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Ostvorpommern Ackern für das süße Leben
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06:30 11.09.2013
Gestern in Anklam: Torsten Tzschoppe (l.) und Thies Holtmeier vom Rübenanbauer-Verband freuen sich über die reiche Ernte. Quelle: Henrik Nitzsche
Die Zuckerfabrik Anklam

Über Anklam liegt wieder ein süßlicher Duft. Die Zuckerrüben sind da. Über 11 000 Tonnen sollen bis Mitte Januar an sechs Tagen in der Woche in der Anklamer Fabrik zu Weißzucker, Futter, Düngemittel und Biokraftstoff verarbeitet werden. „Das ist eine enorme logistische Herausforderung“, merkte gestern Fabrik-Geschäftsführer Matthias Sauer beim Startschuss an.

Um 8 Uhr rollte der erste Lastwagen durch das Werktor in Anklam — Martin Beil (35) aus Boldekow saß am Steuer. Täglich werden es nun um die 500 Lkw sein, die aus den Anbaugebieten in Mecklenburg-Vorpommern und Nord-Brandenburg nach Anklam rollen, wo das landesweit einzige Zuckerwerk steht. Zehn Speditionen sorgen dafür, dass der Abladeplatz der Fabrik immer mit frischen Rüben gefüllt ist.

Frisch und süß sollen die Rüben sein. „Bei den ersten Proben lag der Zuckeranteil der Rüben zwischen 16 und 18 Prozent. Wir rechnen insgesamt mit 17,9 Prozent“, sagte Produktionsleiter Torsten Tzschoppe. Der 44-Jährige schraubte die Erwartungen hoch: „Wir rechnen mit einer Rekordernte. Vielleicht packen wir bei der Rübenmenge die 1,4-Millionen-Tonnen-Marke.“

Trotz des guten Starts mit „überdurchschnittlichen Werten“, so Raik Wrobel, Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung, stößt den Zuckerwerkern das Auslaufen der Zuckermarktordnung in vier Jahren sauer auf. 2017 endet eine Marktordnung, die seit 1968 in ihren Grundelementen Quotenregelung und Rübenmindestpreis beinhaltete. „Der Wettbewerb wird dann stärker, damit auch der Druck von den europäischen Wettbewerbern. Mit einem Ausbauprogramm wollen wir darauf aber reagieren“, kündigte der Geschäftsführer gestern an.

Dahinter stehen Investitionen von rund 50 Millionen Euro. Die Rübenverarbeitung soll dann von jetzt knapp 12 000 auf 15 000 Tonnen steigen. Dazu muss in neue Maschinen investiert werden. „Und das bei gleichem Energieverbrauch. Positiv ist aber, dass mit dem Wegfall des Quotenregimes die Fesseln gelöst sind“, sagt Werkleiter Matthias Sauer, der mit den neuen Bedingungen noch stärker auf das zweite Standbein der Fabrik setzt — auf Bioethanol. In der Zuckerproduktion anfallende Reste von Rüben werden in Anklam seit geraumer Zeit schon in Bioenergie umgewandelt. Eine Biomethananlage produziert zudem Biogas aus den Reststoffen des Bioethanolwerkes.

Ein Teil vom Ganzen
gehört seit dem Jahr 2009 zur niederländischen Suiker Unie, einem Unternehmern, das einst aus der Fusion niederländischer Genossenschaften hervorging. Suiker Unie ist wiederum Teil der Royal Cosun, einem internationalen Konzern, der natürliche Lebensmittel und Lebensmittelzutaten entwickelt.
Wir planen weitere Investitionen.“Matthias Sauer, Geschäftsführer

Henrik Nitzsche

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