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Greifswald Ortsrat: Gratisstrand muss für Rollis zugänglich sein
Vorpommern Greifswald Ortsrat: Gratisstrand muss für Rollis zugänglich sein
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00:00 27.04.2017
Teilnehmer des Ortsrundganges auf dem Deich nahe dem Strandbad. FOTOS (3): ECKHARD OBERDÖRFER

Rollstuhlfahrer und Mütter oder Väter mit Kinderwagen kommen in Eldena nur im Strandbad bis an die Dänische Wiek. Zum Gratisstrand führt lediglich eine Treppe neben dem Zaun auf dem Deich. Das müsse sich ändern, war sich die Ortsteilvertretung Eldena nach ihrem Rundgang am Dienstagnachmittag einig.

Eldenaer Volksvertreter radelten durch das frühere Dorf / Missstände werden der Stadtverwaltung gemeldet

„Ich schlage auch die Versetzung des Zauns auf die Mitte der Treppe vor“, so Werner Adrian (Bürgerliste). Dann könnten die Besucher des Bezahlstrandes diese ebenfalls zum Erreichen des Deichs nutzen und müssten nicht den Umweg über die Rampe gehen, argumentiert er. Das fand indes keine Mehrheit. Einig waren sich die Ortsräte aber, dass die Zugänge zum Strandbad nicht je nach Wetterlage in der Saison womöglich schon 19 Uhr geschlossen werden. Das sei 2016 mehrfach der Fall gewesen. Am Besten wäre es, wenn das Bad auch nachts zugänglich sei. Ferner wurde beim Rundgang die Aufstellung von Papierkörben am Gratisstrand angeregt.

Huckel und Pfützen auf Radwegen

Für den Bürger und aktiven Fahrradfahrer Ralf Eichhorst sind einige Radwege in Eldena kritikwürdig. In der Wolgaster Landstraße störten lose Gullys. Auf dem Boddenweg sei es der Asphalt, den Bäume mit ihren Wurzeln angehoben haben. An der Hainstraße machte Eichhorst auf viele Pfützen in Richtung Elisenhain aufmerksam. „Hier müsste der Belag erneuert werden“, sagte er. Diesem Wunsch schloss sich der Ortsrat an. Unverständnis äußerte die Runde am Eichenbrink. Der gut ausgebaute Radweg endet an einem Trampelpfad. „Die fehlenden 200 bis 300 Meter bis zum Kleinbahndamm sollten ausgebaut werden“, fasste der Vorsitzende des Ortsrates, Helmut Holzrichter (CDU) die Diskussion zusammen. Denn so würde eine schöne Verbindung für Radfahrer von Wieck durch den Elisenhain bis zum Stadtteil Friedrichshagen entstehen.

Teich am Parkplatz verlandet

Viele Fragen haben die Ortsteilvertreter zur Umsetzung des Bebauungsplanes Nummer 9. Auf dem heutigen Parkplatz am Gasthof Alte Schmiede soll künftig die Buslinie 3 enden. Laut Plan können Gäste hier parken und in den Bus umsteigen. Der Ortsrat möchte dazu mehr wissen. „Der Teich verlandet“, kritisierte Wolfgang Jochens (CDU). Der sei früher viel größer gewesen, war Löschwasserteich des Universitätsgutes. Eine Sanierung sei nötig, so Jochens. Zustimmung fand ferner der Vorschlag von Helmut Holzrichter, die Weiden am Teich zwecks Gefahrenabwehr zu kürzen.

Vom historischen Eldena ist durch Abriss vor und nach der Wende nicht viel übrig geblieben. Zu den wenigen noch vorhandenen Gebäuden der Landwirtschaftlichen Akademie gehören die beiden Lehrer-, Beamten und Studentenhäuser in der Hainstraße.

Ein Schandfleck an der Hainstraße

Eines der Gebäude, es wurde in der DDR als Institut genutzt, steht seit langem leer und verfällt. Die Äste einer großen Platane reichen auf die Straße. Nichts zu machen, bedauerte Holzrichter.

Das Grundstück gehöre einem Privatmann. Der Pflicht zur Schneeräumung des Gehwegs werde sogar genügt, informierte Holzrichter.

Zugang für Rollis zur Ruine nötig

Wer auf den Rollstuhl angewiesen ist, der könne das Gelände der Klosterruine nicht befahren, kritisierte Wolfgang Jochens. „Eine gemauerte Brücke verhindert den Weg zum Gelände vom Haupteingang Wolgaster Landstraße“, führte er aus. Dass das geändert werden müsse, fand allgemeine Zustimmung.

Ärger wegen Müllablagerungen

Das Dauerthema Müll inklusive illegaler Ablagerung von Grünschnitt brachte Campingplatzbesitzer Carsten Becker zur Sitzung mit. Seine aktuellen Bilder verunreinigter Flächen werden mit dem Protokoll der Sitzung an die Verwaltung weitergeleitet. Er nannte auch eine konkrete Person. Dieser Mann solle nun dazu befragt werden, regte Birgit Socher (Linke) an.

Ein Ortsteil mit großer Geschichte

Eldena steht mit der Gründung des Klosters im Jahre 1199 am Beginn der Greifswalder Geschichte. Das Kloster wurde nach der Reformation zunächst herzogliches Amt. Den zugehörigen Besitz erhielt im 17. Jahrhundert die Uni. 1835 wurde die Königlich Preußische Staats- und Landwirtschaftliche Akademie eröffnet. Dafür stand das Akademische Gut Eldena mit seinen knapp 400 Hektar zur Verfügung. Die Akademie wurde 1876 wieder aufgelöst. 1939 erfolgte die Eingemeindung nach Greifswald. Nach der Wende entstanden viele neue Eigenheimgebiete, Eldena hat heute weit über 2000 Bürger.

Eckhard Oberdörfe

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