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Neustart für Ausbildung von Mathelehrern

Neustart für Ausbildung von Mathelehrern

Interview mit dem Dekan der Fakultät der Mathematiker und Naturwissenschaftler

Greifswald An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät ist eine Ära zu Ende gegangen. Seit 1998 war der Physiker Klaus Fesser mit einer vierjährigen Unterbrechung Dekan. Nachfolger Werner Weitschies ist seit 1998 Professor für Pharmazeutische Technologie/Biopharmazie in Greifswald.

In mehr Fächern kön- nen wir uns keine Lehrer- ausbildung leisten.“Werner Weitschies, Dekan

Bricht  eine neue Ära an?

Werner Weitschies: Nein, Klaus Fesser hat die Fakultät sehr gut geführt. Sie ist gut aufgestellt. Ich stehe nicht für einen Wechsel. Aber wir müssen uns natürlich immer verändern.

Eine Reihe von Neuberufungen erfolgt demnächst. An der Geographie gehen beispielsweise Reinhard Lampe, Helmut Klüter und Wilhelm Steingrube in den Ruhestand. Ist das ein Anlass zur Neuausrichtung der Geographie?

Weitschies: Die Besetzungsverfahren für die Lehrstühle laufen. Mit Prof. Schiller ist der Nachfolger für Prof. Steingrube bereits gefunden. Wichtig ist, dass die neuen Kollegen zueinander passen und die Kooperationsmöglichkeiten gestärkt werden.

Zum Wintersemester 2015/16 sollte eine Professur für Medizinische Physik besetzt werden. Wie ist der Stand?

Weitschies: Das Berufungsverfahren steht vor dem Abschluss. Wir haben eine hervorragend besetzte Berufunsgliste.

Wird die Frauenquote bei den Professoren weiter erhöht?

Weitschies: Ich denke, wir können stolz sein, dass die Fakultät in Deutschland bei der Gleichstellung gut dasteht. In den letzten Jahren wurden immer je zur Hälfte Frauen und Männer berufen.

Die Plasmaphysik ist ein Schwerpunkt der Universität, es gibt ein Leibniz- und ein Planckinstitut. Wird die Zusammenarbeit mit diesen gestärkt?

Weitschies: Wir haben eine Professur für experimentelle Plasmaphysik eingerichtet. Das ist ein Zeichen in diese Richtung. Die Zusammenarbeit ist aber zuerst eine Angelegenheit der Wissenschaftler.

Das Leibnizinstitut beruft seine Professuren derzeit in Rostock. Müsste sich das nicht ändern?

Weitschies: Um gute Physikstudenten zu gewinnen, müssen wir in Greifswald ein möglichst breites Angebot in der Lehre vorhalten. Die Ressourcen sind nun einmal begrenzt.

Greifswald kämpft mit sinkenden Studentenzahlen. Hat die Fakultät Pläne für eine bessere Werbung?

Weitschies: Die Erfahrung zeigt, dass es uns gelungen ist, mit der Biochemie und Biomathematik für Abiturienten attraktive mathematisch-naturwissenschaftliche Studiengänge anzubieten.  Da wollen wir mit der Medizinischen Physik ansetzen. Informationstage und Besuche in Gymnasien haben sich ebenfalls bewährt. Wir müssen Hemmschwellen der Schüler und Studenten gegenüber den Naturwissenschaften abbauen. Eine Uni ohne Studenten ist keine.

Die Universitätsmedizin ist traditionell ein guter Kooperationspartner, hat aber große Geldprobleme. Gibt es trotzdem neue Projekte?

Weitschies: Ohne Kooperationen, ohne die Bildung von Forschungsverbünden hat man heute wenig Chancen, Drittmittel zu bekommen. Wir wollen mit den Medizinern weiterhin eng zusammenarbeiten, auch im technischen Bereich. Die Universitätsmedizin plant beispielsweise, unsere neu gebaute feinmechanische Werkstatt verstärkt mit zu nutzen.

Bewerben sich Naturwissenschaftler und Mediziner gemeinsam bei der Landes- und der Bundesexzellenzinitiative mit Projekten?

Weitschies: Ja, in universitätsweiten Verbünden und gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie beispielsweise dem Friedrich-Loeffler-Institut.

Rechnen Sie sich Chancen aus?

Weitschies: Sonst würden wir uns nicht bewerben.

Künftig werden wieder Mathematiklehrer ausgebildet. Folgen Physik, Biologie, Informatik und Chemie?

Weitschies: Es ist leider bestenfalls eine Notausstattung, die wir für die Lehrerausbildung zur Verfügung haben. Das Institut für Mathematik und Informatik wird das Beste tun, damit Greifswald trotzdem ein attraktiver Standort sein wird. In noch  mehr Fächern können wir keine Lehrerausbildung leisten. Dafür sind wir einfach zu klein. Die  neue Zielvereinbarung enthält nur eine sehr knappe Personalausstattung.

Sind Sie insgesamt mit der Zielvereinbarung zufrieden?

Weitschies: Die erreichte Planungssicherheit ist eine gute Sache. Aber die Ausstattung mit Sachmitteln ist völlig unzureichend. Das betrifft Anschaffungen, Reparaturen und Verbrauchsmittel.

Die Preise sind gerade bei wissenschaftlichen Geräten sprunghaft gestiegen. Man muss bedenken, dass die Ausstattung mit Technik ein großes Thema bei Berufungsverhandlungen ist. Im Wettbewerb um exzellente Wissenschaftler brauchen wir Spielräume. In der Zukunft sehe ich erhebliche ungelöste Probleme. Interview: Eckhard Oberdörfer

OZ

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