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Neue Kirche entsteht an der Anklamer Straße

Greifswald Neue Kirche entsteht an der Anklamer Straße

Siebenten-Tags-Adventisten lassen das Gotteshaus als Ersatz für den vor zwei Jahren abgebrannten Vorgänger errichten / Kirche will ein Begegnungszentrum sein

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So soll der Neubau der Kirche der Greifswalder Siebenten-Tags-Adventisten aussehen. Animation: Adventistengemeinde

Greifswald. An der Anklamer Straße entsteht gegenwärtig ein neues Gotteshaus. Bauherr des Gebäudes ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Unser neues Haus soll ein Begegnungszentrum sein.“Markus Voß, Pastor

„Wir rechnen mit einer Bauzeit von einem Jahr“, sagt Pastor Markus Voß. Die neue Kirche entsteht auf dem Grundstück des Vorgängers. Dieser Bau fiel Ende Juli 2014 einem Brand zum Opfer. Unbekannte Täter hatten eine Papiermülltonne in Brand gesteckt. Die Flammen griffen schnell auf das gesamte Gebäude über. Was nicht den Flammen zum Opfer fiel, zerstörte das Löschwasser.

Dabei war die in einfachen Formen gebaute Kirche zu diesem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt. Viele Gemeindemitglieder hatten dafür gespendet.

„Die Versicherung bezahlt den größten Teil des Neubaus“, berichtet Markus Voß. „Die Gemeinde trägt einen Eigenanteil von 60000 Euro.“ Denn der Neubau nach dem Entwurf eines Berliner Architekten sei 40 Quadratmeter größer als der alte. Es ist ein klar gestaltetes, dreigeteiltes Gebäude mit Spitzdach. Der Schriftzug „Adventgemeinde“ über dem Eingang weist auf den Eigentümer und Nutzer hin.

„Die Gemeinde wurde in die Gestaltung einbezogen“, betont Markus Voß. „Wir haben in den letzten beiden Jahren eine Menge Inspirationen im alten E-Werk gesammelt“, fügt er hinzu. Das E-Werk in der Marienstraße ist das Haus der Baptistengemeinde, in dem die Siebenten-Tags-Adventisten zwischenzeitlich eine gastfreundliche Aufnahme fanden und ihre Gottesdienste feiern konnten. Von Vorteil ist, dass Baptisten am Sonnabend und die Siebenten-Tags-Adventisten dazu am Sonntag zusammenkommen.

Im Erdgeschoss des neuen Gotteshauses befinden sich künftig unter anderem der Raum für die Gottesdienste und die Küche. Im Obergeschoss sollen beispielsweise Möglichkeiten für die Arbeit von Gruppen und der Pfadfinder entstehen. Ferner gibt es im neuen Haus – anders als im alten – eine Wohnung. Das dürfte die Sicherheit erhöhen. „Unser Haus wird für Interessenten offen sein“, kündigt Markus Voß

an. Ziel ist ein Begegnungszentrum mit Gesprächskreisen, Hilfen bei Depressionen, psychotherapeutischen Angeboten und anderem mehr. Auch Seniorennachmittage planen die Siebenten-Tags-Adventisten in der Anklamer Straße.

Ihre Zahl ist vergleichsweise klein. Etwa 60 Personen gehören der Gemeinde an. Die meisten kommen aus Greifswald, aber auch aus Demmin und Neubrandenburg stammen sie. Heringsdorf gehört ebenfalls zum Bereich von Voß.

Die Freikirche ist noch gar nicht so alt. Sie entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA. In Deutschland fassten die Siebenten-Tags-Adventisten dann ab dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts Fuß. Der baptistische Laienprediger William Miller war nach seinem Bibelstudium zu der Auffassung gelangt, dass das Ende der Welt und damit die Rückkehr Jesu Christi bald erfolgen werde. Das ist einer der wichtigen Unterschiede zu den großen Kirchen. Die Taufe erfolgt wie bei den Baptisten erst im Erwachsenen- und nicht im Kindesalter. Nach eigenen Angaben gibt es heute weltweit über 18

Millionen Siebenten-Tags-Adventisten. Ihren Glauben haben sie in 28 Punkten zusammengefasst.

Eckhard Oberdörfer

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