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Greifswald Neue Strategien für digitales Lernen
Vorpommern Greifswald Neue Strategien für digitales Lernen
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04:11 07.03.2013
Bernd Leu, Leiter der „Schule am Bodden“ in Neuenkirchen (re.), nahm mit Kollegen an der Regionalkonferenz im Schulversuch „Auf dem Weg zur Medienschule“ teil. Den Erfahrungsaustausch und die Begleitung durch Experten empfanden sie als gewinnbringend. Quelle: Peter Binder

Beispielsweise bei einer Performance: Das kleine iPad auf dem Stativ filmt Tanzschritte und Körperbewegung. Minuten später werten die Mädchen das Video aus und verbessern gleich anschließend gezielt ihre Synchronisation.

„Das ist eine von vielen Optionen, wie sich das iPad im Schulalltag sinnvoll nutzen lässt“, sagt Andreas Rehner. Der Lehrer aus Nordhessen will Kollegen in Vorpommern vermitteln, wie kreative Medienbildung laufen kann. Denn das Kasseler Gymnasium ist da recht weit, befindet sich seit Jahren auf einem Weg, den Bildungseinrichtungen in unserer Region gerade für sich entdecken. Im Herbst 2012 starteten 16 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern einen dreijährigen Schulversuch, der die Medienkompetenz von Schülern und Lehrern grundlegend stärken soll. Mit dabei: Die Greifswalder Regionalschule „Ernst Moritz Arndt“ und die „Schule am Bodden“ in Neuenkirchen.

„Es geht um eine völlig neue Lernkultur, die das selbstständige, selbstbestimmte und selbstorganisierte Lernen unterstützt“, sagt die Medienpädagogische Beraterin Sabine Schweder. Sie hat für den Projektträger — die Landesarbeitsgemeinschaft Medien in MV — ein Audit mitentwickelt. Dieser Selbsttest ermögliche es Schulen, eigenständig, aber mit Hilfe von Beratung, den Ist-Stand zu erfassen und ganz konkrete Ziele zu formulieren.

„Fakt ist, dass nahezu alle Schüler zu Hause über einen Computer verfügen. Damit eignen sie sich unreflektiertes Wissen an, kommen dann in die Schule und finden das Lernen nach dem herkömmlichen System nur noch langweilig“, spitzt Schweder die Situation zu. Um Wissensaneignung im Unterricht wieder spannend zu gestalten, seien deshalb neue Methoden und Strategien gefragt.

Genau darüber diskutierten in dieser Woche 20 Pädagogen von vier der 16 Versuchsschulen während einer Regionalkonferenz in Greifswald. „Der Erfahrungsaustausch mit anderen und die fachliche Begleitung bewirken einen Innovationsschub“, konstatiert Bernd Leu von der „Schule am Bodden“. Mit Computern sei sein Haus eigentlich gut ausgestattet, so der Schulleiter. Doch ein Laptop-Wagen oder PC-Kabinett mache noch lange keine Medienschule aus. Deshalb will er im Herbst erstmals eine siebte Klasse mit iPads ausrüsten und hofft dabei auf die Unterstützung der Eltern. Auch Kooperationen mit Bildungspartnern seien für eine Medienschule unerlässlich. Arndtschulleiterin Angela Leddin hat aus diesem Grund geplant, das Potential der Greifswalder Computerspielschule künftig für ihr Team zu nutzen — beginnend mit einer Projektarbeit.

Kleine Mosaiksteine, die sich — gepaart mit Lehrer-Fortbildungen — allmählich zu einem Ganzen formen. Da freut es Sabine Schweder, dass erstmals auch die Schulträger mit im Boot sitzen „und nicht nur aus Akten erfahren, warum bestimmte Investitionen sinnvoll sind“. Die neue Technik, da ist sich Jan Hartmann vom Institut für Qualitätsentwicklung in MV (IQMV) sicher, stelle für alle Schulen eine enorme Herausforderung dar. Sich ihr nicht jetzt, sondern erst später zu stellen, bezeichnet er als falsch. Aufgabe von Schule sei nicht nur, reichlich Stoff zu vermitteln, sondern Schüler einen kritischen Umgang mit Netzinhalten zu lehren.

Angela Leddin weiß, dass es bei dem Thema unter den Kollegen nicht nur Befürworter gibt. „Altersgründe, das Zeitargument oder die Meinung, ‘mein Fach gibt das nicht her‘, höre ich auch“, berichtet sie. Aber: „Der Trend geht eindeutig in Richtung mobiles Endgerät für jeden. Wir fangen in diesem Jahr an, wollen ebenfalls einen Klassensatz iPads anschaffen“, kündigt sie an. Denn dieser Entwicklung müsse Schule sich heutzutage stellen.

Der Schulversuch

16 Schulen nehmen am landesweiten Schulversuch „Auf dem Weg zur Medienschule“ teil. Die Einrichtungen werden dabei unterstützt, ein nachhaltig wirkendes Medienbildungskonzept an ihrem Lernort zu etablieren. Dieses umfasst das Schulprogramm, die Unterrichtsentwicklung und -gestaltung sowie die Öffnung von Schule für die Kooperation mit Bildungspartnern.

Die Uni Greifswald begleitet den Schulversuch wissenschaftlich. Ziel ist es, allen Schulen in MV Instrumente in die Hand zu geben, um die Medienbildung schulspezifisch zu fördern.

Petra Hase

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