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Beim Fahrtraining in Bandelin bekommen Teilnehmer ein tiefes Verständnis fürs Thema Sicherheit

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Im Simulator macht ein Überschlag sichtlich Spaß, in der Realität nicht. Den Azubis und dem im Auto sitzenden Post-Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt wurde verdeutlicht, wie wichtig es ist, den Gurt anzulegen. Er hält die Insassen davon ab, im Falle eines (Un-)Falles durch den Innenraum geschleudert zu werden.

Bandelin. Auf einer abschüssigen Straße halten und die Handbremse nicht angezogen? In der zweiten Reihe geparkt und dann ist jemand hinten draufgefahren? Den Abstand falsch eingeschätzt und das Auto zerschrammt? Alles schon vorgekommen. Die Deutsche Post sammelt Unfälle ihrer Zusteller in monatlichen Berichten. Damit diese kürzer werden, lässt das Unternehmen seine Auszubildenden im Bereich Zustellung speziell schulen: Ein Fahrsicherheitstraining soll helfen, häufige Fehler zu vermeiden. Bereits zum zweiten Mal fiel die Wahl dafür auf den Tüv Nord in Bandelin.

OZ-Bild

Beim Fahrtraining in Bandelin bekommen Teilnehmer ein tiefes Verständnis fürs Thema Sicherheit

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„Die Bedingungen hier sind ideal“, findet Petra Depke, Fachkraft fürArbeitssicherheit bei der Post. Zwar werde immer wieder betont, worauf zu achten ist, aber wenn sich das Auto in Bewegung setzt und der Zulieferer Stress hat, dann sehe es schon anders aus. Vor allem der Parcours auf dem großen Hof sei nach dem Theorieteil genau richtig für die Azubis, die am Montag aus dem Raum Neubrandenburg, Rostock und Vorpommern zum Training antraten.

Um es vorweg zu nehmen: Die jungen Damen und Herren lernten nichts, was nicht sowieso schon jeder Führerscheinbesitzer weiß oder besser gesagt wissen sollte: Anschnallen ist wichtig, bremsen auf glattem Untergrund schwierig, rückwärts einparken in engen Lücken auch. Aber: In Bandelin bekamen die angehenden Zusteller ein tieferes Gefühl für diese Oberflächlichkeiten. „Hier darf man Fehler machen“, sagt Klaus Schußmann vom Tüv Nord.

Zum Beispiel im Überschlagsimulator: Leah Teresa von Lieben nimmt Platz in einem alten Kleinwagen, der auf einer speziellen Vorrichtung hängt. Sie legt den Gurt an, lacht aus dem Fenster den anderen Azubis zu. Dann drückt Gunnar Winkler von der vom Tüv beauftragten Fahrschule einen Knopf und das Auto neigt sich langsam zur Seite, immer stärker. Die 18-Jährige kichert. Dann zeigen die Räder komplett nach oben. Die Fahranfängerin hängt fest im Gurt, berührt den Sitz fast gar nicht mehr. Noch eine halbe Rolle und der Wagen ist wieder in der Ausgangsposition. „Das war lustig“, befindet sie. „Aber nur weil ich weiß, dass hier nichts Schlimmes passiert.“ Wer bei dem Simulator auf dem Beifahrersitz Platz nimmt, hat ein Problem: Der Gurt schließt nicht, bietet also keinerlei Halt. Bei der Drehung heißt es, sich am Dach abzustützen – bei einem realen Unfall eine fatale Situation.

Nächste Station: Slalomfahren. Frank Hagemeister umkurvt im großen Transporter die Kegel problemlos. Beim Wenden auf engem Raum ist er aber stark von der Rückfahrkamera abhängig. Als es später darum geht, eine enge Passage zu durchfahren, sieht er gleich: „Das wird nichts.“ Die Begrenzungen sind zu eng aufgestellt. Gut, dass er das sieht und entsprechend reagiert. Manch anderer hätte vielleicht versucht, sich durchzudrängeln und Schäden am Fahrzeug verursacht. Nächste Station: Hagemeister gibt Gas und legt eine Vollbremsung auf einer mit Schmierseife präparierten Plane hin. Dabei hält er den Wagen unter Kontrolle. Auch rückwärts Slalomfahren ist für den 28-Jährigen kein Problem.

Fühlt er sich dank des Trainings nun sicherer? „Ich habe mich auch vorher sehr sicher gefühlt“, sagt er. Ein solches Training habe er schon einmal gemacht – „mit einem Porsche auf dem Nürburgring“.

Kai Lachmann

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