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Orpheus als Rockstar

Greifswald Orpheus als Rockstar

Das Behindertentheater „Die Eckigen“ zeigt morgen eine bewegende Inszenierung.

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„Die Eckigen“ führen morgen in Greifswald ihren „Orpheus“ auf. In Stralsund erlebte das Stück eine glanzvolle Premiere.

Quelle: bh

Greifswald. Mit „Schau mir in die Augen, Kleines“, mimte Humphrey Bogart im Filmklassiker „Casablanca“ den starken Typen, der selbstlos seine große Liebe freigibt. Nur einen kurzen Augenblick lang wollte sich auch Orpheus seiner Geliebten Eurydike versichern und verlor diese für immer.

Blicke und ihre oft überraschende Wirkung sind ein zentrales Moment in „Orpheus“, dem neuen Stück des Behindertentheaters „Die Eckigen“ unter der Regie von Franz Triebenecker. Auge in Auge sitzen darum die Zuschauer bisweilen den Schauspielern gegenüber, müssen stechende, fragende Blicke ertragen. Ein Moment der inneren Begegnung mit den eigenwilligen Bühnenakteuren.

„Orpheus“ ist die 20. Produktion der „Eckigen“ mit Akteuren aus Stralsund und Greifswald. Die Legende des begnadeten und bewunderten Sängers aus der griechischen Mythologie ist nicht nur ein Stück, das mit Blicken arbeitet, sondern auch die Blicke auf sich ziehen wird. Die Kooperation mit dem Theater Vorpommern garantiert eine ausdrucksstarke Inszenierung mit großartigen Bildern. Ganz in der Tradition legendärer Produktionen wie „Alice im Wunderland“ oder „Jakobus“. „Orpheus ist in unserer Bearbeitung ein Rockidol der Antike“, sagt Triebenecker. „Bevor er in Erscheinung tritt, wird der Mythos im Alltag verarbeitet“, beschreibt er den Einstieg, ohne zu viel verraten zu wollen. Hin- und Anschauen ist das große Leitthema. Dann muss auch der Orpheus der „Eckigen“ in die Unterwelt. Und diese Geschichte ist hinlänglich bekannt: Um seine Geliebte aus dem Hades zu befreien, geht er freiwillig ins Reich der Toten. Auch hier wirkt sein betörender Gesang.

Er darf Eurydike mit ins Leben nehmen, sofern er sie nicht anschaut. Als er sich aber vergewissern will, dass sie ihm folgt, stirbt sie erneut. Auch Orpheus findet den Tod und erst als Schatten kommen die Liebenden wieder zusammen.

Eine bewegende Story, die durch die „Eckigen“ eine ganz eigene Färbung erfährt. Große Worte stehen hier neben elegischen, schweigsamen Szenen. Die Schatten der Toten geistern über die Bühne, Sisyphos stemmt seine schweren Steine und Ixion dreht sich am Feuerrad. Das alles gelingt mit bewegenden Bildern, multimedial eindrucksvoll unterlegt. Dazu kommt Musik des Berliner Komponisten Luca Carbonaro, einem bewährten Partner des Theaters. Für die Liveklänge sorgt ein Ensemble des Unisinfonieorchesters Greifswald.

Greifswalder Premiere: 14. September, 19.30 Uhr, Großes Haus

 

OZ

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