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Greifswald Neues Festival soll acht Wochen dauern
Vorpommern Greifswald Neues Festival soll acht Wochen dauern
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00:01 12.12.2017
Die jährliche Veranstaltung „Insomnale“ (im Bild ein Eindruck der multimedialen Performance „borderline“ von 2008) ist bisher die einzige Ausstellung in der Stadt, die einige Anklänge von einem Kunstfestival hat. Quelle: Foto: Oz-Archiv
Greifswald

Ab 2019 soll es einmal im Jahr acht Wochen ein Stadtraum-Kunstfestival in der Universitätsstadt geben. Vielleicht auch in einem anderen Rhythmus, wenn Partnerstädte Greifswalds mitziehen. So steht es im Konzept für Kunst im öffentlichen Raum, das im Bürgerschaftssaal vorgestellt wurde. Erarbeitet haben es das Kulturamt und Kunstprofessor Christian Frosch mit Studenten des Caspar-David-Friedrich-Instituts.

„Wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen“, betonte Amtsleiterin Annett Hauswald. „Die Kunstwerke sollen für eine Identifizierung mit dem Ort, mit dem Stadtteil sorgen.“ Dabei habe man keineswegs nur die Innenstadt im Blick.

Das Konzept geht von acht bis zehn Kunstwerken für den Stadtraum aus, die Studenten und Absolventen des Caspar-David-Friedrich-Instituts erarbeiten. Wie das aussehen könnte, zeigten erste Ideen von Florian Mehlis, Anett Simon und Jakob Sperrle. Mehlis schlägt vor, dass das Tastmodell der Innenstadt auf dem Markt zu einem Modell der ganzen Stadt erweitert wird. Simon will mit künstlichen Pfützen auf die immer mehr zugepflasterte Stadt hinweisen. Sperrles Idee ist die Verlegung von Leuchtfolie in der trockengelegten Brunnenanlage von Jo Jastram in der Petershagenallee. Die Sonne würde sich hier spiegeln, so wie es war, als der Brunnen noch ein Brunnen mit Wasser war. „Zur Unterstützung der Autoren der von einer Jury ausgewählten Entwürfe wollen wir professionelle Künstler einladen“, sagte Christian Frosch. Gute Kunstwerke könnten nach dem Festival angekauft werden.

Frosch sprach sich für ein Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussion, der Einbeziehung von Schulen und weitere Bestandteile aus. „Unser Institut bildet als einziges in Mecklenburg-Vorpommern Lehrer für Kunst und fürs Gestalten aus“, erinnerte er. Ein Festival wäre auch Werbung für Greifswald und könnte ein Pfund für den Tourismus in der Stadt Caspar David Friedrichs sein. Zum Vergleich: Das seit 40 Jahren bestehende Festival „Skulptur-Projekte Münster“ habe sich aus bescheidenen Anfängen zu einem Riesenereignis mit internationaler Ausstrahlung entwickelt, so Frosch.

Das hat allerdings einen millionenschweren Etat. Davon träumen Hauswald und Frosch nicht. Die zehn Nachwuchskünstler sollen nur je 500 Euro bekommen. Alles in allem kommen trotzdem 174000

Euro zusammen. Laut Hauswald müsste die Bürgerschaft im Haushalt eine noch nicht genannte Summe zur Verfügung stellen. Fördergelder des Landes und der EU sollen ebenso wie Sponsoren und Spenden die Gesamtfinanzierung ermöglichen. Auch der Vorpommern-Fonds, aus dem Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) Geld verteilt, biete dafür Chancen. Laut Zeitplan würde Mitte 2018 die konkrete Planung beginnen. Das erste Festival könnte dann Ende Juni 2019 beginnen. „Wir halten die Vision für umsetzbar. Sie kann aber nur Realität werden, wenn die Bürger mitmachen“, betonte Hauswald.

Die Gäste begrüßten die Idee nach der Vorstellung. „Greifswald ist die Kulturhauptstadt Mecklenburg- Vorpommerns“, stellte Galerist Hubert Schwarz fest. Das belegten unter anderem das Landesmuseum, das Caspar-David-Friedrich-Zentrum, das Caspar-David-Friedrich-Institut und drei private Galerien. Da könnten auch Rostock und Schwerin nicht mithalten. Ein Festival würde diese Position stärken.

Peter Multhauf, Bürgerschaftsabgeordneter der Linken und Ortsratsvorsitzender von Schönwalde I/Südstadt, sagte eine niedrige vierstellige Summe zu, wenn ein Kunstwerk in seinen Ortsteilen entsteht.

Die Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Ulrike Berger bezeichnete die Festivalidee als bereichernd für Greifswald.

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