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Greifswald Neuer Campus für Biologen wird nun fertig
Vorpommern Greifswald Neuer Campus für Biologen wird nun fertig
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00:00 11.05.2017
Der neu gestaltete Hörsaal wird seit Anfang April für die Lehre genutzt. Quelle: Foto: Peter Binder
Greifswald

Der neue Campus der Biologie (Botanik, Zoologie und Landschaftsökologie) in der Fettenvorstadt steht vor der Vollendung. Alles in allem wurden bisher seit 2008 etwa 13 Millionen Euro an der Soldmannstraße investiert.

Seit 2008 investierte das Land 13 Millionen Euro in Umbau und Neubau auf dem Gelände an der Soldmannstraße

Der Hörsaal der früheren Kinderklinik an der Loitzer Straße ist seit April in Betrieb. „Der Bürotrakt wird in diesem Monat fertiggestellt, dorthin ziehen dann die Wissenschaftler, die jetzt noch in der Bachstraße zu finden sind“, erklärt Evelyn Schilling, die zuständige Sachbearbeiterin im Referat Bau- und Raumplanung der Universität. Aus dem alten Gartenhaus wird ein Tierstall. Damit können auch die Fliegen und Schaben aus der Johann-Sebastian-Bach-Straße zum Campus Soldmannstraße umziehen. Korrekter spricht man von Insektenzucht für Lehre und Forschung.

Die Schmetterlinge, die Professor Klaus Fischer für seine Forschung benötigt, wohnen schon in der Soldmannstraße 23. Das ist die Adresse des früheren Instituts für Physikalische Chemie. Dort befinden sich auch schon die Räume der Vogelwarte Hiddensee und der Lehrstuhl für Cytologie und Evolutionsbiologie. „Der Tierstall wird ebenso wie die Präparatur in diesem Monat fertig“, sagt Referatsleiter Waldemar Okon. Präparator Knut Weidemann bezieht ein früheres Laborgebäude der Unimedizin.

Damit sind die Tage des früheren Zoologischen Instituts in der Bachstraße gezählt. Es soll nach dem Auszug der Mitarbeiter verwertet, sprich verkauft oder in Erbpacht vergeben werden. Abgerissen wird auf dem Gelände Soldmannstraße der sogenannte Stoltepavillon. „Dort werden Parkplätze angelegt“, so Okon. „Es werden so zehn bis zwölf sein“, schätzt Jens Rott, Baurat beim Betrieb für Bau und Liegenschaften, der im Auftrag des Landes die Baumaßnahmen umsetzt.

Allerdings reicht das Geld nicht für den Abriss und die Neugestaltung der Außenanlagen. Die müssen warten, ebenso wie die Sanierung des früheren Röntgenarchivs. Das denkmalgeschützte Gebäude war lange als Domizil für den Studentenclub C9 im Gespräch. Der soll jetzt nach dem Willen der Hochschulleitung in den Heizungskeller der alten Unibibliothek in der Rubenowstraße ziehen. Das Röntgenarchiv könnte ein Lager werden, meint Okon. Sein Referat erreichen immer wieder Anfragen nach Lagern. „Um zu planen, müsste der Bedarf bei uns angemeldet werden“, ergänzt Rott.

Etwas außerhalb des Geländes liegt der frühere sogenannte Kinderpavillon Richtung Verlängerte Scharnhorststraße. Er gehört der Unimedizin. In den ehemaligen Kinderpavillon sollten gemäß früherer Planungen Wissenschaftler von der Insel Hiddensee umziehen. „Allerdings war eine Sanierung sehr aufwändig und so hat man davon Abstand genommen“, informiert Okon.

Schon eingezogen sind die Botaniker in das frühere Hauptgebäude der Kinderklinik. Die bedeutende Zoologische Sammlung ist ebenfalls bereits in der Loitzer Straße zu finden und wesentlich großzügiger und besser untergebracht als in der Bachstraße. Ferner gehören das Versuchsgewächshaus und der Botanische Garten sowie zwei Villen an der Münterstraße zum Campus der Biologen und Landschaftsökologen..

„Als wir 2008 anfingen, gingen wir von Kosten unter einer Million Euro für die Sanierung aus“, erzählt Evelyn Schilling. An ein neues Labor- und Praktikumsgebäude an diesem Standort habe damals noch keiner gedacht. „Wir gingen davon aus, dass die Klinikgebäude lediglich im geringfügigen Umfang hätten hergerichtet werden müssen“, erzählt sie. Nach dem Auszug der Klinik mussten die Planungen dann allerdings schnell korrigiert werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Die Kinderklinik

Die Universitätskinderklinik wurde 1913 an der Soldmannstraße nach Plänen von Ernst Lucht gebaut. Direktor war zu dieser Zeit Prof. Erich Peiper. Kurz danach entstand das Säuglingsheim in der Nachbarschaft an der Soldmannstraße, 1928 folgte dessen Nebengebäude mit Küche und Waschküche, das heute nach seiner ersten Nutzung meist als Röntgenarchiv bezeichnet wird.

Der Pirquet/Stolte-Pavillon folgte 1951 (soll abgerissen werden), in dem auch eine Bibliothek untergebracht wurde. Ferner wurde im gleichen Jahr der Verbindungsbau (Verwaltung und Röntgenabteilung) zwischen Haupthaus und früherem Säuglingsheim errichtet. 1954 folgte das Wirtschaftsgebäude mit Küchen, Frauenmilchsammelstelle und Arztwohnungen sowie das Gartenlabor (jetzt Präparatur). Ein Jahr später folgte der neue Komplex Ecke Loitzer Straße mit Hörsaal und Frühgeborenenstation.

Eckhard Oberdörfer

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