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00:01 18.03.2016
Reformatorisches Recycling: Aus einem Priestergewand schnitt man ein Altartuch für die Kirche Zarnekow, erklärt Joachim Krüger. Quelle: Sybille Marx

Fordert OB zum Falschfahren auf?

Zum Beitrag „Asphalt für Radler vor dem Theater“ (OZ vom 10. März):

Kann der Oberbürgermeister die Straßenverkehrsordnung in Greifswald außer Kraft setzen? Seine Feststellung ist ja eine Aufforderung an die Radfahrer, wegen schlechter Radwege/Straßen auf die straßenbegleitenden Gehwege auszuweichen. Dies ist nicht nur gefährlich (für Fußgänger), sondern immer noch verkehrswidrig. Trotzdem geschieht es — auch vermehrt im alten Ostseeviertel. Zu befürchten ist nun, dass sich alle Falschfahrer auf den OB berufen; ob das auch die Polizei akzeptiert? Martin Röder, Greifswald Radfahrer leben gefährlich Zum Beitrag „Radwegebau — der Kreis macht wenig Hoffnung“. (OZ vom 5./6. März): Nun wissen wir wenigstens, dass es Radwegebau gibt, wenn auch nur auf dem Papier. Wir machen mal wieder einen neuen Plan, bei dem der alte nicht voll berücksichtigt wird. Ich vermisse nämlich vorgesehene Schwerpunkte in der Umgebung Greifswalds, so die Strecke nach Levenhagen und die nach Dersekow.

Bedauerlich ist auch, dass der Radweg vom Ortseingang Neuenkirchen bis zum Einkaufszentrum Neuenkirchen erst an dritter Position steht. Der Radfahrer hat hier die Wahl zwischen einem halsbrecherischen Pfad neben oder der stark befahrenen Straße. Ist dem Verkehrsministerium in Schwerin eigentlich bekannt, dass es für den Radwegebau letztlich verantwortlich ist, auch für Schäden an Leib und Leben der Radfahrer, die auf Straßen mit sehr schnellem Autoverkehr fahren müssen? Eine sinnvolle Maßnahme wäre es, die Höchstgeschwindigkeit an Bundesstraßen stark herabzusetzen, wenn an ihnen kein Radweg zur Verfügung steht. Ich bin überzeugt, dass diese Maßnahme den Radwegebau beschleunigte. Vergleicht man die alten mit den neuen Bundesländern in Bezug auf Radwege, muss man feststellen, dass auch in dieser Beziehung wieder einmal eine Benachteiligung der neuen Bundesländer vorliegt. Dr. Walter Schleinitz, Greifswald  

Völliges Fehlverhalten des Kreissportbundes Zum Beitrag „Kein sportlicher Kompromiss in Sicht (OZ vom 26. Februar): Mit Besorgnis verfolge ich die Auseinandersetzungen zwischen dem Kreissportbund (KSB) und dem Sportbund der Hansestadt Greifswald. Natürlich sind hier unterschiedliche Interessen im Spiel und diese haben auch ihre Berechtigung. Auf dem flachen Lande sind die Sportbedingungen nun einmal völlig andere als in einer Kreisstadt mit Universität. Fast drei Jahre hatte der KSB-Vorstand Zeit, diese Interessen auszugleichen, doch noch immer zeigt sich auf den Sporttagen und in Diskussionen folgendes Bild: Stadt gegen Land, Minderheit gegen Mehrheit. Wenn die Volksweisheit stimmt, dass der Fisch immer am Kopf anfängt zu stinken, sollte sich der Vorstand des KSB nicht länger die Nase zuhalten. Was er jedoch kürzlich beschloss, schlägt dem Fass den Boden aus: Er hat in Anklam eine Geschäftsstelle von 120 Quadratmetern für zehn Jahre angemietet. Keiner weiß, wie viele Mitarbeiter der KSB in zwei Jahren noch hat oder ob er angesichts der rasanten Entwicklung der elektronischen Datenentwicklung, dann überhaupt noch nötig ist.

