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Neuer Ärger bei den Linken

Wolgast/Greifswald Neuer Ärger bei den Linken

Langjähriger Kommunalpolitiker Lars Bergemann soll im Kreistag sämtliche Funktionen loswerden

Wolgast/Greifswald. Der im ersten Versuch während der Dezembersitzung misslungenen Abwahl Lars Bergemanns (Die Linke) von allen seinen Kreistagsfunktionen folgt nun ein neuer Anlauf. Das hat die Fraktion der Linken während ihrer jüngsten Sitzung am 5. Februar beschlossen. Und zwar mit acht Ja-Stimmen, bei nur einer Gegenstimme. Deshalb wird bei der nächsten Sitzung des Kreistages am 22. Februar in Greifswald erneut der Antrag eingebracht, dass Lars Bergemann von seinen Aufgaben als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses sowie als stellvertretendes Mitglied mehrerer weiterer Ausschüsse zu entbinden sei. Die Begründung dafür: Der langjährige Kommunalpolitiker hatte sich entschieden, per 1. Januar 2018 die Fraktion der Linken zu verlassen. Was er denn auch tat. Auf Nachfrage stellt dazu der Wolgaster klar: „Der Stil der Arbeit in der Fraktion lässt es nicht länger zu, inhaltlich gut zu arbeiten. Anders als früher mit Eckfried Luth fehlt es unter Marlies Peeger an inhaltlich-fachlicher Ausrichtung.“ Die Fraktionschefin leite, führe, moderiere und motiviere nicht so, wie es sich Bergemann vorstellt und wünscht. Er werde den Eindruck nicht los, dass neben der Fraktion auch noch ein kleinerer, interner Zirkel festlege, wo es lang geht. Dennoch hatte er von vornherein betont, trotz seines geplanten Austrittes die Ausschussarbeit – das Jugendhilfegremium leitet er seit 2004 – engagiert fortsetzen zu wollen. „Ich habe das immer mit viel Herzblut getan und will es auch weiter tun“, sagt Bergemann. Doch die Chancen dafür stehen nun eher schlecht.

 

OZ-Bild

Lars Bergemann

Quelle: Foto: Die Linke

Für Jeannine Rösler etwa hat sich ihr Parteifreund durch seinen Fraktionsaustritt selbst um das Recht gebracht, wichtige Kreistagsfunktionen wahrzunehmen. Sie will nach Bergemanns Abwahl (dazu bedarf es allerdings übernächste Woche mindestens 35 Stimmen der insgesamt 69 Kreistagsmitglieder) als ordentliches Mitglied in den Jugendhilfeausschuss nachrücken, Marlies Peeger als Stellvertreterin. Die Fraktionschefin bestätigte gestern noch einmal das Vorgehen in Sachen Bergemann. Er habe ihr persönlich vorgeworfen, „kein Teamplayer“ zu sein. Das Verhältnis zwischen ihr und dem aus der Fraktion ausgetretenen Wolgaster sei nachhaltig gestört, so dass es aus ihrer Sicht jüngst keine Versuche mehr zu neuerlichen Gesprächen gegeben habe. „Um das nochmals klarzustellen: Mit Lars’ Entbindung von den Ausschussfunktionen setzen wir die Kommunalverfassung um. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um eine Bewertung seiner Arbeit.“ Dass die Fraktion der Linken dennoch ihren Anspruch auf Besetzung der Ausschussfunktionen geltend mache, liege in der Natur der Sache. Schließlich wolle man ja auch politisch gestalten.

Innerhalb der Fraktion hatte sich lediglich Irina Rimkus pro Lars Bergemann ausgesprochen. Wie Fraktionsgeschäftsführer Daniel Staufenbiel auf Anfrage sagte, habe er nochmals versucht, auf klärende Gespräche hinzuwirken. „Leider vergeblich“, konstatierte er. Für ihn sei die Haltung der Mehrheit der Kreis-Linken von einer Art Vergeltungssucht gegen Bergemann geprägt. Außerdem hält er es für einen Fehler, einen erfolgreichen Ausschussvorsitzenden anderthalb Jahre vor der nächsten Kommunalwahl abzuberufen. Darunter dürfte seiner Meinung nach die Sacharbeit leiden. Staufenbiel selbst war in die Kritik der Linken geraten, da er auf einem Demo-Foto mit einem Mann abgelichtet war, der einen AfD-Schlüsselanhänger getragen hatte.

Steffen Adler

OZ

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