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Neue Kritik am Parkhaus Nexöplatz

Parknot im Zentrum von Greifswald: Stadt plant Entlastung Neue Kritik am Parkhaus Nexöplatz

Stadt will derzeitigen Parkplatz umwandeln / 400 Autos könnten dort stehen und die Parknot in der Innenstadt lindern / Einzelne Greifswalder sind skeptisch

Greifswald. Ein Parkhaus am Nexöplatz würde die Stadt gerne bauen, mit mindestens 400 Plätzen. Aber entstünde damit nicht ein großer, vielleicht hässlicher Klotz direkt gegenüber von Stadthalle und Theater? Die Greifswalder Architektin Annette Suermann findet: Über die Frage der Gestaltung müsste endlich diskutiert werden. „Es gibt so viele Beispiele für schlechte Parkhäuser in Innenstädten!“ Das Grundstück an der Europakreuzung sei ein Sahnestück. „Warum ruft die Stadt dafür keinen Architektenwettbewerb aus?“

Detlef Borchert, Chef der städtischen Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft GPG, entgegnet: „Um die Frage der Gestaltung geht es noch gar nicht.“ 2012 hatte die Bürgerschaft entschieden, dass ein Bebauungsplan für ein Parkhaus am Nexöplatz erstellt werden solle (die OZ berichtete). So ein B-Plan-Entwurf sei derzeit in Arbeit, aber der sage praktisch nichts über die Fassade aus. Allenfalls schließe man damit bestimmte Gestaltungsarten aus, erklärt Detlef Borchert.

Einen Architektenwettbewerb auszurufen, hält der GPG-Chef für wenig sinnvoll. Solche Wettbewerbe kosteten Zeit und Geld, sagt er. „Ob der Siegerentwurf allen gefällt, ist nicht gesagt.“ Und im Übrigen sei die Stadt nicht verpflichtet, den Sieger auch bauen zu lassen.

Aus Borcherts Sicht gibt es trotzdem keinen Grund zur Unruhe. „Das Gebäude soll sich durch eine zurückhaltende, dennoch anspruchsvolle Fassadengestaltung harmonisch in die Umgebungsbebauung einfügen.“ So steht es im Beschluss von 2012, betont er. Bisher habe die GPG vor, das Planungsbüro AMP aus Karlsruhe mit der Fassadengestaltung zu beauftragen. „Diese Planer haben Erfahrung mit Parkhausfassaden, und die haben dafür auch Preise gewonnen“. Und zu gegebener Zeit werde die Bürgerschaft die Fassadengestaltung sicher debattieren.

In den vergangenen Jahren, nachdem der Vorentwurf für den B-Plan ausgelegen hatte, äußerten fast 20 Greifswalder Kritik am geplanten Parkhaus. Das neue Gebäude, das nach ursprünglicher Planung 14 Meter hoch werden sollte, könne Sichten verbauen, Lärm verursachen, die umliegenden Häuser verschatten und Staus verursachen, fürchteten sie. „Ich bezweifle auch, dass sich so ein großes Parkhaus dort wirtschaftlich betreiben ließe“, erklärte ein Anwohner Anfang Juni bei der Ortsteilvertretung Innenstadt. Er wohne direkt am Nexöplatz. „Ganz oft, wenn ich da raufgucke, ist der Platz fast leer.“ Wieso solle das bei einem Parkhaus plötzlich anders sein?

Fred Wixforth, ebenfalls Geschäftsführer der GPG, betont dagegen: Ein Parkhaus so dicht am Beginn der Fußgängerzone sei ideal, das sehe die Bürgerschaft genauso. Denn in der Innenstadt müssten mehr Parkmöglichkeiten für Anwohner entstehen. Mittelfristig verfolge die Stadt die Strategie: Bewohner-Autos rein, Besucher-Autos raus. „Es stimmt schon, dass auch die Besucher am liebsten direkt in der Innenstadt parken würden, am besten noch kostenlos“, sagt Wixforth. Mit preiswerten Parkplätzen am Rande der Innenstadt, einem Parkleitsystem und mehr Kontrollen könne man es aber schaffen, den Besucher- und Pendlerverkehr aus dem Zentrum rauszuhalten. Wie alle anderen Außenparkplätze werde das Parken am Nexöplatz günstiger sein als in der Innenstadt, erklärt Fred Wixforth. Ein Euro pro Tag ist geplant.

Dass das Parkhaus Dompassage selbst in Spitzenzeiten nur zu 75 Prozent ausgelastet ist, sehen Wixforth und Borchert nicht als Widerspruch zur Parknot. Von 10 bis 16 Uhr seien inzwischen 90 Prozent aller Parkflächen in der Innenstadt belegt, sagen sie. „Das Parkhaus Dompassage ist da unser letzter Puffer.“ Doch weil es am „toten Ende“ der Fußgängerzone liege, sei es bei Kurzparkern nicht beliebt.

Und die Beeinträchtigungen, die Anwohner vom neuen Parkhaus befürchten? Die sind ihrer Einschätzung nach gering. „Wir sind auf die Einwände aber eingegangen und haben Höhe und Fläche etwas reduziert“, berichtet Borchert. An der höchsten Stelle – Richtung Bleichstraße – dürfte das Gebäude laut B-Plan-Entwurf nur noch 11,70 Meter hoch werden. Die Seite, die zur Anklamer Straße zeigt, werde noch niedriger sein. „Und nirgendwo ist das Parkhaus höher als die Bäume auf dem Nexö-Platz“, sagt Borchert. Voraussichtlich im Herbst soll die Bürgerschaft über den B-Plan-Entwurf entscheiden.

Sybille Marx

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