Kein normaler Mensch würde während der Probezeit eine Wohnung für zehn Jahre mieten und im voraus bezahlen. Der KSB hingegen hat damit kein Problem. 100000 Euro kostet uns der makabere Spaß. Man sollte auf dem nächsten Sporttag den Rücktritt des Vorstandes und Neuwahlen beantragen. Dietlind Behnke, Greifswald

500 Jahre Thesenanschlag

In ganz Deutschland und dem Ausland wird Martin Luthers berühmter Thesenanschlag von 1517 nächstes Jahr gefeiert. Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte 2007 sogar eine ganze Lutherdekade ausgerufen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde extra eine Arbeitsstelle eingerichtet, um alle geplanten Aktionen rund um das Jubiläum zu koordinieren. Die Stelle ist derzeit aber nicht besetzt.

• www.kirche-mv.de/reformation

Wie Luther im Norden Spuren hinterließ

Welche Thesen Martin Luther am 31. Oktober 1517 in Wittenberg an die Schlosskirche schlug — hier oben im Herzogtum Pommern bekam das anfangs keiner mit. „Bei uns ist erstmal gar nichts passiert“, sagt Historiker Joachim Krüger vom Pommerschen Landesmuseum in Greifswald trocken. Erst nach und nach hätten die revolutionären Ideen der Refomatoren, ihre Kritik am Ablasshandel der Kirche und vielem anderen auch den Norden erreicht. Eine Umwälzung der Gesellschaft begann, die zur Geburt des Protestantismus führte und bis heute nachwirkt, „positiv wie negativ“, sagt Krüger.

Eben das wollen Vertreter des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, Historiker, Stadtvertreter und andere aus der gesamten Nordkirche dieses und nächstes Jahr zeigen, mit vielen Aktionen zum 500-jährigen Jubiläum des berühmten Thesenanschlags. Theaterstücke sind geplant, Musicals, Vorträge, Ausstellungen, Kirchenführungen, Feste, Konzerte, ein Kirchentag in Greifswald . . .

„Die Reformation war ja eine Bildungsbewegung, die in alle Lebensbereiche ausstrahlte, darum betrifft sie im Grunde jeden“, sagt Hans-Jürgen Abromeit, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern.

Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche. „Auf einmal wurde in den Kirchen auch auf Deutsch gepredigt, nicht mehr auf Latein“, sagt Bischof Abromeit. Jeder Gläubige sollte lesen lernen, sollte die Bibel ohne Vermittlung durch kirchliche Instanzen verstehen können. In Barth wurde darum auch 1588 die erste Bibel auf Plattdeutsch gedruckt. Im Bibelzentrum in der Stadt kann man sie heute noch bewundern.

Aber die neue Bewegung habe auch viele Probleme aufgeworfen, sagt Joachim Krüger. Klöster in der Region wurden zum Teil gestürmt und geplündert, wie etwa 1525 das Johanniskloster in Stralsund, heute Sitz des Stadtarchivs. Andere wurden schleichend aufgelöst, wie das Nonnenkloster in Krummin auf Usedom.Dringend nötige Bildungsstätten fielen damit weg, „es gab ja kaum städtische Schulen“, sagt Krüger. Das Schulwesen und auch die Versorgung der Armen und Kranken musste darum neu geregelt werden. In Pommern kümmerte sich darum vor allem Schulrat Johannes Bugenhagen, der in Greifswald studiert hatte. 1518 kam er mit Luthers Schriften in Berührung, wurde nach anfänglichem Entsetzen zum Fan und Reformator des Nordens.

Wie hat Bugenhagen hier im Einzelnen gewirkt? Unter anderem diese Frage will das Pommersche Landesmuseum in Greifswald ab Mai 2016 in der Ausstellung „Luthers Norden“ beantworten, zusammen mit den Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig-Holstein.

Wer sich anschauen will, wie einzelne Kirchen in MV im Zuge der Reformation umgestaltet wurden, findet 18 Ausflugstipps im Heft „Wege protestantischer Kirchraumgestaltung“. Allein der Glaube mache selig, hatte Luther gepredigt. Heilige als Vermittler zwischen Gott und Mensch wurden damit unnötig, aus manchen Kirchen verschwanden Nebenaltäre und Heiligenbilder, in St. Marien Bergen auf Rügen etwa wurden Wandmalereien überstrichen. Luther und Bugenhagen, sagt Krüger, wurden allerdings so etwas wie die neuen Heiligen. In der Kirche Schaprode etwa malte man sie 1723 an die Kanzel.

Von Sybille Marx

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