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Greifswald Narren kamen mit dem Flugzeug

Der Elferrat des KKW „Bruno Leuschner“ feierte in Schönewalde

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Die Stewardessen des auf dem Zentralflughafen Schönewalde gelandeten Flugzeug auf der Bühne. FOTOS (2): SAMMLUNG LAFERY

Greifswald. Vor 45 Jahren hat der heutige Faschingsclub Kernenergie Greifswald erstmals drei Veranstaltungen angeboten. Beim Start ein Jahr zuvor waren es zwei und 1976 dann fünf, den Kinderfasching nicht mitgerechnet. Die Party im damaligen Kreiskulturhaus (heute wieder Stadthalle) war sehr beliebt, der Saal brechend voll.

OZ-Bild

Der Elferrat des KKW „Bruno Leuschner“ feierte in Schönewalde

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„Wir hießen von der Gründung 1971 bis etwa 1982 „Elferrat des KKW ,Bruno Leuschner’“, erzählt der dritte Präsident Herbert Lafery. Die SED-Kreisleitung habe die Bezeichnung Faschingsclub vorher nicht genehmigt.

„Der KKW-Fasching war eine Betriebsveranstaltung“, berichtet Lafery. „Die Karten wurden auf Gewerkschaftsgruppen aufgeteilt.“ Außerdem habe es Karten für Unterstützer wie Volkspolizei, Druckerei, Theater und städtische Dienststellen gegeben. „Zur Vorbereitung wurde niemand freigestellt“, widerspricht Herbert Lafery einer häufig erzählten Legende. Am Veranstaltungstag durften die Beteiligten einen Zug früher und am Tag danach einen Zug später fahren. Das waren insgesamt drei Stunden. Schichtarbeiter nahmen Urlaub oder tauschten ihre Schicht. „Leiter wie ich haben die Vergünstigung aber nie in Anspruch genommen“, betont Lafery.

Der Rentner ist auch so etwas wie der Chronist des KKW-Faschings und hat dem Pommerschen Landesmuseum bereits viel Material übergeben. Fertig wurde vor kurzem das Fotobuch mit Texten und Bildern des Faschings 1976 unter dem Motto „Im Restaurant des Zentralflughafens Schönewalde“, einer Anspielung auf den DDR-Zentralflughafen Berlin-Schönefeld. Präsident war damals Helmut Müller. Mit dabei war der Elferrat des KKW Rheinsberg.

Im mit einem aufwändigen Bühnenbild gestalteten Kreiskulturhaus landete eine Sondermaschine mit närrischer Luftfracht. Tänze, Lieder, Büttenreden – dem Publikum wurde viel geboten. Beispielsweise trug Klaus Hornung die durch Manfred Krug bekannte Geschichte Michail Sostschenkos „Die Kuh im Propeller“ vor.

Ein Höhepunkt war die Bockwurstpolonaise. In der Büttenrede des Flughafenkochs Horst Fiedanowski heißt es dazu: „Bockwurscht ißt man am besten mit een fröhlichet Lied auf den Lippen.“

Auf zwei Bildern ist übrigens der der damalige 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Greifswald, Hans-Joachim Lüdeke, in bester Stimmung zu sehen.

eob

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