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Neuer Verein: Sport frei für die „Hanse-Kinder“

Greifswald Neuer Verein: Sport frei für die „Hanse-Kinder“

Bewegungsangebote in den städtischen Kitas sollen ausgebaut werden / Förderung für Feste und Kurse möglich / Kita „Regenbogen“ träumt sogar von neuer Turnhalle

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Läuft bei der Kita „Regenbogen“: Der neue Verein eröffnet Möglichkeiten, das Sportangebot auszubauen.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. „Martin! Martin! Martin!“ Wenn Erzieher Martin Korschill über den Hof der Kita „Regenbogen“ geht, kann es vorkommen, dass ihn die Kinder einfach so mal anfeuern. Er ist sicherlich wegen seiner Art beliebt, aber auch, weil er mit den Kleinen viel Sport treibt. „Kommt, wir machen einen Wettlauf“, ruft er, und sofort stehen mehr als zehn Kinder an der imaginären Startlinie und können es kaum erwarten loszurennen.

„Jeden Tag spielt Martin mit den Kindern Fußball“, erklärt „Regenbogen“-Leiterin Beata Giese. Zudem gebe es in der Kita mit dem Schwerpunkt Sport zahlreiche Angebote für die Eltern. Korschill geht zum Beispiel auch regelmäßig mit den Vätern kicken.

Strukturen, Kurse und offene Angebote aus dem Bereich Sport sollen künftig ausgebaut werden – und zwar nach Möglichkeit in allen Kindertagesstätten, die in städtischer Verantwortung sind. Dafür wurde nun der Sportverein Hanse-Kinder gegründet. Beitreten können alle Kinder, Eltern und Erzieher der 14 kommunalen Kitas. Wer sein Kind woanders betreuen lässt, kann aber ebenfalls Mitglied werden, sofern dies Sinn ergibt und die Angebote wahrgenommen werden können.

Nicht zufällig trägt der Verein denselben Namen wie der für die städtischen Kindertagesstätten zuständige Greifswalder Eigenbetrieb. Mit diesem wurde eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Sie hat zum Ziel, dass der Eigenbetrieb die Beiträge für alle Mitglieder übernimmt. Warum? „Für viele Eltern sind schon zehn Euro im Monat zu viel“, gibt Beata Giese zu bedenken. Bei der Kita „Regenbogen“ etwa seien 85 Prozent der Eltern zu Hause und gingen keiner geregelten Arbeit nach. „Der Mitgliedsbeitrag beträgt zwei Euro im Jahr“, erklärt Achim Lerm, Chef des Eigenbetriebs. „Wir überweisen das Geld an den Verein, um ihm den bürokratischen Aufwand zu ersparen, jedem Mitglied eine Rechnung zu schicken.“ Von großen Summen geht Lerm nicht aus. „Bei 200 Mitgliedern wären es 400 Euro im Jahr“, rechnet er vor.

Der Verein steht noch ganz am Anfang, hat aber Großes vor. „Alle Angebote sollen für alle zugänglich sein“, sagt Giese. Durch Befragungen der Eltern wolle man im Detail herausfinden, was sie wünschen. Die benötigten sieben Gründungsmitglieder stammen alle aus ihrer Kita. Zurzeit liefen Gespräche mit anderen Einrichtungen. „Eine Kita mit Schwerpunkt Musik wird jetzt nicht komplett auf Sport umsteigen“, sagt Beata Giese. „Aber vielleicht wird dort auch mal ein Sportfest organisiert, das dann etwas größer aufgezogen werden kann, bei dem dann dank des Vereins professionelle Übungsleiter mitmachen können und es Medaillen gibt“, überlegt sie.

Denn ein wichtiger Vereinszweck sei es, Fördermittel, Spenden und Sponsorengelder einwerben zu können. „Damit könnten wir zum Beispiel die Vorschulolympiade finanzieren, die ich bislang aus meinem Topf zahlen muss“, sagt Giese. Fördermittel könnte es auch für ein Großprojekt geben: Die Kita „Regenbogen“ soll in absehbarer Zukunft saniert werden. Das Haus ist vor vier Jahrzehnten in Plattenbauweise errichtet worden und in die Jahre gekommen. „Wir hoffen, durch den Umbau einen Turnraum, besser noch eine Turnhalle zu bekommen“, meint Giese. In Zeiten, in denen sie nicht genutzt wird, könnte sie vermietet werden, was in Greifswald in Anbetracht des Bedarfs an Hallenzeiten kein Problem werden dürfte. Achim Lerm schwebt eine Landesförderung vor. 50 Prozent der Kosten könnten so finanziert werden.

Kai Lachmann

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