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Greifswald Neue Gastrasse ab Lubmin
Vorpommern Greifswald Neue Gastrasse ab Lubmin
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00:01 15.11.2016
Die geplante neue Erdgas-Pipeline soll nach dem selben Modus verlegt werden wie die bestehende Opal-Trasse 2010: Nachdem 18 Meter lange Rohre zu einem Strang verschweißt wurden, heben Kräne sie in einen Graben. FOTO: Arno Burgi

Sechs Jahre nach dem Bau einer 470 Kilometer langen Erdgasleitung von Lubmin bis zur deutsch-tschechischen Grenze (Opal) soll parallel zu dieser ab Mitte 2018 eine weitere, etwa 485 Kilometer lange Pipeline verlegt werden. Vorhabenträger ist der Kasseler Fernleitungsnetzbetreiber Gascade, dessen Gesellschafter der deutsche Chemiekonzern BASF und die russische Gazprom AG (weltweit größtes Erdgasförderunternehmen) sind.

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Sie soll nur zehn Meter neben der bestehenden Opal-Pipeline verlaufen

Der Markt gibt vor

Über Teilstücke der neuen Erdgas-Pipeline will Gascade auch anderes Gas leiten. Eine Marktbefragung habe ergeben, dass an den Marktraumübergängen nach Polen und Tschechien Kapazitäten fehlten.

Marktteilnehmer sollen ab 2017 über Auktionen Transportkapazitäten ersteigern können. Gascade, Tochter des Chemiekonzerns BASF und des russischen Energieriesen Gazprom, unterliegt der Marktregulation.

In Lubmin informierten Gascade-Mitarbeiter gestern erstmals öffentlich über die Pläne für eine weitere große Erdgastrasse durch Mecklenburg-Vorpommern. „Die neue Leitung soll nur zehn Meter neben der bereits bestehenden angelegt werden“, erläuterte Projektleiter Axel Bühning. Sie werde wie Opal vom Anlandepunkt der Ostseepipeline Nord Stream in der Lubminer Heide 100 Kilometer durch den Landkreis Vorpommern-Greifswald bis nach Brandenburg und weiter nach Sachsen führen. Im Industriepark Lubminer Heide wolle man zudem eine Gasempfangsstation errichten. Dafür wären etwa 15 Hektar Kiefernwald zu roden.

„Vom Pipelinebau betroffen wären im wesentlichen Landwirte und Bewirtschafter von Flächen, da die Leitung vorwiegend auf freiem Acker und durch Wald verlegt würde“, macht Axel Bühning deutlich. Im Unterschied zu Opal solle die neue, Eugal genannte Trasse nicht nur aus einem, sondern aus zwei Leitungssträngen bestehen. Über diese könnten 51 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich strömen. Zum Vergleich: Die jährliche Transportkapazität der Opal-Leitung beträgt 36 Milliarden Kubikmeter.

Da die neue Erdgas-Trasse unmittelbar neben der schon bestehenden verlaufen soll, verzichtete das Ministerium für Energie und Infrastruktur auf ein neuerliches Raumordnungsverfahren. „Das Genehmigungsverfahren, in dem der endgültige Trassenverlauf festgelegt sowie Stellungnahmen der Öffentlichkeit berücksichtigt werden, soll Mitte 2017 beginnen“, erklärt Gascade-Sprecher George Wüstner. Sein Unternehmen wolle den ersten der beiden Leitungsstränge Ende 2019 in Betrieb nehmen, den zweiten Strang ein Jahr darauf.

„Das ist sportlich geplant“, räumt Projektleiter Axel Bühning ein. Doch zumindest in MV rechne man nicht mit großen Unwägbarkeiten. Die größte Überraschung beim Bau von Opal im Jahr 2011 seien große Mengen Schnee gewesen. „Wir kämpften damals mit bis zu drei Meter hohen Verwehungen“, erinnert sich Bühning.

Wie bei Opal soll bei Eugal zeitgleich an mehreren Standorten gebaut werden. Nach dem Vermessen der Trasse und dem Absuchen ihrer Abschnitte nach Sprengsätzen aus früherer Zeit würden zunächst archäologische Grabungen erfolgen. Derweil sollen die 18 Meter langen und 1,40 Meter durchmessenden Leitungsrohre gefertigt, ausgeliefert und an Standorten in Trassennähe gelagert werden. Nach Abtrag des Mutterbodens im jeweiligen Bauabschnitt würden die Rohre dorthin transportiert und zu einem Strang verschweißt. „Erst dann erfolgt der Aushub des Rohrgrabens“, so Bühning. Schlussendlich würde eine Flotte aus Verlegerkränen dafür sorgen, dass der Rohrstrang unter der Erde verschwindet.

Sven Jeske

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