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Ostvorpommern Altes Kulturhaus soll verschwinden
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00:00 15.03.2013
Kulturhaus Bandelin: Zu seiner Einweihung am 1. November 1952 erschien der Dichter Johannes R. Becher (Texter der DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen...“). Quelle: Fotos: jes
Bandelin

Der Putz bröckelt. Dach und Fenster sind undicht. Die Heizung kaputt. 60 Jahre nach seiner glanzvollen Einweihung ist das Kulturhaus Bandelin vielen ein Dorn im Auge. Seit zweieinhalb Jahren wird es nicht mehr genutzt. Ein Schild am Eingang untersagt das Betreten. Von einem Schandfleck spricht Bürgermeisterin Jana von Behren. Sie und andere möchten das heruntergekommene Objekt lieber heute als morgen beseitigen. „Wir machen viel Druck“, sagt von Behren. Es klingt wie eine Kampfansage.

Tatsächlich müssen sich Vertreter der Gemeinde derzeit mächtig ins Zeug legen, um den kulturellen Vorzeigebau aus der Frühzeit der DDR loszuwerden. Im Ringen um eine Klärung des Missstands tun sich mehrere Hürden vor ihnen auf. Die Eigentumsfrage ist eine. „Das Kulturhaus gehört dem Landkreis“, sagt Jana von Behren. Der übernahm es vom Vorgängerkreis Ostvorpommern. Jener allerdings hatte das Gebäude vor vielen Jahren an einen Kulturverein verpachtet, der es danach mit Leben erfüllte. Der in den 1990er Jahren gleich von mehreren Gemeinden, darunter Bandelin, ins Leben gerufene Verein soll inzwischen aufgelöst worden sein. Mit der Zeit hatten sich fast alle seine Gründer aus ihm zurückgezogen. Am Ende war es nur noch die Gemeinde Bandelin, die das Kulturhaus hochhielt. Bis das aufgrund seines schlechten Bauzustands nicht mehr ging.

Der Landkreis, stellte Gemeindevertreter Peter Eisenbeis seinerzeit klar, habe in all den Jahren nie in den Erhalt seiner Immobilie investiert. Der Gemeinde aber seien die Hände gebunden gewesen.

Als Pächter habe sie das Gebäude nur notdürftig erhalten können. Deshalb sei es mit der Zeit verfallen.

Die Verwaltung des jetzigen Landkreises weigere sich, die Auflösung des Betreibervereins und damit des Pachtverhältnisses anzuerkennen, schildert Jana von Behren. „Wir haben die Angelegenheit deshalb einem Insolvenzverwalter übergeben.“ Ausgang offen.

Im Kampf gegen die Altlast muss die Gemeinde noch eine ganz andere, möglicherweise viel höhere Hürde nehmen: Das Kulturhaus Bandelin steht auf der offiziellen Baudenkmalliste des Landes. Aus der könne es nur gelöscht werden, wenn das Landesamt für Denkmalpflege dem zustimme, stellte Dirk Handorf, der für Denkmal-Inventarisierung zuständige Mitarbeiter der Behörde, gestern klar. Damit das Landesamt die Angelegenheit prüft, müssen die Bandeliner die Löschung des Denkmalschutzes bei der Landkreisverwaltung beantragen. Handorf ließ offen, wie viel Zeit eine fachliche Bewertung des Kulturhauses durch das Landesamt in Anspruch nehmen würde. „Das hängt von der Größe, der Bedeutung und dem Zustand des Objekts ebenso ab wie vom Arbeitsaufwand und dem Auftragspensum, das unser Amt gerade zu erfüllen hat.“ Im Ringen um eine Lösung der Bandeliner Problematik sei die Gemeinde kompromissbereit, beteuert derweil Jana von Behren. Sie und andere schlagen folgendes Szenario vor:

Der Landkreis erkennt an, dass er Eigentümer des Bandeliner Kulturhauses ist. Er verkauft das Objekt für einen symbolischen Euro an die Gemeinde. Die lässt die Altlast dann auf eigene Kosten beseitigen. Von Behren gibt sich entschlossen: „Solange ich noch am Ruder bin“, erklärte sie, „möchte ich da noch etwas bewegen.“

Sven Jeske

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