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Greifswald Neue Grundschule: Politiker reiben sich
Vorpommern Greifswald Neue Grundschule: Politiker reiben sich
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00:00 18.10.2017
Greifswald

Für den Bau der neuen Grundschule mit Orientierungsstufe für 338 Schüler an der Verlängerten Scharnhorststraße hat am Montagabend der städtische Finanzausschuss grünes Licht gegeben. Mehrheitlich entschieden sich die Mitglieder nach längerer, teils kontroverser Diskussion für die teuerste aller vorgelegten Varianten: Eine zweizügige Grundschule mit Orientierungsstufe und Inklusionsstandard, zu der auch ein Hort für 234 Kinder und eine Zweifeld-Turnhalle gehören.

„„Die Pläne sind größenwahnsin- nig. Wir wollen Geld ausgeben, das wir gar nicht haben. Und in welcher Höhe Fördermittel fließen, ist noch völlig offen.“ Sascha Ott, CDU

17,3 Millionen Euro an Kosten hat das Bauamt für die neue Schule plus Hort errechnet und sich dabei an denen für den Neubau der IGS „Erwin Fischer“ orientiert. Für die Zweifeld-Turnhalle sind noch einmal 5,1 Millionen Euro notwendig. Nicht berücksichtigt sind bislang die Kosten für den Bebauungsplan, erforderliche Verkehrs- und Bodengutachten, Erschließungskosten fürs Gelände, die Wärmeversorgung sowie mögliche Preissteigerungen bei den Bauleistungen und Baumaterialien. Die Stadt selbst hat zwölf Millionen Euro Haushaltsmittel für den Neubau veranschlagt, der Rest müsste durch Fördermittel aufgestockt werden.

André Bleckmann (FDP) ist das Vorhaben viel zu teuer. „Für mich gehört die Orientierungsstufe an eine weiterführende Schule“, betonte er. Birgit Socher (Linke) ist Verfechterin des längeren gemeinsamen Lernens, machte dennoch auf zwei Probleme aufmerksam, die durch die Orientierungsstufe entstehen: „Die Fachräume werden nur von den Klassen 5 und 6 genutzt. Und die Lehrer der Orientierungsstufe dort sind ’Wanderlehrer’, weil sie an weiterführenden Schulen unterrichten.“

„Es ist die teuerste Variante und wir wissen nicht, woher das Geld kommen soll“, monierte Sascha Ott von der CDU. Er plädiert dafür, „alles eine Nummer kleiner zu planen und eine kleine, aber feine Grundschule ohne Orientierungsstufe zu bauen“, zumal die Schulentwicklungsplanung des Landkreises in Schwerin erst noch genehmigt werden müsse, es keine Garantie auf Fördermittel in erhoffter Höhe gebe und das Land die Orientierungsstufe genehmigen müsse. Von Yvonne Görs von den Linken brachte ihm das den Vorwurf ein, dass die CDU immer nur alles zerrede. „Als Mutter schulpflichtiger Kinder bin ich froh über die Möglichkeit des längeren gemeinsamen Lernens“, sagte sie und bekam Rückendeckung von Jörg König (Forum 17.4). Der vermutet, die Kosten seien zu hoch angesetzt.

Grünen-Fraktionschef Alexander Krüger betonte, dass es bei der Schule nicht „um klein und fein geht, sondern um klug und nachhaltig.“

SPD-Fraktionschef Andreas Kerath hob die Unstrittigkeit des pädagogischen Ansatzes hervor. Angesichts der vorhandenen Schülerzahlen fragte er deshalb, ob die neue Grundschule nicht gleich dreizügig angelegt werden könne. Auch Brigitte Witt (SPD) ist eine Befürworterin der Dreizügigkeit. Amtsleiterin Carola Felkl aber machte deutlich, dass sich die Stadt einen solchen Bau nicht leisten kann.

„Und was die Prognose der Schülerzahlen anbelangt, bin ich vorsichtig. Niemand kann zehn Jahre und mehr in die Zukunft schauen“, sagte sie.

Allerdings forderte sie wie OB Stefan Fassbinder (Grüne) endlich eine Abstimmung zum Schulneubau. „Fördermittel und Angliederung der Orientierungsstufe an die neue Grundschule können erst in Schwerin beantragt werden, wenn es den Bürgerschaftsbeschluss zum Schulneubau gibt“, so Fassbinder. Nach dem Votum des Finanzausschusses (9 Ja-, 5 Neinstimmen und eine Enthaltung) müssen noch Bau-, Bildungs- und Hauptausschuss abstimmen. Am 6. November entscheidet die Bürgerschaft.

Cornelia Meerkatz

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