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Greifswald Neuer Stammtisch: Gespräche über seelische Gesundheit
Vorpommern Greifswald Neuer Stammtisch: Gespräche über seelische Gesundheit
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04:22 06.09.2013
Im Biobistro — hier mit den Mitarbeiterinnen Gabriele Teske, Julia Volkmann und Luciane Wendt — gibt es künftig nicht nur etwas für den Leib, sondern auch für die Seele. Quelle: Fotos: Peter Binder
Greifswald

Der Fall Gustl Mollath sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Sieben Jahre saß er wegen angeblicher Gemeingefährlichkeit gegen seinen Willen in der Psychiatrie. Im August kam er frei. Die früheren Entscheidungen wurden jetzt vom Bundesverfassungsgericht als Verstöße gegen die Grundrechte des 56-Jährigen gewertet.

Ein krasses Beispiel für das Thema psychische Erkrankung. Und doch — oder vielleicht gerade deshalb — ein guter Diskussionsansatz, meint Ingrid Hacker-Vosen vom Pommerschen Diakonieverein. Der hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Volkskrankheit Nr. 1 mehr ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Was heißt eigentlich „psychisch krank“? Was passiert, wenn jemand nicht mehr so „funktioniert“, wie es die Gesellschaft erwartet? Und welche Möglichkeiten gibt es, ihm zu helfen?

Darum, aber auch um viele andere Fragen, soll es in einem neuen Gesprächskreis gehen, den der Diakonieverein im Biobistro „Alte Sternwarte“ etablieren will. Eine Art Stammtisch für jeden, der daran Interesse hat, vielleicht sich sogar selbst mitteilen oder einfach nur zuhören möchte.

„Ich habe viele Kontakte zu Betroffenen, aber auch Angehörigen psychisch Erkrankter“, berichtet Hacker-Vosen, die Regionalleiterin der Abteilung Sozialpsychiatrie. Eines falle ihr in den Gesprächen immer wieder auf: Häufig werde über eine starke Psychiatrisierung geklagt. Heißt: „Die Medikamente stehen im Vordergrund, damit diese Menschen funktionieren“, sagt Ingrid Hacker-Vosen.

Dass es auch anders geht, beweist der Pommersche Diakonieverein auf vielfältige Weise. Allein in der „Alten Sternwarte“ arbeiten bzw. treffen sich Menschen mit psychischen Erkrankungen und erleben, dass sie nicht weniger wert sind als alle anderen. Im Gegenteil. „Manch einer hat ein Handicap und engagiert sich trotzdem sehr für andere“, berichtet Monika Meyer-Klette, Koordinatorin im Bürgerhafen, der dort ebenfalls zu Hause ist. Aus Erfahrung weiß sie, dass viele Menschen trotz seelischer Probleme „durchaus in der Lage sind, anderen etwas Gutes zu tun. Oft hilft ihnen das, nicht tiefer in ein schwarzes Loch zu fallen.“ Andere gäben sich Mühe, mit ihrem Leid nicht aufzufallen, versteckten sich gar. „Denn ist es nicht so, dass wir alle unsere Vorurteile haben und sehr schnell stigmatisieren?“, gibt Hacker-Vosen zu bedenken. Auch dazu soll der Stammtisch dienen: Vorurteile abzubauen, eigenes Tun zu überdenken. Willkommen ist jeder, der ein offenes Ohr hat.

Stammtisch „Leib und Seele“ — erster Termin: 17. September, 15-17 Uhr, danach jeder dritte Dienstag im Monat im Biobistro, Lutherstraße 10

OZ

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