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Nordisch-reiner Gin von Rügen

Lieschow Nordisch-reiner Gin von Rügen

Die Edeldestillerie Lieschow produziert nun auch Aquavit

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Neu im Programm: Wacholderbrand und Aquavit.

Lieschow. Premiere in der Ersten Edeldestillerie in Lieschow auf Rügen: Seit neuestem stellt das Unternehmen seinen eigenen Gin und Aquavit her. Beide Produkte laufen unter dem geschützten Oberbegriff „1ste Nordische Reinheit“.

OZ-Bild

Die Edeldestillerie Lieschow produziert nun auch Aquavit

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„Wir produzieren hier ganz traditionell, ohne Schnickschnack“, betont Geschäftsführer Rainer Hessenius (65). „Qualitativ hochwertiges Destillat mit charakteristischen Gewürzen und Kräutern werden sorgfältig mazeriert. Das ist alles.“ Damit spielt Hessenius auch auf die immer zahlreicher werdenden Hobbyproduzenten an, die sich ihre Spirituosen in der heimischen Küche ansetzen. „Oftmals werden dann noch Zucker und andere Zutaten hinzugefügt, um den Geschmack gefälliger zu machen. Das braucht es bei uns nicht."

Der Mann spricht aus jahrzehntelanger Erfahrung. Bereits im Jahr 1995 gingen Rainer Hessenius und seine Frau Maren mit der Edeldestillerie in Lieschow an den Start. „Mein damaliger Geschäftspartner hatte den teils verfallenen Dreiseithof in Lieschow 1991 gekauft und wollte ihn eigentlich als Feriendomizil nutzen“, erinnert er sich. Doch dann kam alles ganz anders. „Bei Fahrten über die Insel fiel mir auf, dass in dieser Zeit viele Obstbäume auf Rügen gefällt wurden, ganze Obstgärten fielen der Säge zum Opfer“, erzählt der aus Westfalen stammende Küchenmeister. „Früher war Obst aus dem Garten ein wichtiger Bestandteil der Versorgung für die Menschen. Damals wurde Saft daraus gepresst oder die Äpfel eingelagert. Aber die Versorgungsmentalität der Gesellschaft hat sich rapide geändert.“

Besonders sind ihm die zum Teil Jahrhunderte alten Obstsorten ans Herz gewachsen. „Es gibt hier auf Rügen so fantastische Sorten, die alle ganz unterschiedliche Eigenschaften haben“, beschreibt Hessenius. „Man denke bei den Äpfeln nur an den ehemals weit verbreiteten Pommerschen Krummstiel, den Hasenkopp oder den Pfannkuchen-Apfel. Dessen Früchte können bis zu 950 Gramm schwer werden. Davon kann man eine ganze Familie beköstigen.“

Rügen ist immer schon ein traditioneller Obstbaustandort gewesen. „Das Klima ist maritim. Hier herrschen also ausgeglichenere Temperaturen als im Landesinneren. Außerdem kommen viele Sonnenstunden und der späte Frost dem Obst zugute“, so Hessenius. „Was Rügen von anderen Küstenstandorten unterscheidet ist der Boden. Wir haben hier gute, nährstoffhaltige Erde und wenig Sandböden.“

Aus dem Interesse für die Obstbäume wuchs bei Rainer Hessenius der Entschluss, die Edeldestillerie auf Rügen zu gründen. Klar, dass dabei die alten Sorten auch eine besondere Rolle spielten. „Viele der älteren Sorten sind verhältnismäßig zuckerarm, punkten dafür aber mit vollem Aroma“, weiß Hessenuis. „Das ist für uns entscheidend. Bei der Destillation können wir die verschiedensten Aromen herausarbeiten.“

Auf einem etwa drei Hektar großen Gelände haben die Betreiber der Destillerie vor Jahren rund 90 Apfelsorten pflanzen lassen. 1000 Bäume stehen hier insgesamt, nicht nur Äpfel, sondern auch Birnen und Pflaumen, Mirabellen und Quitten. Hauptsächlich Viertelstämmer, die sind am leichtesten zu bearbeiten und sind nicht so windempfindlich. Bis zu 34 Tonnen Bio-Obst ernten Hessenius und sein Team im Jahr, nach der sorgfältigen Auslese per Hand – keine faule Stelle wird toleriert – werden daraus etwa 8000 Flaschen Edelobstbrand gewonnen. Die gebrannten Kostbarkeiten sind nicht nur bei Privatkunden gefragt, sondern auch in der Gastronomie.

Anne Ziebarth

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