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Greifswald Organist, Pianist und Komponist
Vorpommern Greifswald Organist, Pianist und Komponist
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00:00 12.06.2017
Rudolf Looks als Dirigent des Oratorienvereins nach einer Aufführung von Glucks Oper „Orpheus und Eurydike“, um 1905. Quelle: Foto: Sammlung Werner Stümke
Stralsund

Der Komponist Rudolf Looks (1867 bis 1940) hat das Stralsunder Konzertleben über Jahrzehnte mit geprägt. Als Dirigent des Oratorienvereins leitete er unzählige große Chorkonzerte, war Solist in Klavierkonzerten, wirkte in Kammerkonzerten sowie seit 1894 als Organist der Mehmel-Orgel in St. Jakobi. Das Manuskript seiner Erinnerungen ist im Besitz des Enkels Werner Stümke in Flensburg.

Geboren wurde der Sohn eines Volksschullehrers und einer Goldschmiedstochter am 3. Juni 1867 in Stralsund. „Mein Vater unterwies mich im Klavierspiel. Ich gewann früh eine hübsche Fertigkeit, wuchs aber in musikalischer Hinsicht ziemlich wild auf, da mein Vater mich alles spielen ließ, was mir unter die Hände kam. Mit 15 spielte ich schon die schwersten Kompositionen. Seit dem 17. Lebensjahr hatte ich Unterricht bei Friedrich W. Franke, dem damals 22jährigen Organisten an St. Jakobi, einem hervorragenden Orgelspieler und Pianisten", der später nach Köln ging. Looks studierte in Berlin und München. „Zurück in Stralsund gab ich 1890 vor geladenen Gästen mein Antrittskonzert. Doch der erhoffte Erfolg, Schüler zu gewinnen, zeigte sich nur allmählich. 1891 brachte ich mein erstes Orchesterwerk zur Aufführung, dirigierte selbst und konnte mich eines guten Erfolges erfreuen.“

In Greifswald war Looks zeitweise Leiter der akademischen Sängerverbindung „Guilelmia“ und 1893/94 Organist an St. Jacobi. Als regelmäßiger Gast bei wöchentlichen Musikabenden in einem Privathaus sei er „von den alten, vornehmen Damen“ regelrecht verhätschelt worden. „Dort spielte ich stundenlang auf dem herrlichen Bechsteinflügel.“

1894 wurde Looks Organist an St. Jakobi in Stralsund, zwei Jahre später heiratete er seine Klavierschülerin Anna Dähn. „1899 wurde unser erstes Mädchen geboren, das während der Geburt verstarb, 1901 unser Töchterchen Ilse und 1902 Käte.“ 1905 zog Familie Looks in die Semlower Str. 36. Da war Looks schon neun Jahre Dirigent des Oratorienvereins. Zur Finanzierung seiner großen Konzerte veranstaltete der Verein jährliche Winterfeste, „bei denen außer Chören namentlich Aufführungen im Kostüm mit farbiger Scheinwerferbeleuchtung geboten wurden, sie erfreuten sich allseitig größter Beliebtheit.“ Seit 1891 war Looks Pianist im Stralsunder Musikverein. 1918 und 1933 führte er bei „Looks-Abenden“ nur eigene Kompositionen auf. Als Höhepunkt des Schaffens „im Jahre 1910 kam in Stralsund meine viersätzige Sinfonie in d Moll für großes Orchester zur Aufführung; im Winter 1913 in Köln. Ich leitete die Proben mit dem 63 Mann starken Orchester und die Aufführung selber. Sie fand vor ca. 1700 Personen statt und bedeutete für mich einen schönen Erfolg.“ 1930 musste Looks krankheitsbedingt die Leitung des Oratorienvereins abgeben. Die „Liedertafel“( Dirigent seit 1898) leitete er weiter. Von 1892 bis zur Zwangsauflösung der Logen 1935 war Looks Freimaurer. Er starb 1940, seine Witwe 1968. Auch unter ihren Nachkommen sind Kirchenmusiker.

Gerd Meyerhoff

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