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Greifswald Neuer Anlauf für Schauhaus der Uni
Vorpommern Greifswald Neuer Anlauf für Schauhaus der Uni
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00:01 15.07.2016
Exemplar des ausgestorbenen Beutelwolfs, der als das größte fleischfressende Beuteltier gilt.

An dem früheren Physikalischen Institut in der Rubenowstraße soll ein Universitätsschauhaus der neuen Art werden. Eine Einrichtung, die Geschichte, Gegenwart und die Zukunft der 560 Jahre alten Hochschule auf vielfältige Weise präsentiert und zum Mitmachen einlädt. So etwas wie das Universum in Bremen, beschreibt Unikanzler Wolfgang Flieger. Sicher auf jeden Fall mit mehr Historie, die Bremer Uni wurde erst 1971 gegründet, die Greifswalder 1456.

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Rektorat hat Konzept schon gebilligt / Projekt kostet zehn Millionen Euro / Hoffnung auf Zusatzgeld vom Land

Die „Alte Physik“ steht seit zehn Jahren leer. Nachdem eine Kontamination mit Quecksilber entdeckt worden war, musste die angekündigte Sanierung wegen der Kostensteigerung auf mehr als das Doppelte abgesagt werden.

Das Rektorat habe dem von Uniarchivar Dirk Alvermann erarbeiteten Konzept bereits zugestimmt, informierte der Kanzler den Arbeitskreis Bildung, Wissenschaft und Kultur der Landtagsfraktion der CDU bei einem Besuch des Gebäudes. Abenteuer, Leben und Visionen seien die drei Bereiche, die das Haus präsentieren werde. „Die Linien der Entwicklung sollen durchbrochen und Schaufenster der Entwicklung gezeigt werden.“ Herausragende Sammlungsobjekte wie der Saurier Emausaurus ernsti oder die Eiserne Lunge könnten präsentiert werden. Meilensteine in der Hochschulhistorie und Helden der Uni- und Stadtgeschichte wie der Unigründer Heinrich Rubenow, der Maler Caspar David Friedrich, der Mitbegründer der Virologie Friedrich Loeffler oder der Nobelpreisträger Gerhard Domagk fänden einen Platz.

Dazu ein virtueller Rundgang durch die Uni, multimediale Angebote, die Einbindung bereits digitalisierter Sammlungen, Forschungsschwerpunkte, Wissenstransfer, die weltoffene Uni, Angebote für verschiedene Zielgruppen, Werbung für Greifswald, ein Cafe, ein Uniladen – das sind nur Stichworte. Alvermanns Ideen sind umfassend. „Das zuständige Dezernat arbeitet jetzt an der baulichen Planung für die Nutzung“, informierte Flieger. Er verwies auf das immense Interesse der Touristen an den Bauten, den Räumen, Kunstwerken, der Geschichte der Hochschule. Nur eins fehlt: Das nötige Geld. Bis 2023 sind die vom Land der Uni Greifswald zur Verfügung gestellten Mittel verplant. Wenn nicht ein großer Geldsegen komme, dann könne die Uni das Vorhaben allenfalls sukzessive mit maximal sechsstelligen Beträgen im Jahr voranbringen, verdeutlichte Flieger.

Alles in allem kostet das Projekt wegen der nötigen Beseitigung der Kontamination mit Quecksilber etwa zehn Millionen Euro. Davon entfallen drei bis vier Millionen auf die nötige Quecksilbersanierung, erläuterte Vizekanzler Peter Rief. Das dauere ein bis zwei Jahre, weil jedes Teil, das entfernt wird, freigemessen (Unterschreitung der Grenzwerte) werden müsse.

Der Greifswalder Landtagsabgeordnete Egbert Liskow hat einen anderen Plan, um die Konzeption in absehbarer Zeit zu verwirklichen. Das Projekt könnte Teil eines Koalitionsvertrages einer ab Herbst weiter mitregierenden CDU werden, machte er Wahlkampf. Baubeginn wäre dann frühestens Ende 2017/Anfang 2018, Einweihung frühestens 2021/22, rechnete Liskow aus. Er fände die Idee gut, so Arbeitskreisleiter Torsten Renz auf Nachfrage. Mitglied Marc Reinhardt regte an, über den Einsatz von Städtebaufördermitteln nachzudenken.

Der gescheiterte „Planet Gryphia“

2002 meinte das Büro Brakeley Fundraising & Management Consultants, dass eine Spendenkampagne der Uni zehn Millionen Euro bringen könnte. Das erwies sich als völlig unrealistisch. Ein Projekt war, bis 2008 ein Uni-Schauhaus „Planet Gryphia“ mit Informationszentrum sowie Teile der Sammlungen der Hochschule in der Alten Physik einzurichten. Damals sollte das nur drei bis vier Millionen Euro kosten. Die 19 wissenschaftlichen Sammlungen umfassen rund 5,74 Millionen Einzelobjekte. Seit 2010 sind über 20000 Objekte mit mehr als 40000 Fotos der Medizin, Theologie, Kunst, Geistes- und Naturwissenschaft erfasst worden. Rund 10000 sind über ein zentrales Sammlungsportal weltweit recherchierbar.

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