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Greifswald Künstler orientieren sich am Weitblick
Vorpommern Greifswald Künstler orientieren sich am Weitblick
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17:34 05.11.2018
Der polnische Künslter Michael K. Wolke arbeitete in Katzow mit Stahlrohr und viel Maschendraht. Quelle: Cornelia Meerkatz
Katzow

Mit einzigartigen neuen Kunstwerken wartet seit vergangener Woche der Skulpturenpark Katzow auf: Zum 27. Internationalen Bildhauer-Workshop waren Künstler aus den USA, Polen und Deutschland eingeladen. Sie arbeiteten einen Monat auf dem riesigen Gelände.

Die Künstler Tim Curtis, Cora Fisch und Michael K. Wolke erarbeiteten während des Monats Oktober auf dem Gelände des Skulpturenparks jeweils eine auf die Herausforderung des Ortes reagierende Skulptur. „Übergangs-Ritual“ nennt sich die von Prof. Tim Curtis geschaffene Skulptur. Der in Hollywood (USA) lebende Künstler verwendete dazu Stahlrohre, recyceltes Metall und Feldsteine. Letztere holte er sich von den hiesigen Feldern. „Ich bin sehr beeindruckt davon. Über Millionen Jahre während der Eiszeit wurden aus ’weichen Steinen’ sehr harte Granitsteine“, sagt er. Diese Zeitzeugen hätten ihn zu seiner Installation angeregt.

40 Steine bilden über eine Länge von 20 Metern auf Stahlstelen befestigt eine Allee. Jeder Stein, gefasst von Stahlranken und gekrönt von einem besonderen Geweih aus recyceltem Metall, ist eine abstrakte Trophäe. Der Gang durch diese geheimnisvolle Allee soll dem Besucher ein individuelles Übergangs-Ritual vermitteln. „Es sollen aber nicht nur Trophäen zu erkennen sein. Es können auch Erinnerungen, Lebensabschnitte sein, die aus den Köpfen ragen und den Besuchern zeigen, dass sie für unseren Lebensweg wichtig sind“, erklärt der bekannte Künstler. Durch die an seine Skulptur angrenzenden Büsche erhält das Kunstwerk sozusagen eine natürliche Einfassung. „Sie lässt das Werk in weichem Licht und eins mit der Landschaft scheinen“, empfindet auch Thomas Radeloff, Vorsitzender des Skulpturenpark-Vereins. Curtis war bereits mehrfach in Katzow und findet es immer wieder aufregend, die Entwicklung des Parks zu sehen. „Die Weitläufigkeit des Geländes lässt jedes einzelne Werk besonders gut zur Geltung kommen. Ich habe wieder sehr gerne hier gearbeitet“, versichert der Amerikaner.

Ebenfalls zum wiederholten Mal war der Pole Michael K. Wolke in Katzow. Der junge Künstler experimentierte in diesem Jahr mit drei Stahlrohren und etwa 400 Meter Maschendraht. Entstanden ist eine in sich geschlossene Barriere, deren Betreten dennoch nicht ausgeschlossen werden kann. Denn der Maschendraht berührt an keinem Punkt den Boden. „Beim Unterschreiten der Grenzstruktur bietet sich dem Eindringling ein Ausblick, der auch ein Einblick in das Wesen von Grenzen sein kann“, heißt es in der Erklärung der Skulptur. Wolke versteht sein Kunstwerk „als Zeichen der Zeit, als Grenze, Abgrenzung. Ich reduziere das Ganze auf den Zaun als Objekt. So lassen sich die Eigenschaften des Materials viel besser wahrnehmen“, berichtet der Künstler. Er habe sehr hart dafür gearbeitet, denn die Stahlrohre mussten so im Erdreich befestigt werden, dass sie einen den Zaun tragen und zum anderen auch Sturm, Regen, Schnee trotzen. „Ich bin überzeugt, dass jeder Betrachter etwas anderes in meinem Werk sehen kann“ ,sagt er und lächelt zufrieden.

„Spiegelung des Großen Bären“ nennt sich die Installation von Cora Fisch aus Berlin. Fünf Metallplatten liegen auf der Wiese, sie tragen ausgebrannte Sternenmotive. „Sie abstrahieren das Sternbild des Großen Bären“, erläutert Radeloff. In die ausgebrannten Öffnungen hat die Künstlerin recycelten Pelz gebracht. In den nächsten Jahren wird Stern-Pelz zum Nährboden, dann sollen Blumen das Sternbild spiegeln. Auf diese Weise werde eine Beziehung im Kosmos sichtbar, heißt es von der Künstlerin. „Wenn die Stahlplatten dann noch Rost angesetzt haben, heben sie sich vom grünen Rasen noch deutlicher ab, dazu die Blumen in den Pelzsternen –das hat schon was“, findet Thomas Radeloff.

Der Katzower Bildhauer ist mit dem Ergebnis des diesjährigen internationalen Workshops sehr zufrieden. „Die drei neu geschaffenen Werke machen unsere Areal noch interessanter“, sagt er. Das gemeinsame Arbeiten von Künstlern in Katzow über Ländergrenzen hinweg sollte deshalb aus seiner Sicht auch in den Folgejahren weiter Bestand haben.

Cornelia Meerkatz

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