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Ostvorpommern 11000 Mastschweine künftig vor Wolgast
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern 11000 Mastschweine künftig vor Wolgast
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00:18 16.01.2015
Blick auf die vorhandene alte Stallanlage bei Wolgast-Nord. Sie wird in diesem Jahr deutlich ausgebaut. Quelle: Tilo Wallrodt
Wolgast

Bei Wolgast entsteht ein großer Schweinemastbetrieb. Die Feldfrucht- und Tierproduktions GmbH in Groß Ernsthof baut ihre Schweinemast deutlich aus.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Vorpommern hat die Erweiterung der vorhandenen Anlage nahe Wolgast-Nord von aktuell 4796 auf 11016 Tierplätze genehmigt. Wie die Behörde zu Wochenbeginn mitteilte, umfassen die beabsichtigten Investitionen den Neubau von fünf Schweinemastställen mit insgesamt 5120 Mastschweineplätzen und die Umnutzung eines bereits vorhandenen Gebäudeteils zum Ferkelaufzuchtstall mit 1100 Ferkelaufzuchtplätzen. Zudem sollen sechs der perspektivisch insgesamt neun Ställe mit einer biologischen Abluftreinigungsanlage ausgerüstet werden, die aus sieben Biofiltern in Modulbauweise bestehen. Auch der Neubau einer abflusslosen Vorgrube mit einem Fassungsvermögen von 21 Kubikmetern und die Ausstattung eines vorhandenen, 1500 Kubikmeter fassenden Güllehochbehälters mit einem Zeltdach zählen zum umfangreichen Vorhabenpaket, ebenso der Abriss alter Stallgebäude sowie der Rückbau einer Jauchegrube.

Als die Expansionspläne der hiesigen Schweinebauern vor anderthalb Jahren erstmals bekannt wurden, brachten zahlreiche Wolgaster Bedenken vor. Fast 1000 besorgte Einheimische trugen sich in eine Unterschriftenliste ein und sprachen sich so gegen die Aufstockung der nur 650 Meter vom Wohngebiet Wolgast-Nord entfernten Mastanlage aus. Insgesamt lagen von 640 Personen Einwendungen vor, die nun im Zuge des Genehmigungsverfahrens von Seiten des Stalu allesamt als unbegründet abgetan wurden. Die Befürchtungen betrafen unter anderem eine mögliche ungenügende Prüfung der Erweiterungspläne und deren Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Natur, die unmittelbare Nähe der Tierfabrik zum Wohngebiet, die Bereitstellung von ausreichend Löschwasser im Brandfall und den Seuchenschutz. Auch wurde hinterfragt, ob die Tiere artgerecht gehalten werden, die Erhöhung des Tierbestandes mit verstärkten Lärm- und Geruchsbelästigungen für die Anwohner einhergeht und Gesundheitsrisiken für Menschen durch Medikamente und Antibiotika entstehen, die den Schweinen verabreicht werden.

Auch in der Wolgaster Stadtvertretung war das Vorhaben umstritten. Dies zeigte sich, als die Abgeordneten im August 2012 über das gemeindliche Einvernehmen für die Massentierhaltung nahe Wolgast-Nord abstimmten. Elf votierten dafür, sieben dagegen. Sechs Stadtvertreter enthielten sich. Die Kritiker des Projekts verwiesen damals auf den massiven Bürgerprotest. Nun sollen die Pläne eins zu eins umgesetzt werden, kündigte Constantin Freiherr von Reitzenstein an, seit 1. Juli 2014, neben Hans-Georg Molinari, neuer Geschäftsführer der Groß Ernsthofer GmbH. „Ich gehe davon aus, dass die Investition in diesem Jahr losgehen wird“, so von Reitzenstein. Das Kostenvolumen betrage etwa 2,5 Millionen Euro. Die Anteile an der Feldfrucht- und Tierproduktions GmbH hält seit Mitte 2014 mehrheitlich die Boscor Gruppe, ein Land- und Forstwirtschaftsunternehmen mit Hauptsitz im bayerischen Issigau.

Großinvestition
11 016 Tierplätze, davon fast 10 000 Mastschweine, soll es künftig in der Anlage geben. Bisher waren es 4796 Tiere.
2,5 Millionen Euro will der Investor vor den Toren von Wolgast verbauen.



Tom Schröter

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