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Greifswald Neue Märkte neben dem Elisenpark
Vorpommern Greifswald Neue Märkte neben dem Elisenpark
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00:00 11.05.2017

An der Anklamer Landstraße kann voraussichtlich ein neues Fachmarktzentrum entstehen. Insgesamt geht es um über 15000 Quadratmeter neuer Einkaufsfläche.

Aus unserer fachlichen Sicht ist das Vorhaben an der Schönwalder Landstraße innenstadt- verträglich.Thilo Kaiser, Leiter Stadtbauamt

Auf jeden Fall soll ein Sconto-Möbelhaus mit bis zu 10000 Quadratmeter Verkaufsfläche gebaut werden. Die städtischen Planer wollen außerdem Fachmärkten und „ergänzenden Dienstleistungen“ mit maximal 5500 Quadratmeter zulassen. Welche es sind, ist noch offen. Zulässig wäre beispielsweise ein Gartenmarkt, Fitnesscenter oder Spielhallen.

Die Bürgerschaft soll den zunächst der öffentlichen Auslegung des Entwurfs des Bebauungsplans „Fachmarktzentrum Anklamer Landstraße“ beschließen. Erst mach der Anhörung und Zustimmung durch die Bürgerschaft zu den endgültigen Planungen könnte gebaut werden.

„Wir werden insgesamt rund 15 Millionen Euro investieren“, kündigt Edda Metz, Geschäftsführerin der Krieger Projektentwicklungs- und Bau GmbH in Berlin, an. Das Unternehmen ist Teil eines Konzerns, zu dem die Möbelhäuser Höffner, Möbel Kraft sowie die Sconto-Möbelmärkte gehören.

Metz hofft, dass der für die Investition nötige Bebauungsplan in der zweiten Hälfte des Jahres rechtskräftig ist. „Danach wollen wir so schnell wie möglich bauen“, so Metz. Realistischerweise sei das 2018. „Wir konzentrieren uns jetzt voll auf Sconto“, sagt die Geschäftsführerin. Was noch an der Schönwalder Landstraße entstehe, das könne sie jetzt noch nicht sagen. In den vom Investor vorgelegten Unterlagen wird aber ausdrücklich ein großer Gartenmarkt geannt.

Frank Embach kann sich nicht mit dem Vorhaben anfreunden. Der Textilhändler und Vorsitzender des Innenstadtvereins sitzt für die Kompetenz für Vorpommern im Bauausschuss. „Ein Möbelmarkt ist okay“, sagt er. Laut den Unterlagen könnten bei Sconto aber auch auf 1500 Quadratmetern Haushaltszubehör, Geschenkartikel, Bettwäsche und Badtextilien gehandelt werden.

„Ich staunte schon, als ich das gelesen habe“, kommentierte Embach. „Ich dachte, das wäre ein reiner Möbelmarkt.“ Man müsse damit leben, dass jeder Discounter heute auch Textilien anbiete. Aber nun gleich ein neues Zentrum gegenüber dem Elisenpark, das sei nicht gut. „Wir haben im Zentrum genug Probleme“, schätzt Embach ein.

„Das Gespenst der Konkurrenz geht um“, kommentiert Bauamtsleiter Thilo Kaiser, und erinnert an den Protest gegen den Handel mit Textilien und ähnlichem auf dem KAW-Gelände (Gleis vier) am Bahnhof.

Die Bürgerinitiative „Rettet die Innenstadt und die Fleischervorstadt und der Innenstadtverein“ überzeugten die Bürgerschaft, 1100 Quadratmeter Textilhandel oder 1200 Quadratmeter Unterhaltungselektronik, Elektronikartikel nicht zuzulassen (die OZ berichtete). „Aus unserer fachlichen Sicht ist das Vorhaben an der Schönwalder Landstraße innenstadtverträglich. Wir prüften das sorgfältig.“ Das sei auch die Auffassung des Landeswirtschaftsministeriums. Kaiser erinnert an die Angebotspalette von Aldi, Lidl, Netto und Co, die ebenfalls weit über Lebensmittel hinausgehe.

„Jeder Discounter hat ein innenstadtrelevantes Sortiment.“

Auch die Bauausschussmitglieder Peter Madjarov und Ulrich Bittner (beide Grüne) befürchten, dass es zu einer Schädigung der Innenstadt kommen könnte. Immobilienverwaltungsamtsleiter Winfried Kremer waren die geäußerten Befürchtungen zu allgemein. „Wir brauchen konkrete Änderungsanträge, damit wir wissen, in welche Richtung wir arbeiten sollen“, sagte er. Am Ende stimmte der Bauausschuss dem Plan für das neue Fachmarktzentrum zu (5 Ja-, 2 Nein-Stimmen, 5 Enthaltungen).

Der Scontomarkt soll für Kunden über die Zufahrt zum Elisenpark erreichbar sein. Für den Lieferverkehr sieht die gegenwärtige Planung eine eigene Zufahrt vor. Zum Scontomarkt gehört auch ein Lager mit 5000 Quadratmeter Stellfläche.

Konkurrenz zwischen Elisenpark und Marktkauf

Die Planungen für das neue Fachmarktzentrum sollen das Oberzentrum Greifswald in der Konkurrenz mit dem Fachmarktzentrum Neuenkirchen ( Marktkauf, Expert, Albers-Möbelhaus, Hammer und so weiter) stärken.

So steht es in der Begründung für den zugehörigen Bebauungsplan der Hansestadt. Elisenpark und Marktkauf und Co. verfügen beide gegenwärtig über je rund 30000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Nach einer Erhebung von 2011 kauften zwölf Prozent der Greifswalder in Neuenkirchen ihre „Waren des nichttäglichen Bedarfs (Kleidung, Schuhe, Schmuck, Bücher etc.) ein. 54 Prozent nannten bei möglicher Mehrfachnennung den Elisenpark und 63 Prozent damals die Innenstadt.

Heute würde die Landesregierung Einzelhandelsgroßprojekte von über 5000 Quadratmeter nur noch in den beiden Teiloberzentren Vorpommerns, Greifswald und Stralsund zulassen. Sie sollen dieser Funktion gestärkt werden. Nach der Wende hatten sowohl Greifswald als aus Stralsund Probleme, schnell Voraussetzungen für die vielen Investoren zu bekommen, die auf Standortsuche waren. Auch der Planungsrahmen war unfertig. Nur so war die Entstehung des Ostsee-Centers bei Stralsund und von „Marktkauf“ möglich.

Eckhard Oberdörfer

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