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Greifswald Dargelin bei Greifswald für neuen Namen
Vorpommern Greifswald Dargelin bei Greifswald für neuen Namen
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06:06 05.12.2018
Unabhängig von einer möglichen Eingemeindung bleibt das Ortsschild wie es ist Quelle: Eckhard Oberdörfer
Dargelin

Zwei Mal wurde am Montagabend auf der Einwohnerversammlung in Dargelin abgestimmt. Das Ergebnis war eindeutig: Die knapp 20 anwesenden Bürger im Gemeindezentrum waren bei zwei Enthaltungen für eine Fusion mit dem Nachbarn Behrenhoff. Aber alle waren gegen eine Eingemeindung nach Behrenhoff, wie sie jetzt im Fall Diedrichshagen als künftiger Ortsteil von Weitenhagen passieren könnte (die OZ berichtete).

„Eine Fusion wäre vernünftiger gewesen“, kommentierte Bürgermeister Fred Feike. „Aber das wollte Behrenhoff nicht.“ Die Dargeliner Einwohner wollten im Fall der von ihnen bevorzugten Fusion auch einen neuen Namen. Eine Bürgerin schlug Behrenhoff-Dargelin vor, eine andere wohl nicht ganz ernst gemeinte Idee war „Behrlin“, die Verbindung beider Namen.

Ortsteile bleiben auf jeden Fall erhalten, stellte Fred Feike fest. Er appellierte mit seinem Stellvertreter Christian Ringenberg an die Behrenhoffer, die Frage Eingemeindung oder Fusion und den Gemeindenamen noch einmal auf der nächsten Gemeinderatssitzung zu diskutieren. Möglicherweise hätten auch die Bürger Ideen für einen Namen, so Bürgermeister Feike.

Dargelin wird immer Dargelin bleiben“, erinnerte der anwesende Behrenhoffer Gemeinderat Karsten Birnbaum. So wie Stresow oder Kammin nach der Eingemeindung der Gemeinde Kammin nach Behrenhoff vor einigen Jahren Stresow und Kammin geblieben seien. Ortsschilder bleiben stehen. Kosten für Adressänderungen will die neue Gemeinde übernehmen.

Nach den vielen Bedenken in der Debatte - ein Bürger wiederholte mehrfach das Adenauer-Zitat „Was stört mich mein Geschwätz von gestern“ - war das Votum zur Fusion ohne Gegenstimmen nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Bürger fürchten nicht nur den Identitätsverlust, sondern dass der kleinere Partner Dargelin künftig zu wenig von der größeren Gemeinde berücksichtigt wird. Die Einwohner sorgen sich ebenso mittelfristig um ihre Feuerwehr.

Dabei steht im Vertragsentwurf wörtlich: „Die Fusionszuweisung wird mit einem Teilbetrag von mindestens 200000 Euro für nachhaltige Investitionen und größere Instandhaltungsmaßnahmen zu 75 Prozent auf dem Territorium der Gemeinde Dargelin verwendet.“ Bei der Auswahl seien die Interessen der Dargeliner besonders zu berücksichtigen. Wie Frank Medwed seitens des Amtes Landhagen informierte, könnte sogar die komplette Hochzeitsprämie von 400000 Euro zu 75 Prozent in Dargelin ausgegeben werden. Denn Behrenhoff gleicht mit seinem Überschuss das Minus der Dargeliner von 183000 Euro nahezu aus. Darum müsse die Fusionsprämie nicht zum Teil zum Defizitausgleich verwendet werden. Behrenhoff steht aktuell gut da. Die Kämmerei des Amtes sieht die finanzielle Zukunft positiv, die Gemeinde ist auch laut Selbsteinschätzung zukunftsfähig.

Dargelin ist nicht zukunftsfähig. „Wir konnten in den letzten Jahren nichts machen, weil wir Schulden haben“, erinnerte Gemeindevertreterin Annette Riesinger. „Das ist traurig. Ich sehe nicht, dass das jetzt anders wird, auch wenn sich jetzt eine Firma angesiedelt hat.“ Auf deren Gewerbesteuerzahlungen setzt Fred Feike indes gewisse Hoffnungen. Er erinnerte ferner daran, dass Dargelin bisher die Möglichkeit der Erhöhung der Grundsteuereinnahmen zur Verbesserung der Einnahmen im Interesse der Bürger vermieden habe.

Dass so intensiv über das Zusammengehen mit Behrenhoff diskutiert wurde, verwunderte Gemeindevertreter Frank Radloff. Als es vor knapp einem Jahr um den inzwischen gescheiterten Zusammenschluss mit sieben Gemeinden zur Gemeinde Landhagen ging, wären nicht nur der Gemeindevertrter, sondern auch die Einwohner dafür gewesen, sagte er: „Und jetzt werden Mauern aufgebaut.“

Wenn, dann soll die Fusion/Eingemeindung zur Kommunalwahl im Mai 2019 erfolgen. Fred Feike appellierte an die Bürger, sich zur Wahl zur stellen. Die Gemeindevertretung berät am 10. Dezember über den Vertrag, ein Beschluss steht anders als bei den parallel tagenden Behrenhoffern nicht auf der Tagesordnung.

Eingemeindungen

Am 9. Dezember werden die per Briefwahl abgegebenen Stimmen der Neuenkirchner zur Fusion mit Levenhagen (dafür), Mesekenhagen (entscheidet am 10. Dezember) und Wackerow (wartet noch auf Reaktionen zu Änderungsvorschlägen) ausgezählt. Wenn der Bürgerentscheid gegen die Fusion ausgeht, gibt es keine Fusion.

Diedrichshagen nimmt Kurs auf die Eingemeindung nach Weitenhagen. Beide Gemeindevertretungen haben noch keine Beschlüsse dazu gefasst, Einwohnerversammlungen verliefen pro Zusammenschluss. Allerdings wollen viele Bürger zwar eine große Gemeinde Weitenhagen, lehnen aber den geplanten Bau eines Plattenwegs von Guest nach Weitenhagen ab.

Eckhard Oberdörfer

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