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Greifswald Greifswalder Stadion ist zu vergeben
Vorpommern Greifswald Greifswalder Stadion ist zu vergeben
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14:07 02.12.2018
Fußballspiel im Philipp-Müller-Stadion im Jahre 2011, schon damals galt die Anlage als in die Jahre gekommen Quelle: Werner Franke
Greifswald

 Der Greifswalder Fußballclub (GFC) hat den Pachtvertrag für das Philipp-Müller-Stadion zum Jahresende gekündigt, bestätigte die Stadtverwaltung. Was aus dem Gelände wird, steht noch nicht fest. „Das Stadion wird zunächst durch die Stadt bewirtschaftet“, informiert Bärbel Lenuck, Mitarbeiterin der Pressestelle. „Wir sind mit anderen Vereinen im Gespräch.“ Konkretes stehe noch nicht fest.

In der letzten Woche hatten sich bereits Leser an die OZ gewandt, weil der Zustand des in den 1950er Jahren von Eisenbahner hergestellten Platzes besorgniserregend sei. Einige befürchten gar, dass auf dem Gelände an der Wolgaster Straße ein Wohngebiet entstehen soll. Das ist indes bei dem gegenwärtig geltenden Ortsrecht nicht möglich.

Für Reinhard Bartl vom Stadtsportbund ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass sich ein anderer Verein als Pächter der Anlage findet. „Wer tut sich das an“, fragt er sich. „Der Investitionsbedarf ist sehr hoch und das Stadion vergleichsweise groß.“ Er könne den Greifswalder Fußballclub gut verstehen. Die Stadt sei gefragt, mehr Geld für die Unterhaltung und Bewirtschaftung aller Sportanlagen auszugeben und nicht den Sportlern die mit der Pacht verbundenen Lasten aufzubürden. Bartl befürchtet, dass in den nächsten Jahren weitere Vereine ihre Verträge kündigen.

Solche Bestrebungen seien der Verwaltung derzeit nicht bekannt, informiert Lenuck. Aktuell haben 21 Vereine insgesamt 32 städtische Sportstätten gepachtet und bewirtschaften sie mit großem ehrenamtlichen Engagement. „Das entlastet erheblich den städtischen Haushalt“, betont der Sportbundvorsitzende Bernt Petschaelis. Insgesamt 32000 Euro erstattet die Stadt gegenwärtig Vereinen zur Bezahlung ihrer Betriebskosten. In der Regel bekommen sie 100 Prozent, nur bei zweien seien es lediglich 80 beziehungsweise 50 Prozent. „Wenn man den Aufwand sieht, den diese Vereine haben, sollte man ihnen zusätzlich 50 Prozent der Ersparnisse der Stadt durch die Verpachtung zu ihrer Verwendung geben“, fordert Bartl.

Baracken sollen abgerissen werden

Den hohen Sanierungsbedarf im Philipp-Müller-Stadion bestätigt der GFC-Vorsitzende Heiko Jaap. „Die vorhandenen Baracken sind äußerst marode. Es gab immer wieder Reparaturmaßnahmen, die durch den Verein veranlasst und bezahlt werden mussten.“ Dazu kämen die nicht unerheblichen Kosten für Strom und Gas. Die Sozialräume müssten dringend saniert werden.

Zur Erinnerung: Vor vier Jahren wollte der damalige GFC-Vorsitzende Michael Lüdeke das Philipp-Müller-Stadion mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) umfassend sanieren. Der Stadtsportbund ordnete dieses Projekt hinter den Anlagen in Eldena und der Stadtrandsiedlung ein. Bekommen hat keiner dieser drei EU-Gelder.

Bärbel Lenuck geht davon aus, dass die Baracke mit dem Umkleidetrakt im Müllerstadion nun wahrscheinlich abgerissen wird. Mit Übernahme durch die Stadt werde keine weitere Nutzung mehr erfolgen. Theoretisch könnte das Stadion dann durch andere Sportarten genutzt werden. Die Fußballer trainieren künftig alle im Volksstadion.

Volksstadion soll Wohnzimmer des GFC sein

„Das Volksstadion sollte das Wohnzimmer des GFC werden“, sagt Heiko Jaap. „Die vorhandene Infrastruktur ermöglicht es uns, den Verein sportlich gut aufzustellen.“ Der Vereinsvorsitzende erinnert ferner daran, dass das Philipp-Müller-Stadion für den GFC zu klein sei und es keine Flutlichtanlage gebe. „Selbst bei vollständiger Sanierung des Stadions wäre es immer notwendig gewesen, in großen Teilen auf die Trainingsmöglichkeiten des Volksstadions zurückzugreifen.“ Das Volksstadion ist eine städtische Anlage, ist also nicht an einen Verein verpachtet worden.

Kritik an der städtischen Sportförderung übt Heiko Jaap nicht. Zwar sei „der geplante Erwerb des Sozialgebäudes im Volksstadion zunächst gescheitert“ (die OZ berichtete), aber der GFC pflege einen sehr guten Umgang mit den städtischen Gremien. Die Stadt anerkenne die sehr gute Arbeit des GFC im Nachwuchsbereich, müsse aber natürlich die Interessen vieler Vereine berücksichtigen. „Wir werden weitere Gespräche mit der Stadt führen, um den Greifswalder Fußball voranzubringen“, kündigt Jaap an.

Eckhard Oberdörfer

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