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Nur noch zwei Schandflecke im Besitz von Torsten Abs

Greifswald Nur noch zwei Schandflecke im Besitz von Torsten Abs

Das „Immobilienimperium“ ist nach der erfolgreichen Zwangsversteigerung von Grundstücken in der Langen Straße noch kleiner geworden / Preise steigen weiter

Greifswald. Das „Immobilienimperium“ von Torsten Abs schrumpft weiter. Gestern wurden im Greifswalder Amtsgericht zwei seiner Grundstücke an der Ecke Lange Straße/Kapaunenstraße an einen Mann aus dem niedersächsischen Cappeln versteigert. Das Gelände ist aktuell mit einem kleinen, natürlich entstandenen Wald bewachsen, der nach dem Abriss der Häuser am Ende der DDR entstand.

 

OZ-Bild

An der Ecke Lange Straße/Kapaunenstraße gehört Torsten Abs nichts mehr.

Quelle: Peter Binder

In der Greifswalder Altstadt gehören Abs, beziehungsweise seinen Gesellschaften, damit nur noch zwei Schandflecken. Erstens ist es das Grundstück am Karl-Marx-Platz 19, auf dem früher das Kinderheim „Herta Geffke“ stand. Das zweite Grundstück liegt in der Schützenstraße Richtung Kuhstraße. Dieses Grundstück hat Torsten Abs von seinem Vater geerbt. Markant ist die Ruine der Villa Schützenstraße 5 auf diesem Gelände. Als das Haus 2014 abbrannte, war schnell von heißem Abriss die Rede. Tatsächlich erteilte die Stadt im ersten Halbjahr auch die Genehmigung zum Abbruch. Erfolgt ist dieser bislang jedoch nicht. Darüber hinaus gehören Abs in Greifswald Grundstücke am Hohen Graben in Eldena. Dass dort eines Tages – wie spekuliert wird – Wohnhäuser entstehen, ist sehr zweifelhaft. Die Ortsteilvertretung Eldena ist jedenfalls dagegen.

Die Geschichte des 1962 geborenen Torsten Abs als erfolgloser Immobilienunternehmer läuft im dritten Jahrzehnt. Er erwarb nach der Wende diverse Immobilien in Greifswald und Umgebung, darunter einen Wohnblock in Diedrichshagen. Zu Ende saniert hat Abs nicht eine seiner vorpommerschen Immobilien, er hat aber einen großen Teil seiner Häuser inzwischen wieder verloren.

Greifswalder Investoren retteten beispielsweise statt seiner die denkmalgeschützten Häuser Am Mühlentor 2 und Markt 26/27.

Torsten Abs soll sich seit Jahren vor allem in Berlin aufhalten, ist aber auch immer wieder in Greifswald. Insider berichten außerdem, dass er ebenfalls in Stralsund geschäftlich aktiv ist.

An Interessenten für seine Greifswalder Innenstadtgrundstücke fehlt es in der Universitätsstadt nicht. Anlagebereites Kapital gibt es hier genug. Wegen des knappen Angebots erreichen die Grundstückspreise in der Hansestadt immer neue Rekordhöhen. Dafür ist die gestrige Zwangsversteigerung der Grundstücke in der Langen Straße ein sehr gutes Beispiel. Denn erst als der Niedersachse etwa 400 Euro je Quadratmeter für das größere Grundstück (etwa 680 Quadratmeter) bot, stieg der letzte Mitbewerber aus. Insgesamt waren das 270000 Euro. Ein Konkurrent ging bis 260000 Euro mit. 217 Euro pro Quadratmeter reichten für die zweite Fläche. Dieses Grundstück ist aber nicht frei von weiter bestehenden finanziellen Belastungen und außerdem recht klein für eine eigenständige Entwicklung. Zum Vergleich: Als die Greifswalder Ziemer & Müller GbR 2012 das erste Grundstück auf diesem Areal ersteigerte, reichten 258 Euro für einen der 415 Quadratmeter. 107100 Euro waren 100 Euro mehr, als der Verkehrswert. Den bot die Stadt Greifswald.

Viel Geld für diese Lage

Das ist eine gute Nachricht für den Standort Greifswald. Investoren sind bereit, für einen Quadratmeter in 1b-Lage 400 Euro hinzulegen. Aber das ist noch nicht alles. Dazu kommen Kosten für das Zwangsversteigerungsverfahren. Auf dem Grundstück an der Jacobikirche befinden sich alte Fundamente. Ohne archäologische Ausgrabungen wird es nicht gehen. Die Baupreise sind in den letzten Jahren enorm gestiegen, die Anforderungen ans Bauen ebenso. Zudem ist das Westend trotz der Aufwertung durch die Stadt nicht der Markt oder der Schuhhagen. Die Dompassage steht aktuell teilweise leer. Ich bin skeptisch, dass es schnell die so wünschenswerte Neubebaung der versteigerten 1000 Quadratmeter gibt, wenn der neue Besitzer kein „Geld verbrennen“, will. Da ist Innovation gefragt. Ein gemeinsames Projekt der neuen Eigentümer des Areals an der Jacobikirche würde sicher hilfreich sein.

Eckhard Oberdörfer

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