Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald „Ohne studentische Kultur wäre Greifswald ziemlich langweilig“
Vorpommern Greifswald „Ohne studentische Kultur wäre Greifswald ziemlich langweilig“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 03.08.2016
Demonstration für den Erhalt der Rosa-WG, die auf dem KAW-Hallen-Gelände eine neue Heimat fnden soll. Der Elektroklub gilt wie der Club 9, der Geologenkeller oder der Mensaclub als ein Aushängeschild der Greifswalder Studentenkultur. Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) hat mit Fabian Schmidt einen neuen Vorsitzenden und mit Hieronymus Jacker auch einen Stellvertreter. OZ sprach mit dem Vorsitzenden über dessen Beweggründe und Ziele.

Fabian Schmidt Quelle: eob

Was hat Sie bewogen, für den Vorsitz zu kandidieren?

Fabian Schmidt: Nach vier Jahren als Mitglied des Studierendenparlaments habe ich einen relativ guten Einblick in den Allgemeinen Studierendenausschuss und weiß daher, wie wichtig es ist, einen funktionsfähigen Asta zu haben. Ich möchte den Asta und damit auch die Studierendenschaft „am Laufen halten“. Denn ohne einen Vorsitz ist eine Außenvertretung nicht möglich.

Was wäre passiert, wenn sich niemand beworben hätte?

Schmidt: Ohne einen Asta-Vorsitz existiert keine rechtlich verbindliche Außenvertretung der Studierendenschaft. Niemand kann Verträge unterzeichnen. Damit stehen sehr viele Projekte auf dem Spiel, zum Beispiel die Erstiwoche, viele Fachschaftsveranstaltungen und Veranstaltungen engagierter Studierender.

Warum engagieren sich so wenig Studenten für ein Amt? Es sind ja immer noch Referentenstellen unbesetzt?

Schmidt: Es fehlen vielen schlicht die Zeit und die Möglichkeiten für ein Engagement in der Hochschulpolitik. Die modularisierten Studiengänge sind zeitlich sehr eng gestrickt. Diese Studierenden konzentrieren sich natürlich zunächst auf ihr Studium, bevor sie den Blick über den Tellerrand hinaus wagen. Darum gibt es nur einen begrenzten Kreis Engagierter in der Hochschulpolitik und der studentischen Kultur.

Wie könnte die Beteiligung an Vollversammlungen erhöht werden? Zuletzt kamen nur 159 Kommilitonen.

Schmidt: Es ist bedauerlich, dass sich viele Studierende nicht bewusst sind, wie wichtig die Vollversammlungen sind. Die basisdemokratische Willensbekundung ist das größte Gut, was wir haben.

Vieles hängt sicher auch von den gestellten Anträgen ab. Aber auch wenn einen die Tagesordnung nicht anspricht, bleibt die Vollversammlung wichtig. Es ist die beste Möglichkeit der Universität, der Stadt, dem Kreis und dem Land den Willen der Studierendenschaft der Universität Greifswald kundzutun.

Welche Schwerpunkte wollen Sie setzen?

Schmidt: Die Schwerpunkte entstehen in Zusammenarbeit mit den anderen Referentinnen und Referenten. Bei meiner Wahl habe ich angekündigt, mich für bezahlbaren Wohnraum einzusetzen. Damit würde sich meines Erachtens nicht nur für Studierende die Mietsituation in Greifswald verbessern, auch wenn das der Schwerpunkt für den Asta sein wird. Außerdem möchte ich die studentische Kultur in ihrer gesamten Breite fördern. Studentenclubs, Vereine und Initiativen bieten ein buntes und vielseitiges Programm, so dass bei einem Wegfall Greifswald ziemlich langweilig und leer werden würde.

Universität und Stadt stehen, nach meiner Auffassung, in der Pflicht, diese Kulturlandschaft als weichen Standortfaktor der Universitäts- und Hansestadt Greifswald zu erhalten und zu fördern.

Was wünschen Sie sich vom Rektorat der Universität?

Schmidt: Ich wünsche mir vom Rektorat eine gute und produktive Zusammenarbeit. Und natürlich

stets eine Verbesserung der direkten und indirekten Studienbedingungen der Studierenden der Universität Greifswald.

Wird der Asta sich an der geplanten Debatte um den Patron Ernst Moritz Arndt beteiligen?

Schmidt: Die Studierendenschaft der Universität Greifswald, oder zumindest deren Vertreterinnen und Vertreter, lassen den Patron grundsätzlich immer im Sprachgebrauch weg. Es liegt beim Senat der Universität Greifswald, eine endgültige Entscheidung bezüglich der Namensdebatte zu finden.

Der neue Vorsitzende

Fabian Schmidt ist 30 Jahre alt. Er kommt aus Berlin uns ist Mitglied der SPD. Fabian Schmidt ist auch erster Vorstand des Mensaclubs e.V. Greifswald. Der neue Asta-Vorsitzende studiert Geschichte und Kunstgeschichte. Fabian Schmidt engagiert sich seit 2011 in der Hochschulpolitik. Angefangen hat er im Fachschaftsrat Geschichte, war zuvor schon im Studierendenparlament, im Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät.

Eckhard Oberdörfer

Mehr zum Thema

In den Tiefen des Meeres haben Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft zwei neue Krebsarten entdeckt.

12.08.2016

Die Nervenkrankheit ALS schließt Menschen immer weiter im eigenen Körper ein - bis hin zur kompletten Lähmung. Mit einem Roboter wollen Forscher dieses Schicksal etwas erleichtern.

16.08.2016

Insbesondere Menschen, die rauchen und Übergewicht haben, sollten Forschern zufolge mehr pflanzliche Proteine essen. Tierische Proteine erhöhten in einer Studie das Sterberisiko, und das vor allem für Menschen mit weiteren gesundheitlichen Risikofaktoren.

20.08.2016

Der Deutsche Wetterdienst hat die Daten für den Juli in Greifswald ausgewertet. Fazit: Der Monat war „zu warm, zu trocken und sonnenscheinarm“. Die Wetterwarte am Am St.

03.08.2016

Land fördert Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs

03.08.2016

Deutsches Rotes Kreuz veranstaltet das 19. Jahr in Folge Schwimmwettkampf

03.08.2016
Anzeige