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Greifswald Neuer Anlauf für Schönwalde II
Vorpommern Greifswald Neuer Anlauf für Schönwalde II
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00:05 14.10.2017
Hier ist es schön grün. Ich habe viele Möglichkeiten, mit meiner Hündin Gassi zu gehen. Steffen Henkel (49)

Schmelztiegel Schönwalde II: 9000 Menschen leben in dem Stadtteil, der hat die höchste Einwohnerdichte in Greifswald und einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen aus dem Ausland. Rentner, Studenten, Alleinerziehende, Geringverdiener, Arbeitslose – ihr Miteinander soll gestärkt werden. Dieses und andere Ziele sind im nun vorliegenden „Integrierten Handlungskonzept Schönwalde II–tausend17“ formuliert. Die Bürgerschaft entscheidet Anfang November darüber.

Stadtteil soll weiterentwickelt werden / Bund und Land sollen fördern

„ Es ist ein ehrliches Papier“, das die „riesigen Herausforderungen“, etwa die hohe Zahl von Menschen in Bedarfsgemeinschaften, in den Blick nähme, meint Erik von Malottki (SPD), stellvertretender Vorsitzender der Ortsteilvertretung.

„Zu Schönwalde II muss man immer ’einerseits’, ’andererseits’ sagen“, kommentiert Michael Heinz, Mitarbeiter des Stadtbauamts. „Einerseits gibt es massive sozioökonomische Probleme, andererseits bewerten viele Einwohner die Qualität der Wohnungen, die Erreichbarkeit und Einkaufsmöglichkeiten als gut.“ Auch günstige Mieten sprächen für Schönwalde II, sagt Jörn Roth, technischer Vorstand der Wohnungsbau-Genossenschaft (WGG). Mietsteigerungen durch Sanierungen sollten „moderat“ sein, merkt er an. Das Handlungskonzept sehe einen altersgerechten und barrierearmen Umbau von Wohnungen und Wohnungseingangsbereichen vor.

Nach Ansicht Erik von Malottkis rücken die Integrationsaufgaben den Stadtteil in den Fokus. Das betreffe laut Konzept neben Migranten auch Alleinerziehende und Suchtkranke. Ein öffentlicher Treffpunkt könne auf der Wiese hinter der Sporthalle III am Puschkinring entstehen. Für Familien sollen mehr Kitaplätze geschaffen werden: Die Kitas „Samuil Marschak“ und „A.S. Makarenko“ sollen 2019 einen Neubau bekommen. Ein weiterer Punkt im Konzept: Die Mitarbeiterverträge im Stadtteilzentrum „Schwalbe“ sollen entfristet werden.

Die „Schwalbe“ ist einer der wenigen Begegnungsorte. Finanziert wurde der durch das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“, an dem Bund und Länder beteiligt sind. Seit 2005 flossen dadurch rund 5,3 Millionen Euro in den Stadtteil, davon 2,2 Millionen für die „Schwalbe“. Trotz der Fortschritte sind Fördermittel weiterhin notwendig. Das im Februar von der Bürgerschaft beschlossene Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2030plus legt Schönwalde II deswegen weiterhin als Programmgebiet fest. Mit dem Handlungskonzept werden nun konkrete Ziele benannt. Eine Grundlage für diese waren Vorstellungen der Einwohner. Öffentliche Toiletten wünschen sie sich, mehr Nistkästen und mehr legale Graffitiflächen. Auch ein Sommerkino im Stadtpark, eine Internetseite für den Stadtteil, ein Fitnesscenter und alternative gastronomische Angebote wurden von Bürgern vorgeschlagen.

Eva Held kümmert sich im Quartiersmanagement um das soziale Miteinander. „Immer noch sind Angebote für Kinder und Jugendliche unzureichend“, sagt sie. Zudem fehle „ein großer, öffentlich zugänglicher Platz“. Ein Konzept für den Stadtpark (zwischen Schönwalde II und Ostseeviertel Parkseite gelegen) und kostenloses WLAN sollen helfen.

Held betont „die stadtweite Bedeutung“ der Bildungseinrichtungen, die von der Kita bis zum Weiterbildungszentrum vorhanden sind. Die Sanierung beziehungsweise der Ersatzneubau des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums und der Anbau für die Grundschule „Erich-Weinert“ haben dementsprechend hohe Priorität.

Schönwalde II in Zahlen

9000 Menschen leben im Stadtteil Schönwalde II. Der Altersdurchschnitt entspricht ungefähr dem in der gesamten Hansestadt Greifswald. Zwei Fünftel sind älter als 50 Jahre. Den größten Anteil bilden die 30- bis 50-Jährigen mit 23,6 Prozent, knapp gefolgt von 18- bis 30-Jährigen. Die Einwohnerdichte ist die höchste im gesamten Stadtgebiet: Auf einen Hektar kommen 90 Einwohner, in Greifswald sind es nur elf.

70 Prozent der Bewohner sagen, dass sie sich im Stadtteil wohl fühlen und zufrieden sind.

Die Arbeitslosenquote beträgt in diesem Stadtteil 15,8 Prozent (HGW: 8 Prozent).

Der Ausländeranteil ist mit 9 Prozent überdurchschnittlich (Greifswald: 5,5 Prozent).

Der Stadtteil entstand in den 1970er Jahren als Siedlung vor allem für Mitarbeiter des Kernkraftwerks Lubmin und der Nachrichtenelektronik Greifswald.

Christopher Gottschalk

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