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Alte Dorfkirche ist wieder ein Hingucker

Levenhagen Alte Dorfkirche ist wieder ein Hingucker

In Levenhagen endet die aufwendige Instandsetzung eines einmaligen Bauensembles

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Tischler Sebastian Blohm aus Prenzlau gab gestern dem Dielenboden im Kirchenschiff den letzten Schliff.

Quelle: Fotos: Sven Jeske

Levenhagen. Stefan Eichbaum (36) hat zu tun. Am Montag soll das einmalige Kirchbau-Ensemble in Levenhagen nach aufwendiger Instandsetzung und Erneuerung wieder eingeweiht werden. Bis dahin will der Zimmerer noch eine Einlage für das Taufbecken fertigen. Das neue Podest für den Altar geht auf ihn zurück. Auch eine einstufige hölzerne Treppe, über die Besucher in die südliche Seitenkapelle gelangen. Sein eigentliches Prunkstück aber ist das neue Friedhofstor.

OZ-Bild

In Levenhagen endet die aufwendige Instandsetzung eines einmaligen Bauensembles

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Was in Levenhagen geschehen ist, passiert nur alle 50 bis 100 Jahre.“Irmfried Garbe, Pastor

„Das“, bekennt Stefan Eichbaum, „war mir eine Herzensangelegenheit.“ Lange hätten er und ein Freund darüber nachgedacht, was wohl die beste Lösung wäre. „Wir haben viel im Internet recherchiert und sind auch viel herumgefahren, um uns Pforten anzusehen.“ Das Ergebnis — ein Eichentor mit lanzettenförmigen Streben — passt sichtlich gut zu den massiven Backsteinpfeilern, die den Eingangsbereich des Kirchgeländes markieren. Unmittelbar daneben steht eine nur drei Quadratmeter große Backsteinkapelle aus dem 15. Jahrhundert. Der um 1430 errichtete kleine Bau mit seinen blendgeschmückten Pfeilergiebeln ist eine der wenigen freistehenden Landwegekapellen im südlichen Ostseeraum. Auch er wurde instandgesetzt. Noch vor einem Jahr war das Mauerwerk der Kapelle an mehreren Stellen lose.

Wind und Wetter, aber auch der jahrelange starke Ortsdurchgangsverkehr hatten ihm stark zugesetzt. „Die Kapelle hat jetzt wieder ein gefestigtes Mauerwerk und sie hat ihr wunderschönes Fenster zurückerhalten“, freut sich Pastor Irmfried Garbe. Ohne den freiwilligen unentgeltlichen Einsatz von Bürgern wäre die Sanierung nicht gelungen, glaubt er. Im Juli 2015 hatte Garbe die Bevölkerung in Levenhagen, Heilgeisthof, Boltenhagen und Ungnade dazu aufgerufen, die Kirche von ihrem größten Übel zu befreien: 1968 war der Fußboden im Hauptschiff mit Beton ausgegossen worden. Im Chor verlegte man seinerzeit gebrannte Ziegelsteine, gleichfalls mit Beton. Der verhinderte fortan, dass von außen eindringende Feuchte entweichen konnte. Die alten Backsteinmauern vernässten, Algen überzogen die Wände. 2013 schon hatten Männer aus dem Dorf dem Kircheninnern etwas Luft verschafft, indem sie den Betonboden wegbrachen, wo er direkt an die Wände stieß. 2015 schließlich wurde der Beton vollends aus der Kirche entfernt. Immer wieder lud die Kirchengemeinde zu Arbeitseinsätzen ein. Zuletzt halfen zehn Bürger, die Feuchteschäden an den Wänden auszubessern. Unter fachkundiger Anleitung eines Restaurators trugen sie Kalkfarbe auf die betreffenden Flächen auf. Von Algen ist nun nichts mehr zu sehen.

Etwa 115000 Euro wurden in den vergangenen Monaten in Levenhagen investiert: Eigenmittel der Kirchengemeinde, viele Spenden, Zuwendungen von Stiftungen. Der Fußboden besteht nun aus ziegelroten Tonfliesen und ist schwellenfrei. Die gelbweiß gestrichenen Kirchenbänke stehen auf neuen Eichendielen. Moderne Elektrik hilft, Räume und Außenwege zu beleuchten. Restauratorin Jenny Heymel aus Kreutzmannshagen bei Griebenow beseitigte die Schäden am über 350 Jahre alten Altaraufsatz. Sie ersetzte auch eine Mosesfigur, die 1980 gestohlen worden war. Neu ist die Altarplatte aus Kalkstein, gefertigt vom Steinmetzbetrieb Schapat in Greifswald. Am Pfingstmontag wollen die Levenhagener ihre Kirche wieder in Besitz nehmen. Das werde ein besonderer Moment sein, ist Irmfried Garbe überzeugt.

Schließlich passiere eine so umfängliche Kirchenbaumaßnahme in einem kleinen Ort wie Levenhagen nur alle 50 bis 100 Jahre.

Von Sven Jeske

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