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Neues Ortszentrum mit Flaniermeile in Riemserort

Stadtteil am Wasser: Verstaubte Perle soll Ende des Jahrzehnts wieder glänzen Neues Ortszentrum mit Flaniermeile in Riemserort

Bautzener Firma plant Aufwertung der heruntergekommenen Marina an der Gristower Wiek / Einkaufsmarkt, Dienstleister und Gaststätte sollen angesiedelt werden

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Der Geschäftsführer der A4RES, Torsten Grüber, erläutert seine Pläne für die Gebäude an der Gristower Wiek. Fotos (2): Stefan Sauer

Greifswa. 25 Jahre Stillstand und Verfall gehen zu Ende. Die verstaubte Perle Riemserort wird bald wieder glänzen, kündigten Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) und sein Stellvertreter Jörg Hochheim (CDU) gestern bei einem Pressegespräch an.

Das Unternehmen

Die A4RES Group mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Torsten Grüber besteht seit über 20 Jahren und hat über 30 Mitarbeiter. Das Stammkapital beträgt eine Million Euro. Zum Bestand gehören 65000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche.

Denn die A4RES Group GmbH aus Bautzen will in den nächsten Jahren rund 18 Millionen Euro in Riemserort investieren. Im Moment wirken große Teile von Riemserort vernachläsigt und ungepflegt. Die Einwohnerzahl sank seit der Wende um mehr als 50 Prozent. Läden, Ärzte oder eine Gaststätte fehlen. Das will das unter anderem im Immobilen- und Kreditgeschäft tätige Unternehmen ändern. Riemserort soll sich bis 2020 sehr verändern, kündigt der Geschäftsführer und Inhaber von A4RES, Torsten Grüber, an. Ein neues Zentrum am Wasser mit Einkaufsmarkt, Kleingewerbe, neuen Wohnungen mit Wasserblick und die Sanierung der heruntergekommen Wohnblöcke an der Ringstraße und am Brooker Weg sind Bestandteil der Planungen. Wege- und Straßensanierung sind inklusive. Sichtbarster Teil für Besucher wird ein neues Zentrum an der Straße zum Friedrich-Loeffler-Institut sein. Rund zehn Millionen sollen allein in diesen Bereich fließen. Die Steganlage würde um 50 Plätze erweitert und die Fahrrinne ausgebaggert, kündigte der Beiratsvorsitzende Martin Kahrenke an.

Die Firma will sich der völlig verwilderten Gärten am Wasser annehmen und eine Flaniermeile und Erholungszone am Ufer der Gristower Wiek schaffen. Die heruntergekommenen Gebäude An der Wiek 4-6 auf dem Marinagelände würden saniert. Ferner planen die Bautzener einen viergeschossigen Neubau. „Wir wollen hier 75 Wohnungen mit Balkonen zur Gristower Wiek hin schaffen“, erläuterte Kahrenke. Der Neubau werde zwei Bestandsgebäude verbinden. Im neuen Ortszentrum sollen Dienstleister wie ein Friseur, ein Kosmetikstudio oder eine Versicherung angesiedelt werden. Das Bootshaus will die Firma in ein modernes Servicegebäude verwandeln. Auch eine Gaststätte mit Außenbereich und Blick zum Hafen gehört zu den Planungen der Bautzener. „Es gibt in Riemserort keinen Laden, keinen Fleischer, keinen Bäcker“, erinnert Grüber. Er sei darum mit Anbietern für Nahversorger im Gespräch. Deren Bedenken gegen den Ort und die Ortsgröße habe er schon zerstreut. Inklusive solle ein Glaspavillon mit Imbiss sein.

Zu den vom Unternehmen erworbenen Immobilien gehört die frühere Gaststätte, Hauptstraße 12. Das rohrgedeckte Haus steht seit zwei Jahrzehnten leer und soll für Wohnzwecke umgebaut werden. Auch das frühere Gebäude der Fahrer des Loefflerinstitutes mit den zugehörigen Garagen An der Wiek 1 werde für Wohnzwecke saniert. In diesem Haus wird die Verwaltung untergebracht. Ein neues Wohngebiet plant Grüber in Riemserort nicht. Diese Möglichkeit wird im Flächennutzungsplan der Hansestadt am Brooker Weg ausgewiesen. „Zu Riemserort passen keine Kleinstparzellen mit Reihenhäusern“, meint der Unternehmer. Vielmehr könnten nach Rekultivierung am Brooker Weg Hallen als Winterlager für Boote gebaut werden. „Wir werden Jobs schaffen, beispielsweise für die Grünanlagenpflege, für die Reinigung und Hausmeister“ kündigte Kahrenke an. Nach Möglichkeit wolle man Riemser einstellen. Auch Langzeitarbeitslose hätten Chancen.„Wir sind gekommen, um zu bleiben“, versicherte Kahrenke.

Eine unglückliche Geschichte

ld. Im Jahre 1999 verkaufte das Land seine Gebäude und Grundstücke – fast ganz Riemserort – für 8,2 Millionen Mark an die Baubetreuungsgesellschaft Neubrandenburg (BBN) von Ulrich Schmidt. Dieser wollte die Wohngebäude sanieren und sogar ein Kurzentrum für 16 Millionen Euro mit 60 Arbeitsplätzen bauen. Daraus wurde nichts. Als Schmidt seine vereinbarten Raten nicht zahlte, drehte ihm die Bank 2004 den Geldhahn zu. Zwei Jahre später scheiterte der Verkauf des BBN-Besitzes an den Immobiliendienstleister Treureal.

2009 beschloss die Bürgerschaft, dass die stadteigene Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG) Riemserort übernehmen und sanieren soll. Das scheiterte an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Die WVG soll entsprechend einem Gutachten 2012 über drei Millionen Euro geboten haben. Die Baden-Württembergische Landesbank als Kreditgeber ließ den Deal in letzter Minute platzen (die OZ berichtete). Schmidt hat nach OZ-Informationen zuletzt noch einige Perlen Riemserorts, Wohngebäude der Gartensiedlung aus den 1950er Jahren, verkauft.

Der neue Eigentümer Torsten Grüber gehört übrigens wie der Unternehmer Norbert Braun aus Riemserort dem Beirat der Deutschen Bank an. Der Bautzener bekam von der Bank das Angebot zur Übernahme dessen, was noch BBN-Besitz war. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. eob

Eckhard Oberdörfer

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