,2 Millionen Euro gestiegen. Derzeit sind etwa 30 Prozent aller Leistungen ausgeschrieben. Bis zum Herbst sollen Angebote für weitere 40 Prozent der Leistungen eingeholt werden. „Wir hoffen, dass es dabei keine weiteren Überraschungen gibt“, sagt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne).

Bereits im zweiten Weltkrieg waren die Akten bedroht. „Von messerrückendickem Schimmel ist in den Aufzeichnungen die Rede“, blickt Kiel zurück. In den Kriegsjahren war der Gewölbekeller des Rathauses zum Archiv umfunktioniert worden, wo eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. „Dort unten sollten die Akten sicher sein für den Fall eines Luftangriffes“, erklärt Kiel. Von 1950 bis 1952 waren sie in den Räumen des Landesarchivs am Nexöplatz untergebracht. Weil auch das keine Dauerlösung war, zogen die Akten schließlich ins Dachgeschoss des Rathauses und von dort 1977 ins Stadtarchiv in der Arndtstraße, dem noch heute aktuellen Standort. „Das war ebenfalls nur eine Interimslösung, weil die raumklimatischen Bedingungen im Gebäude nicht geeignet sind, es immer wieder Schimmelbefall gab in den Jahren“, erklärt Kiel.

Auch Erich Cymek, Vorsitzender der Ortsteilvertretung Innenstadt, erinnert sich gut, wie die schlechten Bedingungen für die städtischen Akten seit den 1990er Jahren immer wieder Thema in der Ortsteilvertretung und Ausschüssen der Bürgerschaft waren. „Ich bin froh, dass das städtische Gedächtnis nun endlich ins Trockene gebracht wird“, so Cymek.

Für den Neubau des Archivs hatte die Stadt einen europaweiten Planungswettbewerb ausgelobt. Insgesamt 36 Büros beteiligten sich daran. Das Konzept des Dresdner Architekturbüros „Code Unique Architekten“, Sieger dieses Wettbewerbs, wird nunmehr umgesetzt. Das Gebäude hat eine Grundfläche von rund 400 Quadratmetern. Es verfügt über vier Etagen. Im Erdgeschoss ist ein großer Lesesaal untergebracht. Hier wird es zudem die Möglichkeit geben, über verschiebbare Wände eine größere Veranstaltungsfläche herzurichten. In der ersten Etage ist die Verwaltung untergebracht, die zweite und dritte Etage sind dem eigentlichen Stadtarchiv vorbehalten.

Offen ist derzeit noch, ob es ein gemeinsames Archivprojekt mit dem Land und der Nordkirche an dem Standort geben wird. „Wir sind mit beiden weiter im guten Gespräch“, so OB Stefan Fassbinder. „Fragen zu Betriebsabläufen, gemeinsamen Nutzungsbereichen und architektonische Umsetzungsmöglichkeiten werden derzeit diskutiert. Eine Entscheidung des Landes steht allerdings noch aus.“ Fassbinder sagt weiter: „Greifswald macht sich für eine Ansiedlung der beiden pommerschen Archive in unserer Stadt stark, weil wir Synergieeffekte sehen.“

Degrassi Katharina

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